Gesetz zur Zwangstarifeinheitüberflüssig -
dbb Chef trifft Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow
ID: 1170113
Bedarf zur gesetzlichen Regelung der Tarifeinheit. Darüber waren sich
der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt und Thüringens
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) in einem Gespräch am 6.
Februar 2015 in Berlin einig.
Mit dem von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten
Tarifeinheitsgesetz werde zu einem völlig überflüssigen
Frontalangriff auf das Grundrecht der Koalitionsfreiheit geblasen.
"Das lehnen wir ab", machte Dauderstädt nach der Unterredung
deutlich. Der dbb Chef sagte: "Gewerkschaftliche Vielfalt ist in
Deutschland verfassungsrechtlich garantiert. Das bedeutet zugleich:
Tarifautonomie ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt." Es gebe
hierzulande eine gesunde und stabile Sozialpartnerschaft.
"Gesetzliche Einschnitte in das bewährte deutsche Arbeitskampfrecht
schaden nur - und sie sind grundgesetzwidrig", warnte der dbb Chef.
Deshalb werde sich seine Organisation mit allen gebotenen Mitteln
dagegen zur Wehr setzen.
Dauderstädt verwies darauf, dass auch die Freiheitsrechte des
Einzelnen mit dem Gesetz beschnitten würden. "Jede Arbeitnehmerin und
jeder Arbeitnehmer hat das Recht darüber zu entscheiden, ob und wie
sie oder er sich organisiert. Aber wenn mit gesetzlichen Regelungen
ein Streik für kleinere Gewerkschaften per se ausgeschlossen wird,
sind diese in ihrer Existenz bedroht. Denn warum sollen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Mitglieder einer Gewerkschaft
werden, die man der Möglichkeiten zu wirksamer Interessenvertretung
beraubt hat? Zwangstarifeinheit und Koalitionsfreiheit gehen eben
nicht zusammen.".
Der Entwurf des Tarifeinheitsgesetzes stand am selben Tag auch auf
der Tagesordnung des Bundesrates. Dieser ließ das Gesetz, das nicht
zustimmungspflichtig ist, bei Enthaltung mehrerer Länder, darunter
Thüringen, passieren. "Lieber hätte ich mit Nein gestimmt", sagte
Bodo Ramelow, "das ist nur wegen der Koalition in Thüringen auch mit
der SPD unterblieben". Die Gesprächspartner hielten es für plausibel,
bei solchen verfassungsrechtlichen Bedenken im Bundestag über eine
Normenkontrollklage aus dem Parlament nachzudenken.
Das Thema Tarifeinheit war auch Schwerpunkt eines Gespräches, zu
dem der dbb Chef am Vortag in Berlin mit Vertretern der
Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen unter Leitung des
Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter zusammengekommen war. Beide
Seiten sprachen sich gegen gesetzliche Regelungen aus. Dauderstädt
verwies darauf, dass das Mehrheitsprinzip dem Betriebsfrieden in
Deutschland schaden werde, wenn also "der Gesetzgeber der größeren
Gewerkschaft im Betrieb überlassen will, die kleinere als
Tarifpartner auszuschalten und damit über kurz oder lang zu
vernichten".
Pressekontakt:
dbb - beamtenbund und tarifunion
Dr. Frank Zitka
Telefon: 030.4081-5510
Fax: 030.4081-5599
Email: zitka@dbb.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.02.2015 - 16:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1170113
Anzahl Zeichen: 3264
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gewerkschaften
Diese Pressemitteilung wurde bisher 367 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gesetz zur Zwangstarifeinheitüberflüssig -
dbb Chef trifft Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
dbb beamtenbund und tarifunion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
"Damit hält Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sein Versprechen, das Thema zügig voranzubringen", sagte dbb-Chef Volker Geyer. Mehrere Urteile des Bundesverfassungsgerichts, zuletzt eines aus dem November 2025, hatten umfangreiche Reformen der Besoldung in Bund und Ländern nötig g
Einkommensrunde öffentlicher Dienst der Länder / Tage der Entscheidung - wettbewerbsfähig oder abgehängt? ...
Hier wird über die Wettbewerbsfähigkeit der Länder entschieden", erklärt dbb-Chef Volker Geyer vor der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten der Länder 7 Prozent höhere Einkommen, mindestens 300 Euro. "In dieser Runde wird sich zeig
"Auftakt zu unbequemen Zeiten!" / dbb kündigt flächendeckende Streiks bei der Autobahn GmbH an. ...
"Am Dienstag findet der Auftakt zu unbequemen Zeiten für die Autobahn GmbH statt", äußerte dbb Tarifchef Andreas Hemsing mit Blick auf die wenig zielführende Verhandlungsführung der Autobahn GmbH. "Zuletzt gab es viele Worte, aber kaum Konkretes und letztlich kein Angebot. Damit
Weitere Mitteilungen von dbb beamtenbund und tarifunion
Dauderstädt eröffnet dbb Jahrestagung 2015: Öffentlicher Dienst fühlt sich von der Politik im Stich gelassen ...
Mit Kritik an der Bundesregierung hat Klaus Dauderstädt, Bundesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion, am 12. Januar 2015 die 56. Jahrestagung seiner Organisation in Köln eröffnet: "Die Ablehnung des Bundesinnenministers, die Anerkennung von Kindererziehungszeiten bei der Rente
WAZ: Thyssen-Krupp zieht gemischte Bilanz nach erster Mitarbeiterbefragung ...
Nach der ersten Mitarbeiterbefragung für den gesamten Stahl- und Technologiekonzern Thyssen-Krupp zieht Personalvorstand Oliver Burkhard eine gemischte Bilanz. "Wir haben viele gute Ergebnisse verzeichnet, können uns aber auch an der einen oder anderen Stelle noch verbessern", sagte
Aktion der dbb Mitgliedsgewerkschaften Gewalt gegen Beschäftigte der Jobcenter und Arbeitsagenturen: Schweigeminute für Opfer ...
Die dbb Mitgliedsgewerkschaften komba, vbba und GdS rufen für den 13. Januar 2015 um 12:15 Uhr zu einer Schweigeminute für die im Dienst verletzten und getöteten Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsagenturen und Jobcenter auf. "Die Gewalt gegen Beschäftigte im gesamten öffentlichen Dien
Seniorplattform MASTERhora begrüßt freiwillige Rente mit 70: „Endlich geht´s in die richtige Richtung!“ ...
06. Januar 2015 – Zu Beginn des neuen Jahres ist die Debatte um den Fachkräftemangel und ein sinnvolles Renteneintrittsalter in Deutschland neu entflammt. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, prescht mit der Idee vor, dass Arbeit-nehmer, die fit sind, freiwi




