Burnout-Prävention

Burnout-Prävention

ID: 1177693

Im Rahmen eines Forschungsprojektes für das Bundesministerium für Forschung und Bildung an der Technischen Universität Dortmund hat Frau Dr. Siebecke Psychische Belastungen und Beanspruchungen und die Prävention von Burnout untersucht. Dort hat sie ein innovatives Konzept für ein interdisziplinäres Präventionszentrum entwickelt, welches sie seit 2009 umsetzt.



(firmenpresse) - „Burnout kann in jedem Leistungskontext vorkommen: Im Job, bei der Arbeit zuhause, beim Leistungssport, im ehrenamtlichen Engagement etc. Man spricht von einem Burnout, wenn in solch einem Kontext ein dauerhafter negativer Seelenzustand vorliegt, der mit drei Symptomen einhergeht:
1.Dauerhafte Müdigkeit und Regenerationsunfähigkeit (man schafft es nicht abzuschalten, „runter“ zu kommen und wieder Kraft zu tanken)
2.Negative Gefühle der Arbeit bzw. dem Leistungskontext gegenüber – häufig verbunden mit Zynismus
3.Das Gefühl eingeschränkter Leistungsfähigkeit und fehlender Erfüllung durch die Arbeit

Burnout entsteht in einem Zusammenspiel von persönlichen Faktoren (Eigenschaften und Einstellungen) und den Bedingungen der Leistungssituation. Auf der persönlichen Seite erwartet die Person sehr viel von sich – beispielsweise einen hohen Grad an Perfektionismus oder immer für alle da zu sein oder immer mit allem alleine fertig zu werden. Wenn diese eigenen hohen Anforderungen auf Leistungsbedingungen treffen, bei denen die Person das Gefühl hat, ihre Ziele immer wieder nicht erreichen zu können – in der Regel verbunden mit einem Gefühl der Hilflosigkeit, besteht das Risiko eines Burnouts. Wenn dann Ausgleich und Regeneration fehlen, können Folgeerkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen oder verschiedenste psychosomatische Beschwerden auftreten.

Entsprechend dieser Entstehungsbedingungen setzt Burnout-Prävention an den Stellschrauben
a)Persönliche leistungsbezogene Einstellungen
b)Leistungsbedingungen und
c)Ausgleich und Regeneration an.

Persönliche leistungsbezogene Einstellungen
Der erste Schritt der Prävention ist zu erkennen, wo man sich durch eventuell überzogene Leistungsansprüche selbst Stress macht – also zu hinterfragen: „Bin ich mir absolut sicher, dass der Stress gerade von außen gemacht wird oder sind es eher meine eigenen Ziele, die mich unter Druck setzen? Sind meine Ziele hier gerechtfertigt und realistisch oder könnte ich die Situation auch gelassener angehen?“. Es geht also darum die eigenen Anforderungen an sich selbst zu hinterfragen und zu relativieren (z.B. „Auch wenn mir Perfektion sehr wichtig ist – hier, bei dieser Aufgabe reicht das Ergebnis so wie es ist.“)



Leistungsbedingungen
Schlechte Arbeits- bzw. Leistungsbedingungen sind insbesondere dann gefährlich, wenn ich mich als Opfer dieser Bedingungen sehe. Entsprechend ist ein wichtiger Präventionsansatz die Handlungsspielräume in der Situation zu suchen. Jeder kleine Schritt in Richtung einer Verbesserung ist richtig und wichtig. Dabei sollten wir nach vorne – auf das Ziel und die Lösung hin planen und agieren (im Gegensatz zum Hadern mit den Problemen und dem, was alles nicht zu ändern ist). Problemlösen/Lösungsfindung, konsequentes Priorisieren, Hilfe annehmen, „Nein“ sagen, Anforderungen ansprechen usw. sind wichtige Schritte, die dazu beitragen, die Leistungsbedingungen entlastend zu beeinflussen.

Ausgleich und Regeneration
Aber nicht jedes Problem lässt sich lösen oder schön denken. Es wird auch in Zukunft Widersprüche zwischen unseren Leistungszielen und den Leistungsbedingungen geben. Daher ist es wichtig, dass wir nicht nur in unserer Leistungswelt leben, sondern für uns auch eine regenerative Gegenwelt erschließen, in der wir Ausgleich vom Alltagsstress finden. Diese Gegenwelt sollte einen Kontrast zu den Arbeitsanforderungen darstellen, z.B. durch ein hohes Maß an Selbstbestimmung, Spontanität und Selbstbestätigung.

Sofern unsere Leistungswelt im Wesentlichen aus geistigen Anforderungen besteht, sollten sportliche Aktivitäten einen wichtigen Part in dieser Gegenwelt spielen, da bei Bewegung Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet werden.“
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Datum: 25.02.2015 - 12:19 Uhr
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