Südwest Presse: KOMMENTAR · KARENZZEIT
ID: 1169049
Gut gelaufen für Katherina Reiche: Die Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium wurde gestern zur neuen
Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen gewählt.
Ein einflussreicher und gut bezahlter Posten. Es ist aber auch dumm
gelaufen für die CDU-Politikerin: Genau am gleichen Tag brachte das
Bundeskabinett den Gesetzentwurf über Karenzzeiten für
Regierungsmitglieder auf den Weg, die zu Verbänden oder in die
Privatwirtschaft wechseln. Somit wird die 41-Jährige zum
Paradebeispiel dafür, was künftig nicht mehr so einfach möglich sein
soll: der direkte Seitenwechsel auf einen Posten, bei dem die
Erfahrungen und Beziehungen aus dem Regierungsamt entscheidend sind.
Wenn es in den nächsten Monaten keinen Massen-Exodus aus dem Kabinett
gibt, könnte Reiche die letzte sein, die ohne Prüfung und Auflagen
ein solches Amt antreten kann. Eigentlich sollte man von Politikern
erwarten, dass sie bei einem Wechsel selbst genug Fingerspitzengefühl
entwickeln. Leider fehlt es zu häufig, und das bei Vertretern aller
Parteien. Es hat viel zu lange gedauert, feste Regeln einzuführen.
Grundsätzlich muss allerdings ein Wechsel innerhalb einer absehbaren
Zeit möglich sein. Sonst sitzen in Parlament und Regierung nur noch
Berufspolitiker und Beamte, die sich jahrzehntelang an ihren Ämtern
festklammern. Wer will, dass sich Politik und Wirtschaft - oder auch
Kultur und andere Bereiche - besser verstehen, der muss daran
interessiert sein, dass es Seitenwechsler gibt. Was auch umgekehrt
gilt, nämlich für Quereinsteiger in die Politik, die sich nicht über
Jahrzehnte in Parteien hochgedient haben.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.02.2015 - 19:19 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1169049
Anzahl Zeichen: 1947
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 211 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: KOMMENTAR · KARENZZEIT"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Südwest Presse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Südwest Presse
Frankfurter Rundschau: Kommentar zur Griechenland-Debatte ...
Griechenlands neue Regierung hat sich auf ihrer Europatour eine weitere Abfuhr eingeholt: Die Europäische Zentralbank (EZB) verweigert jede Teilnahme an einem Schuldenverzicht und lehnt zudem eine Aufstockung des Programms ab, mit dem sich Athen kurzfristig Geld leihen könnte. Diese harte Haltu
Berliner Zeitung: Kommentar Zur Karenzzeit: ...
Besonders dreiste Fälle wie der direkte Wechsel von Spitzenpolitikern wie Gerhard Schröder in die Dienste von Gazprom oder von Eckart von Klaeden in jene der Daimler AG werden so nicht mehr möglich sein. Das ist ein Fortschritt, wenn auch mit dem Tempo einer Schnecke erreicht und wenig bef
Lange/Bilger: Ein Schub für die Elektromobilität auf Deutschlands Straßen ...
Anhörung im Verkehrsausschuss Am heutigen Mittwoch hat sich der Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur in einer öffentlichen Anhörung mit dem Entwurf des Elektromobilitätsgesetzes der Bundesregierung befasst. Hierzu erklären der Sprecher für Verkehr und digitale Inf
Schön/Weinberg: Mehr Schutz und Sicherheit für Prostituierte ...
Koalition bringt Verbesserungen für Prostituierte auf den Weg Die Frauenpolitikerinnen und -politiker der Koalition haben sich gestern über die Einzelheiten der Reform des Prostitutionsgesetzes geeinigt. Dazu erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine




