Vier Jahre Syrienkrise: Hilfsorganisationen werfen UN-Sicherheitsrat Versagen vor

Vier Jahre Syrienkrise: Hilfsorganisationen werfen UN-Sicherheitsrat Versagen vor

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(ots) - Vier Jahre Syrienkrise: Hilfsorganisationen werfen
UN-Sicherheitsrat Versagen vor

Bericht "Failing Syria" stellt Vereinten Nationen und
Konfliktparteien katastrophales Zeugnis beim Schutz syrischer
Zivilisten aus / UN-Resolutionen wurden nicht umgesetzt

Anlässlich des vierten Jahrestages des syrischen Bürgerkrieges
üben 21 internationale Hilfsorganisationen, darunter Oxfam, Save the
Children und World Vision, scharfe Kritik am UN-Sicherheitsrat.
Dieser hatte im vergangenen Jahr drei Resolutionen zum Syrienkonflikt
beschlossen, die Schutz und Hilfe für syrische Zivilisten
gewährleisten sollten. In ihrem heute veröffentlichten Bericht
"Failing Syria" vergleichen die Nichtregierungsorganisationen das,
was die Resolutionen im Einzelnen forderten mit dem, was seither
geschehen ist. Die ernüchternden Fakten offenbaren, in welchem Ausmaß
die Konfliktparteien, Mitglieder des Sicherheitsrates und andere
UN-Mitgliedsstaaten die Resolutionen ignoriert oder untergraben
haben:

- Menschen werden nicht geschützt: 2014 war das blutigste Jahr des
Konflikts, das mindestens 76.000 Syrerinnen und Syrer das Leben
kostete (220.000 Menschen insgesamt sind bisher zu Tode gekommen).

- Der Zugang zu Hilfsgütern hat sich nicht verbessert: 4,8 Millionen
hilfsbedürftige Menschen befinden sich in Gebieten, die von den
Vereinten Nationen als "schwer zugänglich" definiert wurden. Dies
sind 2,3 Millionen mehr als 2013.

- Der Hilfsbedarf hat zugenommen: 5,6 Millionen Kinder sind auf
Hilfsleistungen angewiesen, 31 Prozent mehr als 2013.

- Die Ausstattung der Nothilfe entspricht immer weniger dem
tatsächlichen Bedarf: 2013 waren 71 Prozent der erforderlichen
Nothilfemaßnahmen zum Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten
finanziert. 2014 sank der Anteil auf 57 Prozent.

2014 wurden von Damaskus aus weniger Menschen mit Hilfslieferungen


für den Winter erreicht als ein Jahr zuvor (1,1 Millionen im Jahr
2014 im Vergleich zu 2,9 Millionen im Jahr 2013), und die syrische
Regierung bewilligte weniger als die Hälfte der hierfür nötigen
Anträge. Zwar kommen auch über die Nachbarländer Syriens
Hilfstransporte. Doch zurzeit sind hierfür nur fünf der 34
Grenzübergänge geöffnet, neun sind eingeschränkt passierbar und die
restlichen geschlossen.

Die Hilfsorganisationen rufen die Mitgliedsstaaten der Vereinten
Nationen, insbesondere die Mitglieder des Sicherheitsrates, dazu auf,
den Resolutionen endlich durch Taten Geltung zu verschaffen.

Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children
Deutschland: "Die bittere Realität ist, dass der UN-Sicherheitsrat
die UN-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das
dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges. Alle
Konfliktparteien haben unverantwortlich gehandelt und die Forderungen
des Sicherheitsrates ignoriert. Die Zivilisten, darunter viele
Kinder, werden nicht geschützt vor der Gewalt, und ihr Zugang zu
humanitärer Hilfe hat sich nicht verbessert."

Ekkehard Forberg, Friedensexperte von World Vision: "Der Krieg in
Syrien ist auch ein Krieg gegen Kinder. Das sollten sich alle vor
Augen führen, die für Waffenlieferungen an eine der Konfliktparteien
plädieren. Bei Angriffen auf Städte und Schulen sind bereits rund
9.000 Kinder getötet und viele weitere verletzt oder traumatisiert
worden. An vielen Orten leben Kinder wie im Gefängnis und verpassen
ihre Bildungschancen, weil die Angst vor Gewalt gepaart mit
wachsender Armut und wachsendem Mangel sie daran hindert, eine Schule
zu besuchen."

Robert Lindner, Syrienreferent von Oxfam Deutschland: "Die
Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass
der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die
Nothilfemaßnahmen massiv ausgeweitet werden. Außerdem müssen sie den
Druck auf die Konfliktparteien erhöhen, zu einer politischen Lösung
zu kommen. Die USA, Russland und andere Staaten haben hierzu den
nötigen politischen und diplomatischen Einfluss. Es gibt keine
weitere Zeit zu verlieren."

Oxfam, Save the Children und World Vision sind in Syrien, im Irak,
im Libanon, in Ägypten, in der Türkei und in Jordanien im Einsatz.
Die Organisationen versorgen syrische Flüchtlinge unter anderem mit
Sanitäreinrichtungen, Hygienemaßnahmen, Trinkwasser, Lebensmitteln,
warmer Kleidung, Decken und Heizöfen. Außerdem bieten sie
Rechtsberatung und psychosoziale Betreuung.

Der Bericht "Failing Syria" ist international gezeichnet von:

1. Acted
2. American Friends Service Committee (AFSC)
3. Alkarama Foundation
4. ChildrenPlus
5. Global Centre for the Responsibility to Protect
6. Handicap International
7. Hand in Hand For Syria
8. Human Rights and Democracy Media Center (SHAMS)
9. International Rescue Committee
10.Medecins Du Monde
11.Norwegian Church Aid
12.Norwegian Refugee Council
13.NuDay Syria
14.Oxfam
15.Pax Christi International
16.Save the Children
17.Syrian American Medical Society
18.Syria Relief Network
19.Tulip for Syria Relief
20.Une Ponte Per
21.World Vision International

Zusatzmaterial zum Download:

Report "Failing Syria": http://ots.de/RcJtx

Fotos und Erlebnisberichte: http://tinyurl.com/osmb8eb.

Oxfam, Save the Children und World Vision unterstützen auch die
Kampagne #WithSyria von Crisis Action. Informationen sind unter
folgenden Link verfügbar: http://www.withsyria.com/



Pressekontakt:
Oxfam: Steffen Küßner, Tel: (030) 453069-710, (0177) 8809977,
skuessner@oxfam.de

Save the Children: Claudia Kepp, Tel.: (030) 2759597928,
claudia.kepp@savethechildren.de

World Vision: Silvia Holten, Tel.: (06172) 763-151 oder -153,
presse@worldvision.de

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Datum: 12.03.2015 - 07:00 Uhr
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