Experte: Mautprognose des Bundesverkehrsministeriums ist nicht plausibel / Stellungnahme des Verkehrswissenschaftlers Ralf Ratzenberger bestätigt Zweifel an Einnahmenhöhe der geplanten Pkw-Maut
ID: 1187723
dem Staat Einnahmen in Höhe von bis zu 700 Millionen Euro bescheren -
wenn es nach den Prognosen des Bundesverkehrsministeriums (BMVI)
geht. Eine aktuelle Stellungnahme, die der Verkehrswissenschaftler
Ralf Ratzenberger im Auftrag des ADAC erstellt hat, zeigt jedoch,
dass mehrere Annahmen des BMVI in entscheidenden Punkten nicht
plausibel und die erwarteten Einnahmen unrealistisch sind.
Ratzenberger selbst geht von Maut-Einnahmen in Höhe von etwa 262
Millionen Euro aus. Abzüglich der Verwaltungs- und Erhebungskosten in
Höhe von etwa 300 Millionen bliebe von den Einnahmen nichts übrig.
Mit der von Bundesverkehrsminister Dobrindt geplanten
Infrastrukturabgabe sollen nur ausländische Pkw-Fahrer zur Kasse
gebeten werden, deutsche Autofahrer ihre Abgabe hingegen über eine
entsprechend reduzierte Kfz-Steuer zurückerstattet bekommen.
Maßgeblich für die große Differenz zwischen beiden
Einnahme-Prognosen sind die unterschiedlichen Annahmen, wie viele
ausländische Pkw von einer Maut betroffen wären - laut Ratzenberger
eine Schlüsselgröße für die Erstellung der Prognose. Das BMVI geht
von 16 Millionen ausländischen Pkw aus, die pro Jahr durchschnittlich
achtmal die deutsche Grenze passieren. Demgegenüber rechnet
Ratzenberger mit 6,7 Millionen Autos, die durchschnittlich 18,9-mal
einfahren. Obwohl das Verkehrsministerium und Ratzenberger bei der
Zahl der Vignettenkäufe pro Pkw nahezu gleichauf liegen - das BMVI
nimmt 1,5 Käufe pro Pkw an, Ratzenberger 1,4 - ergibt sich daraus ein
deutlicher Unterschied bei der Gesamtzahl der verkauften Vignetten.
Hier kalkuliert das Ministerium mit 23,9 Millionen, der
Verkehrswissenschaftler Ratzenberger mit 9,3 Millionen Vignetten. Bei
einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 30,7 Euro je Vignette, den
das BMVI zugrunde legt, ergeben sich theoretisch Einnahmen von 732,5
Millionen Euro. Abzüglich eines sogenannten Sicherheitsabschlags von
fünf Prozent blieben laut BMVI-Berechnung 696 Millionen Euro übrig.
Ratzenberger geht von einem durchschnittlichen Preis von 28,2 Euro je
Vignette aus und kommt somit auf ein Gebührenaufkommen von 262
Millionen Euro.
Der ADAC sieht die vorgesehene Einführung der Infrastrukturabgabe
weiterhin kritisch. Zum einen ist - wie Ratzenberger zeigt - kaum mit
relevanten Zusatzeinnahmen zu rechnen. Zum anderen bestehen
erhebliche Zweifel daran, ob das Kfz-Steuer-Entlastungsgesetz
EU-kompatibel ist, da es die deutschen Autofahrer begünstigt. Zudem
findet sich im Gesetzentwurf bislang kein Hinweis darauf, dass die
möglichen Einnahmen zweckgebunden für die Straßeninfrastruktur
verwendet werden müssen. Der Verkehrsausschuss des Deutschen
Bundestags befasst sich am heutigen Mittwoch in einer öffentlichen
Anhörung mit der Frage möglicher Einnahmen durch die geplante
Infrastrukturabgabe.
Pressekontakt:
ADAC Öffentlichkeitsarbeit
Externe Kommunikation
Andreas Hölzel
Tel.: +49 (0)89 7676 5387
E-Mail: andreas.hoelzel@adac.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.03.2015 - 09:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1187723
Anzahl Zeichen: 3362
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Auto & Verkehr
Diese Pressemitteilung wurde bisher 185 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Experte: Mautprognose des Bundesverkehrsministeriums ist nicht plausibel / Stellungnahme des Verkehrswissenschaftlers Ralf Ratzenberger bestätigt Zweifel an Einnahmenhöhe der geplanten Pkw-Maut"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ADAC (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Spritpreise sinken, aus Sicht des ADAC aber nicht deutlich genug. Wie die aktuelle Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 1,981 Euro. Gegenüber der Vorwoche ist dies ein Minus von 2,7 Cent. Für Diesel-Kraftstoff müssen d
Sechs Mal die Note gut im ADAC Kindersitztest / 26 Produkte für unterschiedliche Altersklassen / Vier Sitze nicht empfehlenswert / Positive Entwicklung bei Umweltschadstoffen ...
Den größten Teil der Zeit bis zur Volljährigkeit benötigt ein Kind im Auto einen Kindersitz. Die Vielfalt der Hersteller und der Konzepte für die Sitze wird immer größer, weshalb der ADAC gemeinsam mit der Stiftung Warentest zwei Mal im Jahr Produkte für alle Altersklassen testet. Neben den
ADAC Stauprognose: 29. bis 31. Mai / Volle Straßen Richtung Süden / Brenner-Sperrung verschärft Verkehrslage ...
Am letzten Maiwochenende müssen sich Autofahrer auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Zwar ist kein Feiertag, doch die Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg sorgen für ein hohes Reiseaufkommen in Richtung Alpen, Österreich, Italien, Kroatien und Südfrankreich. Auch die Nord-
Weitere Mitteilungen von ADAC
General Tire - Der Spezialist für 4x4-Reifen ...
/ Fort Mill, SC, USA, 18.03.2015 - . - General Tire ist bekannt als Reifenmarke für SUV und Geländegänger - Mit den Grabber-Produkten GT, AT und MT deckt die Marke sehr unterschiedliche Ansprüche auf hohem Niveau ab Reifen für SUV und Geländeeinsätze sind traditionell
Eigene General Tire Teststrecke in Uvalde, Texas:Über 55 Jahre Sicherheitsgewinn ...
/ Fort Mill, SC, USA, 18.03.2015 - . - Seit 1959 werden in Texas Reifen getestet - fünf Millionen Kilometer im Jahr - General Tire feiert 100 Jahre mit Promotion-Tour durch Europa und steuert dabei recht ungewöhnliche Orte an Die traditionsreiche amerikanische Reifenmarke G
Kostenfallen sicher umkurven: zehn Tipps zur Mietwagenbuchung ...
Bei Buchung auf ausreichenden Versicherungsschutz, Tankregelung und zusätzliche Kosten achten / Bei Abholung keine Upgrades aufdrängen lassen, Wagen und Vertrag genau kontrollieren und Schäden dokumentieren CHECK24.de hat zu Beginn der Urlaubssaison 2015 die wichtigsten Informationen für e
Bröckelnde Brücken, fallende Umsätze / 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro" über das Elend mit den maroden Autobahnbrücken / Wirtschaft braucht gute Verkehrswege ...
Freitag, 20. März 2015, 21.00 Uhr, 3sat Erstausstrahlung Wenn alles gut läuft, wird die Schiersteiner Brücke zwischen den Landeshauptstädten Wiesbaden und Mainz Ende März zumindest teilweise wieder befahrbar sein. Die wichtige Verkehrsschlagader im Rhein-Main-Gebiet wurde wegen Einsturz




