Konkurrenz aus dem Internet: Informationsmonopol der Hausärzte geht verloren
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Informationsmonopol des Hausarztes fällt / Das Gesundheitssystem muss
sich auf kritischere Patienten einstellen / Homöopathie und
alternative Heilmethoden auf Wunschliste der Versicherten ganz oben
In Zukunft werden sich Ärzte, Krankenhäuser und
Gesundheitsdienstleister mehr und mehr auf ein kritischeres und
selbstbewussteres Publikum einstellen müssen. Das zeigt das
Healthcare-Barometer März 2015 der Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), für das 1.000
Bundesbürger befragt wurden. Geht es beispielsweise um die Wahl der
richtigen Klinik für einen Krankenhaus-Aufenthalt, dann verlassen
sich in der Altersgruppe 55+ noch drei Viertel (75,5 Prozent) auf die
Empfehlung des Hausarztes. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es
dagegen nur 59,6 Prozent. Sie nutzen stattdessen verstärkt andere
Informationsquellen wie die Websites der Kliniken, Onlineforen und
Bewertungsseiten im Internet - und sie hören sich aktiv um: Der
Freundes- und Bekanntenkreis spielt für junge Leute eine größere
Rolle als für deren Eltern und Großeltern.
Patienten werden kritischer und serviceorientierter
"Das Informationsmonopol des Hausarztes wird durch das Internet
zunehmend in Frage gestellt", so Michael Burkhart, Partner bei PwC
und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma. "Ärzte müssen
sich gerade bei jungen Menschen auf eine Zielgruppe selbstbewusster
und kritischer Patienten einstellen, die Wert auf Service legen und
auf Augenhöhe behandelt werden wollen." So sind bei den 18- bis
34-Jährigen rund 27 Prozent mit den Öffnungszeiten der Praxen
unzufrieden, bei der Generation 55+ dagegen nur 8 Prozent. Knapp 20
Prozent der jungen Erwachsenen fühlen sich von Ärzten und dem
medizinischen Personal nicht ernst genommen, bei den Älteren gaben
das nur 8 Prozent an. Zudem wünscht sich fast jeder zweite der
jüngeren Generation mehr Aufmerksamkeit vom Arzt, während das nur
rund 29 Prozent der älteren Generation angeben.
Wenn die Deutschen etwas an ihrer Krankenkasse bemängeln, dann ist
es der Leistungskatalog. Bereits heute haben 39 Prozent der
gesetzlich Versicherten eine private Zusatzversicherung
abgeschlossen. Knapp 72 Prozent der Befragten beurteilen den
Leistungskatalog ihrer Krankenkasse als mangelhaft. Für knapp ein
Drittel werden zu viele Angebote von den Kassen nicht erstattet. Die
PwC-Studie zeigt im Detail, welche Leistungen Versicherte vermissen:
Da rangieren alternative Heilmethoden/Homöopathie (8 Prozent) mit
Abstand an erster Stelle. Sie liegen damit noch vor Zahnarztkosten
(rund 5 Prozent), Brillen und Augenbehandlungen (4,8 Prozent) sowie
Prophylaxe und Zahnersatz mit je 3,9 Prozent.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.pwc.de/hc-barometer-012015
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Datum: 12.03.2015 - 09:55 Uhr
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