CeBIT: Hasso-Plattner-Institut demonstriert Leistungsvergleich von Höchstgeschwindigkeits-Datenbanken / Unternehmen können effizientestes IT-System ermitteln (FOTO)
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(ots) -
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat für seine Forschungen im
Bereich Hauptspeicher-Datenbanktechnologie einen zusätzlichen
Hochleistungsrechner mit 240 Prozessorkernen und einer Kapazität von
12 Terabyte Arbeitsspeicher in Betrieb genommen. Das System UV300H
des kalifornischen Herstellers SGI bietet damit 120 Mal mehr
Prozessoren und tausendfach so viel Speicherkapazität wie mancher
handelsübliche Rechner für den Privatgebrauch.
Der Aufbau des neuen Hochleistungscomputers ermöglicht den
Potsdamer HPI-Wissenschaftlern Forschungsarbeiten im Bereich der so
genannten NUMA-Architekturen (Non-Uniform Memory Access). Deren
Besonderheit liegt darin, dass jeder Prozessor über direkt
zugeordneten Speicher verfügt, aber auch anderen Prozessoren
indirekten Zugriff darauf gewährt. Dies beseitigt den Flaschenhals
der zentralen Speicherverwaltung in Mehrkernrechnern, allerdings ist
die unterschiedlich schnelle Anbindung der verschiedenen
Speicherbereiche des Systems zu berücksichtigen.
"Unsere Forschungen an effizienteren Systemen für
betriebswirtschaftliche Analysen und Simulationen profitieren vor
allem von der besonders großen Arbeitsspeicherkapazität", erläutert
Dr. Matthias Uflacker den Vorteil der neuen Ausstattung. Dadurch sei
es möglich, das Verhalten der Systeme selbst bei höchsten
Anforderungen zu testen.
Eines der Forschungsprojekte, die auf dem neuen
Hochleistungsrechner durchgeführt werden, heißt "Load Simulator". Mit
dieser Simulationssoftware können verschiedene Strategien zur
Datenhaltung im Hauptspeicher miteinander verglichen und künftig das
effizienteste IT-System für ein Unternehmen ermittelt werden. "Wir
haben damit ein interaktives Werkzeug geschaffen, um
Schlüsseleigenschaften verschiedener Datenbank-Konfigurationen
vergleichen zu können", sagt Uflacker. Präsentieren wird das HPI den
Load Simulator Mitte des Monats auf der CeBIT (Halle 9, Stand D44).
Die am HPI-Fachgebiet von Prof. Hasso Plattner entwickelte Lösung
simuliert realistisch, wie tausende von Benutzern gleichzeitig Daten
eingeben und analysieren und führt diese Arbeitsbelastung simultan
auf ausgewählten Rechner-Konfigurationen aus. Auf Anzeigeinstrumenten
können mehrere Leistungskennziffern verfolgt werden, zum Beispiel
Menge, Durchsatz und Bearbeitungszeit von Datenbankanfragen sowie
Gesamtauslastung der zentralen Recheneinheiten.
Der "Load Simulator" des HPI vergleicht auf der einen Seite die
Leistungsfähigkeit eines einzigen Hochleistungsrechners, auf dem
sämtliche Daten im schnellen Arbeitsspeicher residieren, mit der
eines Verbunds von mehreren kleineren Servern. Auf diese sind
aktuelle und historische Daten sowie ausschließlich für lesenden
Zugriff gespeicherte Datenkopien verteilt.
Im Spitzenforschungslabor ihres Instituts können die
HPI-Wissenschaftler zudem auf Hard- und Software-Technologie
zurückgreifen, die teilweise noch nicht am Markt verfügbar oder im
normalen Hochschulbereich in der Regel nicht zu finanzieren ist. Dazu
gehören zum Beispiel Server mit bis zu 64 Kernen und 2 TB
Hauptspeicher, ein Computercluster mit 1000 Kernen und die
In-Memory-Lösung HANA der SAP AG. Die Infrastruktur
(http://hpi.de/forschung/future-soc-lab/ausstattung.html) steht auch
interessierten Wissenschaftlern aus aller Welt kostenfrei für
Forschungszwecke zur Verfügung.
Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut
Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH
(https://hpi.de) an der Universität Potsdam ist Deutschlands
universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als
einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor-
und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an - ein besonders
praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das
von derzeit 470 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design
Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem
Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein
Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere
Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig.
Es betreibt exzellente universitäre Forschung - in seinen neun
Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden
mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing.
Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und
Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu
kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen
für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings
stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit
September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das
jedem offen steht.
Pressekontakt:
HPI-Pressestelle: presse@hpi.de. HPI-Pressesprecher: Hans-Joachim
Allgaier, M.A., Tel. +49 (0)331 5509-119
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Datum: 02.03.2015 - 11:55 Uhr
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