NOZ: Interview mit Vitali Klitschko, Kiews Bürgermeister
ID: 1191113
hinaus ganz Europa
Kiewer Bürgermeister wirft Russland Diebstahl aus Industrieanlagen
vor - Angst um sein Leben - Aufruf zu schärferen Sanktionen
Osnabrück.- Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wirft Russland
vor, über die Ukraine hinaus ganz Europa zu bedrohen. In einem
Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag)
bezeichnete Klitschko sein Land "als Vorposten, der die Aggression
Russlands im Herzen Europas zurückhält". Der Parteivorsitzende der
prowestlichen ukrainischen Partei UDAR und frühere Profiboxer fügte
hinzu: "Wenn die Ukraine diesen Kampf um seine europäische Zukunft
verliert, dann verliert ganz Europa. Das müssen wir alle verstehen."
Klitschko forderte in diesem Zusammenhang die Lieferung von
Verteidigungswaffen und finanzielle Hilfen.
Auf die Frage, ob er um seine Sicherheit fürchten müsse,
antwortete Klitschko: "Ich bekomme regelmäßig Drohungen." Das bedeute
aber nicht, dass er sich mit einer Menge von Sicherheitsleuten
umgebe. Auch besuche er Veranstaltungen wie Fußballspiele und
Konzerte und gehe auf öffentliche Plätze. Der russischen Regierung
warf der ukrainische Politiker vor, Ausrüstung aus strategisch
wichtigen Industrieanlagen aus dem Osten der Ukraine nach Russland zu
transportieren. Er kündigt an, diesen "Diebstahl" werde die Ukraine
vor einem internationalen Gericht anzeigen.
Russland versuche, mit Einschüchterung und Panikmache die
Situation in der Ukraine zu destabilisieren und wolle mit allen
Mitteln die Entwicklung zu einem europäischen, demokratischen Land
verhindern. Klitschko forderte deshalb noch härtere Sanktionen gegen
Russland und erklärte, die Ukraine sei an einer friedlichen,
diplomatischen Lösung im Osten des Landes interessiert. Die
Separatisten hielten sich aber nicht an das Minsker Abkommen zum
Waffenstillstand. Während die Ukraine schwere Waffen abgezogen habe,
feuerten die Rebellen weiterhin Raketen auf Städte und Dörfer.
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Datum: 25.03.2015 - 12:09 Uhr
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