Deutsche AIDS-Hilfe zum Frauentag: Immer mehr vermeidbare Aids-Erkrankungen - jetzt handeln!

Deutsche AIDS-Hilfe zum Frauentag: Immer mehr vermeidbare Aids-Erkrankungen - jetzt handeln!

ID: 1182566
(ots) - Aidshilfen und HIV-Mediziner schlagen Alarm: Immer
mehr Frauen erkranken an Aids, obwohl sich die letzte Phase der
HIV-Infektion heute mit Medikamenten verhindern lässt. Der Grund:
Viele Frauen erfahren erst, dass sie HIV-positiv sind, wenn
lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten. Selbst dann dauert es oft
noch lange, bis die Diagnose gestellt wird. Darauf weist die Deutsche
AIDS-Hilfe (DAH) anlässlich des Internationalen Frauentages am 8.
März hin.

Ein HIV-Test ermöglicht ein weitgehend normales Leben

"Frauen, die ein HIV-Risiko gehabt haben könnten, sollten sich
testen lassen. Der Test ermöglicht im Fall einer HIV-Infektion eine
rechtzeitige Therapie und damit ein langes und weitgehend normales
Leben!", betont Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe.

Urban weiter: "Ärzte sollten sich zu den Symptomen von HIV
fortbilden und in Erwägung ziehen, dass ihre Patientinnen infiziert
sein könnten, auch wenn die Frauen nicht zu den klassischen
Betroffenengruppen gehören."

Ein HIV-Test wird den betroffenen Frauen oft jahrelang nicht
angeboten - häufig trotz entsprechender Symptome. Viele nicht auf HIV
spezialisierte Ärzte können Folgeerkrankungen der Infektion nicht
richtig deuten. Weder die Ärzte noch die Frauen denken an eine
HIV-Infektion, weil die Patientinnen nicht zu den am stärksten
betroffenen Gruppen wie schwulen Männern oder Drogenkonsumenten
gehören. So kommt es zu vermeidbaren schweren Gesundheitsschäden,
teilweise mit tödlichen Folgen.

Überproportional viele späte Diagnosen

Frauen werden deutlich später auf HIV getestet als der
Durchschnitt - und häufiger zu spät:

- 83 % der HIV-infizierten Menschen in Deutschland wissen von
ihrer Infektion. Bei den Frauen sind es nur 73 % - obwohl viele
in der Schwangerschaft auf HIV getestet werden.


- Rund 1.100 Menschen wurden in Deutschland im Jahr 2013 erst bei
Auftreten eines schweren Immundefektes HIV-positiv getestet. 23%
(250) davon waren Frauen, obwohl ihr Anteil an den neuen
HIV-Diagnosen in Deutschland nur 18 % beträgt.
- 41 % der HIV-Diagnosen bei Frauen erfolgte 2013 bei bereits weit
fortgeschrittenem Immundefekt (Durchschnitt: 31 %).
- Die Uniklinik Düsseldorf hat die Daten von 550 Patientinnen
ausgewertet. Bei 80 Prozent lag die Zahl der Helferzellen bei
der HIV-Diagnose bereits unter 350 pro Mikroliter Blut - also
unter der Grenze, ab der eine Therapie dringend empfohlen wird.

Zu diesen Zahlen passt, dass nach Berichten von
Aidshilfemitarbeitern auf den Infektionsstationen der Krankenhäuser
seit einiger Zeit immer mehr Frauen mit Aids in Behandlung sind.
Dieser Trend könnte sich fortsetzen: Von den 14.000 Menschen, die in
Deutschland mit HIV leben, ohne es zu wissen, sind ein Viertel
(3.700) Frauen.

Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte

Abhilfe schaffen können nur gezielte frühe HIV-Tests. Doch vielen
Ärzten fällt es schwer, das vermeintliche Schmuddelthema HIV
anzusprechen, auch weil sie dann mit ihren Patientinnen über
Sexualität reden müssten. Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet unter dem
Titel "Let's talk about Sex!" Fortbildungen zur Gesprächsführung an
(http://www.aidshilfe.de/de/aerztefortbildung).

Eine neue Broschüre für Ärzte mit dem gleichen Titel gibt
wertvolle Hilfestellungen und fasst das wichtigste Wissen zu HIV für
diese Zielgruppe zusammen
(http://aidshilfe.de/de/shop/lets-talk-about-sex-0).

"Das Problem der Spätdiagnosen - bei Frauen wie bei Männern -
können nur alle Akteurinnen und Akteure gemeinsam lösen", sagt
DAH-Vorstandsmitglied Sylvia Urban. "Mit HIV kann man heute gut
leben. Dass Menschen an Aids erkranken und sterben, können wir
verhindern. Dazu müssen wir Ängste thematisieren und die Themen HIV
und Sexualität weiter enttabuisieren. Darüber zu reden ist der
Schlüssel."

Die Deutsche AIDS-Hilfe widmet dem Thema HIV bei Frauen ab heute
eine Serie auf magazin.hiv mit ausführlichen Informationen,
Fallgeschichten und Experteninterviews: http://ots.de/rnoZZ

Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Hilfe zu Spätdiagnosen:
http://ots.de/swqLX

Epidemiologische Daten des Robert-Koch-Institutes:
http://ots.de/43HKH

www.aidshilfe.de



Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. 030 69 00 87 16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de

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Datum: 06.03.2015 - 11:07 Uhr
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