Europa ohne Plastiktüten: Deutsche Umwelthilfe präsentiert wegweisende Vermeidungsansätze
ID: 1187184
- Großbritannien macht Mehrwegtaschen attraktiv - Spanien
sensibilisiert Verbraucher
Bis 2025 will die Europäische Union den Plastiktütenverbrauch von
derzeit 198 auf 40 Stück pro Kopf senken. Nur wie Europa 80 Prozent
aller Plastiktüten innerhalb der nächsten zehn Jahre tatsächlich
einsparen kann, ist vielen Mitgliedstaaten noch unklar. Aus diesem
Grund stellte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 17. Februar 2015
während ihrer Dialogkonferenz "Joint Action on Plastic Bags" in
Brüssel vorbildliche europäische Ansätze zur Vermeidung von
Plastiktüten vor.
"Ein Blick nach Irland, Wales oder Schottland reicht aus, um zu
verstehen, dass alle Einweg-Plastiktüten etwas kosten müssen.
Verbraucher werden dann abwägen, ob sie tatsächlich eine Tüte
benötigen, wenn sie dafür etwas bezahlen müssen. Eine Gebühr oder
Abgabe ist nachweislich eines der effizientesten Instrumente zur
Plastiktütenvermeidung in Europa", sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer
Sascha Müller-Kraenner.
Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten die Nutzung
marktwirtschaftlich basierter Instrumente, wie zum Beispiel Gebühren,
Abgaben oder Steuern, um den Plastiktütenkonsum zu verringern. Irland
konnte den Plastiktütenverbrauch durch die Einführung einer solchen
Abgabe um mehr als 90 Prozent senken. In Wales ging der Tütenkonsum
um 79 Prozent zurück, in Nord-Irland um 67 Prozent. Der britische
Einzelhändler Marks & Spencer führte freiwillig eine Gebühr auf
Kunststofftüten ein und reduzierte dadurch das jährliche
Tütenaufkommen um mehr als 70 Prozent.
"Verbraucher benötigen attraktive Mehrwegtaschen als Alternativen
zur Plastiktüte. Außerdem sind Anreizsysteme, die ihre Nutzung
fördern, besonders wichtig", sagt der DUH-Leiter für
Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. In Großbritannien vergeben einige
Supermärkte Bonuspunkte bei der Verwendung einer Mehrwegtasche oder
bieten Pfandsysteme an, so dass verschlissene Beutel kostenlos gegen
einen neuen eingetauscht werden können.
Um den Kampf gegen die Plastiktütenflut zu gewinnen, ist es
notwendig die Gesellschaft für die Vermeidung des Einwegprodukts zu
sensibilisieren und einzubeziehen. Ein in Katalonien gestarteter
Aktionstag entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahren zum
"International Plastic Bag Free Day", der jährlich am 3. Juli mit
weltweiten Informationsveranstaltungen, Konzerten, Aktionen und
Demonstrationen zum Mitmachen für eine Welt ohne Plastiktüten
aufruft. Eine in Frankreich entstandene und inzwischen in Europa
durchgeführte Kampagne ermöglicht es Verbrauchern Städte, Gemeinden
und Läden über ein Onlineportal direkt anzuschreiben und sie zur
Vermeidung von Plastiktüten aufzufordern.
Der Vermeidungsansatz sollte nicht nur für Plastiktüten, sondern
auch für alle anderen Einwegtüten gelten. Plastiktüten durch Papier-
oder Bioplastiktüten zu ersetzen, hilft nicht, den unreflektierten
Konsum zu verringern sowie Ressourcen, Energie und Wasser zu sparen.
Zudem bauen sich die meisten biologisch abbaubaren Plastiktüten in
der Umwelt ähnlich langsam ab wie herkömmliche Plastiktüten. Sie
benötigen spezielle industrietechnische Bedingungen zum Abbau, die in
der Natur nicht gegeben sind. Nur die Nutzung von Mehrwegtaschen,
Rucksäcken, Fahrradkörben oder Klappkisten führt langfristig zu einer
Entlastung der Umwelt.
Die Konferenz-Vorträge sowie ein Ergebnispapier sind unter
www.duh.de/eudialog.html verfügbar. Die Deutsche Umwelthilfe steht
allen Teilnehmern und Interessierten weiterhin als Ansprechpartner zu
den Themen Plastiktüten und Abfallvermeidung zur Verfügung.
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0160 90354509, E-Mail: mueller-kraenner@duh.de
Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de
DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe
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Datum: 17.03.2015 - 11:00 Uhr
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