"Aussterbende Spezies?" - Altenpflegeschüler kämpfen um Erhalt ihres Berufs / Trotz Rekordzahlen in der Altenpflegeausbildung soll der Beruf zugunsten der Generalistik abgeschafft werden
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nach dem Willen der Großen Koalition geht, schon bald nicht mehr
existieren. Stattdessen sollen die bisher eigenständigen Ausbildungen
in der Kinderkranken-, der Kranken- und der Altenpflege
zusammengelegt werden - mit dem Resultat, dass es dann nur noch
"Pfleger" und "Pflegerinnen" ohne Spezialisierung geben wird. Und
das, obwohl Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend belegen, dass mit 26.740 Eintritten in eine
Altenpflegeausbildung im Schuljahr 2013/2014 in ganz Deutschland ein
neuer Spitzenwert erreicht wurde. Die Auszubildenden können für die
Pläne kein Verständnis aufbringen und wehren sich mit Demonstrationen
oder mehrtägigen Informationsveranstaltungen - wie gerade in Berlin
im Rahmen der "Woche für die Altenpflege" der Stiftung SPI - gegen
die Reform.
Birgit Hoppe, als Vorsitzende des Arbeitskreises
Ausbildungsstätten Altenpflege (AAA) Mitglied des Bündnisses für
Altenpflege, empfindet das Vorhaben der Regierung als "Schlag ins
Gesicht der hoch motivierten Auszubildenden": "Angesichts des
demografischen Wandels schauen immer mehr europäische Nachbarn
interessiert auf das deutsche Erfolgsmodell", so Hoppe, "und hier
wird ein seit 40 Jahren bewährtes Berufsbild ohne Not und wider
besseres Wissen abgeschafft." Hoppe weiter: "Altenpflegerinnen und
-pfleger haben sich ganz bewusst gegen eine Tätigkeit mit kranken und
für eine ,Profession' mit alten Menschen entschieden, die sie auf
ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten wollen. Nun betrachten sie
sich nicht ohne Zynismus als ,aussterbende Spezies'."
Die Altenpflege war von Beginn an nicht nur ein Beruf für junge
Einsteiger, sondern auch für Ältere, die sich beruflich umorientieren
wollen. Die rund 10.000 freien Stellen in Deutschland sind
anspruchsvoll, bieten Karrierechancen und krisensichere
Arbeitsplätze.
Das Bündnis für Altenpflege vertritt zwischenzeitlich über 60
Prozent aller Altenpflegeeinrichtungen. Beteiligt sind: Arbeitskreis
Ausbildungsstätten Altenpflege (AAA), Bundesverband der
Arbeiterwohlfahrt (AWO), Bundesverband der kommunalen Senioren- und
Behinderteneinrichtungen e.V. (BKSB), Bundesverband privater Anbieter
sozialer Dienste e. V. (bpa), Deutsche Akademie für
Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V., Deutscher Berufsverband
für Altenpflege e. V. (DBVA), Deutsche Expertengruppe
Dementenbetreuung e. V. (DED), Deutsche Gesellschaft für
Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V. (DGGPP), Deutscher
Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen
(DVLAB), Frankfurter Forum für Altenpflege (FFA-Netzwerk), Verband
Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB), Wohnstifte im
Paritätischen (WiP).
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Peter Dürrmann, Sprecher des Bündnisses, Tel.
05121/2892872
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Datum: 06.03.2015 - 11:10 Uhr
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