Für die Zukunft gewappnet?! Gemeinschaftsveranstaltung auf der Premiere der Aus- und Weiterbildungsmesse GEZIAL 2015
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(PresseBox) - Auf der Aus- und Weiterbildungsmesse GEZIAL im Kongress am Park haben sich ca. 1.300 Schüler und junge Erwachsene einen umfangreichen Überblick über regionale Ausbildungsbetriebe sowie Berufs- und Hochschulen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich verschafft. Gleichzeitig fand im Rahmen der Messe seitens der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH für Unternehmen eine Veranstaltung zu Employer Branding und künftigen Herausforderungen im Gesundheits- und Sozialwesen statt.
Kaum die Türen geöffnet, stürmte bereits eine große Schar von Schülern und jungen Erwachsenen in den Kongress am Park. Mit rund 40 Ausstellern rund um die Gesundheits- und Sozialbranche wurde allen Besuchern viel geboten. Vom Altenpfleger bis zum Zahntechniker stellten unterschiedliche Betriebe ihr Ausbildungsangebot vor. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten konnten in persönlichen Gesprächen genauer unter die Lupe genommen werden.
Der Andrang hat einen ernsten Hintergrund. Berufe im GEsundheits- und SoZIALbereich versprechen attraktive Aussichten für die Zukunft. Bereits heute fehlt es in den genannten Berufsfeldern an qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden. Der demografische Wandel trifft kaum eine Branche so hart wie diese. Und dies an zwei Seiten. So verursacht das Altern der Bevölkerung einen Rückgang an Bewerbern. Gleichzeitig nimmt die ältere Bevölkerung enorm zu, sodass mehr personelle Kapazitäten gerade im Bereich der Dienstleistungen für Ältere benötigt werden. Das Auseinanderklaffen von Bedarf und Personalkapazitäten wird sich künftig verstärken. Aus diesem Grund ermöglichen gerade Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich eine sichere Zukunftsperspektive und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten.
Wie gehen Unternehmen aus der Branche mit dem Thema Demografie um? Und vor welchen Herausforderungen wird sie sich in den nächsten Jahren finden? Dieser Frage ist die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH mit ihrer Veranstaltung "Employer Branding und künftige Herausforderungen im Gesundheits- und Sozialwesen", die im Rahmen der Messe GEZIAL stattfand, nachgegangen.
Rund 25 Unternehmensvertreter folgten der Einladung der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Im ersten Beitrag stellte Teresa Biendl, Personalreferentin der Katholischen Jugendfürsorge, das Employer Branding Konzept derselben vor. Ziel ist es, sich gegenüber Mitarbeitern und möglichen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Laut Biendl ist das Erarbeiten einer Employer Branding Strategie ein langer Prozess, der sich auf jeden Fall lohnt. "Die Bewerbungen und deren Qualität gehen langsam zurück", so Biendl, "Wir haben im Rahmen einer Analyse festgestellt, dass Handlungsbedarf besteht, um Stellen besser und schneller zu besetzen". Hand in Hand mit der Marketing-Abteilung strebe das Personalmanagement eine interne Markenbildung an. Gleichzeitig sieht sich die Katholische Jungendfürsorge noch mit weiteren Besonderheiten konfrontiert: Als katholischer Verband ist die Katholische Jugendfürsorge für alle Menschen, unabhängig ihrer Konfession, da, die Hilfe brauchen. Gleichwohl ist das Unternehmen ein konfessioneller Dienstgeber. Neben der fachlichen und persönlichen Eignung ist dies ein dritter Aspekt, der bei Bewerbungen zu berücksichtigen ist. Ein erster Teil des neuen Konzeptes wird bereits umgesetzt. So bietet die Katholische Jugendfürsorge ihren Zielgruppen ein monatliches Job-Advertorial in der Augsburger Allgemeinen Zeitung an, um das Unternehmen und aktuell offene Jobangebote vorzustellen.
Im Anschluss ging es dann mit Stefan Kronthaler, Bereichsleiter der AOK Bayern, von der Praxis in die Theorie. Kronthaler zeigte im Rahmen seiner Präsentation zum Thema "Demografischer Wandel und Gesundheit: Vor welchen Herausforderungen stehen wir" sehr präzise die künftigen Themen der Gesundheitsbranche auf. Auch bei diesem Thema spielte die Wirkung des demografischen Wandels eine herausragende Rolle. So wird sich beispielsweise der Anteil der 65+ Jährigen im Gegensatz zu 1950 verdreifachen. Darüber hinaus steigt nicht zuletzt auf Grund des medizinischen Fortschritts die Lebenserwartung. Dies hat Konsequenzen für den Bedarf an Fachkräften besonders im pflegenden Bereich. "Bereits heute fehlen in Deutschland ca. 30.000 Pflegefachkräfte", so Kronthaler. "Bis 2030 wird ein Mangel von ca. 200.000 Pflegefachkräften prognostiziert". Diese Tatsache bewirkt enorme Herausforderungen an das Personalmanagement im Gesundheitswesen. Die Besetzung offener Stellen kann im Durchschnitt zwischen 95 und 105 Tage in Anspruch nehmen. Instrumente, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bestehen laut Kronthaler vor allem in der Aus- und Weiterbildung, Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, der Gesundheitsförderung im eigenen Unternehmen sowie der gezielten Anwerbung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland.
Von der Praxis in die Theorie und dann wieder in die Praxis ging es nach den beiden Vorträgen mit einem kleinen Imbiss und einem regen Austausch.
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Datum: 10.02.2015 - 10:19 Uhr
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