Der Verkehrslärm lässt uns nicht in „Ruhe“ – Sächsische Bürgerinitiativen sammeln Unterschriften für Petition
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An Lärm kann man sich nicht gewöhnen. Lärm geht uns alle an. Daher haben 14 Bürgerinitiativen aus ganz Sachsen die Petition „Gesund leben ohne Verkehrslärm! Wir für Sachsen.“ gestartet. Bisher unterstützen 3.200 Bürger die Aktion. Die Unterschriftensammlung läuft noch bis Mitte Mai 2015. Aktiv vor Ort unterstützen 14 Bürgergruppen diese Aktion. In diesen Regionen wurden bei vielen Händlern und Ärzten versiegelte Unterschriften-Boxen aufgestellt.
Unsere Augen können wir einfach schließen. Das geht mit unseren Ohren leider nicht. Unsere Ohren empfangen rund um die Uhr (auch im Schlaf) Schallwellen. Wir können unseren Umgebungsgeräuschen nicht aus dem Weg gehen. Lärm ist lauter, unerwünschter Schall. Erholung, Kommunikation und Alltagsaktivitäten werden beeinträchtigt.
Die Ohren sind evolutionsbedingt ein Frühwarnsystem für unseren Körper. Sie empfangen rund um die Uhr (auch im Schlaf) Schallwellen. Diese werden verarbeitet und an das Gehirn gesendet, wo sie bewertet werden. Das Resultat ist, dass der Körper Stresshormone ausschüttet. Damit wird der Körper in "Hab-Acht-Stellung" versetzt und unser Herz schlägt schneller. Was in unserer Evolution sinnvoll war, ist heute schädlich. Weil wir nicht "weglaufen", werden die ausgeschütteten Stresshormone nicht abgebaut. Das hat zur Folge, dass unser Herz-Kreislauf-System und die Blutgefäße angegriffen werden. Dadurch steigt das Risiko von Schlaganfällen, Bluthochdruck und Herzinfarkten überproportional.
Dauernde Lärmbelastungen, wie sie im Verkehrslärm vorhanden sind, führen zu Schlafstörungen. Auch wenn wir es selbst nicht merken, werden wir aus der erholsamen Tiefschlafphase geholt. Diese gestörte Schlafstruktur führt zur Ermüdung und überhöhter Reizbarkeit bis zur Aggression. Unsere Leistungsfähigkeit lässt nach. Das Helmholtz Zentrum in München hat bei Untersuchungen festgestellt, dass sich die Lernfähigkeit und die Gedächtnisfunktion unserer Kinder durch Lärm verschlechtern.
Die ersten kleinen Schritte sind gemacht. Lärm wird als gesundheitsschädliche Umwelteinwirkung von der Politik wahrgenommen. Ein politischer Wille ist durch aktive Handlungen allerdings nicht feststellbar.
Wir Bürger können daher nur selbst aktiv werden. Nur wir können das Thema Verkehrslärm allen Beteiligten (Politik, Bürger, Wirtschaft) näher bringen und die hohe Betroffenheit mit allen gesundheitsschädlichen Auswirkungen bewusst machen. Um die Politik zum Handeln zu bewegen, stehen uns Bürgern verschiedenen demokratische Wege und Mittel zur Verfügung. Die Bildung von Gruppen in Form von Bürgerinitiativen verstärkt die lokale Betroffenheit. Petitionen an die Politik verdeutlichen die Probleme der Bürger und rufen die Politik zum Handeln auf.
Vor diesem Hintergrund haben sich 14 Bürgerinitiativen aus ganz Sachsen im Netzwerk der „Sächsischen Lärmschutzallianz Verkehr“ gebündelt, um die sächsische Politik zum Handeln aufzufordern. Dieses Netzwerk hat eine gemeinsame Petition „Gesund leben ohne Verkehrslärm! Wir für Sachsen.“ erarbeitet. Bis Mitte Mai sammelt das Netzwerk dazu auf Flyern und auch online Unterschriften.
Weitere Informationen zu den Verkehrslärmrisiken und Bürgerbeteiligung finden Sie im Internet auf der Seite der Sächsischen Lärmschutz Allianz-Verkehr.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 01.03.2015 - 18:28 Uhr
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