Südwest Presse: KOMMENTAR · ARBEITSWELT
ID: 1187522
Stress am Arbeitsplatz gefährdet die Gesundheit, warnte die
Bertelsmann Stiftung am Montag. Gestern nun meldete die DAK das
Ergebnis einer neuen Studie: Demnach greifen in Deutschland Millionen
Beschäftigte im Job zu Pillen. Stress könnte die Ursache sein,
Pillenschlucken die Therapie derjenigen, die keinen anderen Ausweg
sehen. Dabei sind es nicht in erster Linie die Chefs, die ohne jede
medizinische Notwendigkeit zu verschreibungspflichtigen Medikamenten
greifen. Es sind eher die Beschäftigten, die um ihren Arbeitsplatz
fürchten und unter einem hohen Druck stehen. Sie versuchen mit
Betablockern, die eigentlich den krankhaft erhöhten Blutdruck senken
sollen, ihre Nervosität zu senken. Oder schlucken Antidepressiva, um
das Gedächtnis in Schwung zu bringen. Alles nichts Neues: Seit Jahren
schon wird an Schulen und Hochschulen "gedopt", um bessere Leistung
zu bringen. Genau dieses Motiv sollte Anlass zur Sorge sein: Während
Alkohol am Arbeitsplatz vorwiegend ein Suchtproblem des Konsumenten
ist, sind Aufputschmittel und Co. ein Armutszeugnis für diejenigen,
die Druck erzeugen - Arbeitgeber, Eltern, Lehrer. Doch auch
Überlastung entschuldigt nicht den Griff zur Pille mit all ihren
Risiken und Nebenwirkungen. Was diese betrifft, sind Ärzte und
Apotheker gefragt - sie sollten besser darüber informieren und
genauer hinschauen, wenn Medikamente missbraucht werden.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 17.03.2015 - 19:13 Uhr
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