Keine Geduld mehr mit dem Papier: Bürokratieabbau in der Pflege nimmt Fahrt auf / bpa organisiert erste Schulungen für eine vereinfachte Pflegedokumentation
ID: 1174444
Pflegedokumentation als eines der ersten Bundesländer für konkrete
Entlastungen, von denen Pflegebedürftige, Pflegekräfte und
Einrichtungen unmittelbar profitieren. Das Projektteam des
Pflegebeauftragten der Bundesregierung schult ab Mitte März die
ersten Multiplikatoren des Bundesverbands privater Anbieter sozialer
Dienste e. V. (bpa), die im Anschluss den Umgang mit dem gestrafften
Dokumentationssystem an die privaten Einrichtungen im gesamten
Bundesland weitervermitteln werden. "Pflegekräfte wollen sich mit
Menschen beschäftigen und nicht mit Akten. Das neue System bietet
ihnen die Chance, die Dokumentation auf das Notwendige zu
beschränken, statt wie bisher Dinge aufzuschreiben, die, verursacht
von der Angst, ein Prüfer könnte irgendwann doch danach fragen, einen
enormen bürokratischen Aufwand angenommen haben", erläutert die
stellvertretende bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch.
Pflegeheime und ambulante Dienste haben in den nächsten Monaten
die Chance, die vereinfachte Dokumentation einzuführen, die von einer
vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Expertengruppe
entwickelt wurde und alle fachlichen und rechtlichen Anforderungen
mit deutlich weniger Aufwand erfüllt. Das bedeutet für die Pflegenden
mehr Zeit für die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen in der
Häuslichkeit oder im Heim. Auch die Landesregierung und die
Opposition unterstützen die Entbürokratisierung in der Pflege. "Die
Umsetzung des schlanken Systems läuft unter der Federführung der
Trägerverbände. Die Wohlfahrtsverbände und der bpa haben die
Koordination für alle Bundesländer übernommen. Weniger wird nach der
Umsetzung mehr sein: Es wird mehr Zeit für die Betroffenen zur
Verfügung stehen, und die Pflegenden werden mehr Freude an ihrer
Arbeit haben, weil endlich wieder die Pflege und nicht die
Dokumentation im Mittelpunkt steht", so Hasch
"Die Mitarbeiter wissen, dass das, was sie dokumentieren, wichtig
ist und auch im Alltag benutzt wird", berichtet auch Jan Grote, der
mit dem ambulanten Dienst des Pflegezentrums Grote in Hannover an der
bundesweiten Testphase im Herbst teilgenommen hat. Das motiviere die
Pflegefachkräfte und drücke auch eine Wertschätzung für deren
Kompetenz aus. "Früher brauchten wir eine dreiseitige Pflegeplanung,
um einen Patienten einmal in der Woche zu duschen. Inzwischen
erfassen wir mit pflegerischer Expertise die Bedarfe und Risiken der
Patienten und können diese Informationssammlung im Alltag auch
wirklich einsetzen."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon fast
1.100 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen und Unterlagen: Henning Steinhoff, Leiter der
bpa-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder
0162/13 21 678, www.bpa.de. Hinweis für die Redaktionen: Gern
vermitteln wir Ihnen Gespräche mit Einrichtungen und ambulanten
Diensten in Niedersachsen, die bereits Erfahrungen mit dem neuen
Dokumentationssystem haben.
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Datum: 18.02.2015 - 10:11 Uhr
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