ÖPNV der Zukunft: Per App mobil im Alter
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Generation: An diesem Aktionstag stehen die Belange von Senioren im
Mittelpunkt - samt der speziellen Herausforderungen ihres Alltags.
Dazu zählt auch die Nutzung neuer Mobililtätskonzepte. Wie ältere
Menschen dank innovativer Lösungen beweglich bleiben, zeigt das
Projekt "Mobia - Mobil bis ins Alter" der Saarbahn. Via
Smartphone-App vermittelt es Mobilitätslotsen, die beispielsweise
beim Ein- und Aussteigen in Bus und Bahn behilflich sind. Manfred
Backes, Mitinitiator des Projektes, das zu den Preisträgern des
Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" gehört, über
zentrale Erkenntnisse, künftige Schritte - und warum "Mobia" kein
Umzugsservice ist.
Erst war es ein Feldversuch mit begrenztem Teilnehmerkreis. Nun
ist daraus ein dauerhafter Service geworden: Seit März 2015 steht
"Mobia - Mobil bis ins Alter" nun allen mobilitätseingeschränkten
Fahrgästen der Saarbahn zur Verfügung. "Insbesondere ältere und
mobilitätseingeschränkte Fahrgäste haben häufig Vorbehalte, den ÖPNV
zum Beispiel für eine Fahrt zum Arzt zu nutzen", sagt Manfred Backes,
Generalbevollmächtigter Saarbahn GmbH. "Mit der Integration von
'Mobia' in unser Angebot bieten wir eine niedrigschwellige Lösung für
dieses Problem an."
Die "helfende Hand" im Nahverkehr - aber nicht für den Umzug
Die Idee von "Mobia" ist schnell erklärt. Via Smartphone-App
lassen sich Mobilitätslotsen zu einer bestimmten Uhrzeit an eine
bestimmte Haltestelle bestellen. Sie helfen beispielsweise beim
Einsteigen mit dem Rollator oder beim Kauf einer Fahrkarte. Wie gut
das funktioniert, zeigt das Beispiel einer etwa 70-jährigen Dame:
"Bereits nach einer kurzen Erklärung hat sie problemlos via
Smartphone für sich und ihren Mann einen Mobilitätslotsen zum
gewünschten Ort bestellt", so Backes. "Das hat uns sehr überrascht
und begeistert". Eine solche Technikaffinität lässt sich jedoch nicht
automatisch voraussetzen: "Da bislang nur eine Minderheit der
Generation 70 plus ein Smartphone besitzt und sicher damit umgehen
kann, haben wir zusätzlich eine Hotline eingerichtet, um Lotsen auch
telefonisch buchen zu können." Sie sind allerdings in erster Linie
als "helfende Hand" im ÖPNV gedacht: "Als eine Frau einen
Mobilitätshelfer buchen wollte, damit er ihr beim Umzug hilft,
konnten wir ihr diesen Wunsch leider nicht erfüllen", sagt Backes
schmunzelnd.
"Die öffentlichen Mobilitätsangebote zukunftsfest machen"
Die Erfahrungen aus dem Feldversuch zeigen, dass die Teilnehmer
den neuen Service etwas häufiger per Telefon als per App (1) nutzen.
Für Mitorganisator Backes ist dies jedoch allenfalls eine Randnotiz:
"Wir befinden uns aktuell in einer Art Übergangszeit. In zehn Jahren
wird der Umgang mit Smartphone & Co auch für Senioren noch
selbstverständlicher sein." Wichtiger als über neue Buchungswege zu
diskutieren, sei die konsequente Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots
für ältere Fahrgäste: "Es geht darum, die öffentlichen
Mobilitätsangebote zukunftsfest zu machen. Das heißt: Wir müssen
Services und die Infrastruktur so gestalten, dass alle Personen Bus
und Bahn ohne Hindernisse nutzen können", sagt Backes. "Dabei werden
technikgestützte Lösungen an Bedeutung gewinnen."
Clevere Vernetzung für wegweisende Lösungen
Diese Einschätzung teilt auch Dr. Ralf Bremer, Leiter politische
Kommunikation Google Deutschland und Mitglied im Fachbeirat des
Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen": "Services wie
die 'Mobia'-App zeigen exemplarisch das soziale Potenzial digitaler
Technologien. Durch clevere Vernetzung entstehen hier neue Angebote,
die dazu beitragen, dass Menschen über alle Altersgrenzen hinweg
länger mobil bleiben." Dazu möchte auch "Mobia" künftig einen
wichtigen Beitrag leisten - das Projekt soll ausgebaut und sogar auf
weitere Regionen ausgeweitet werden.
Bekanntgabe der Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs am 11.
Mai
Neue Mobilitätsangebote sind eins von zahlreichen Themen des
diesjährigen Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen".
Unter dem Motto "Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale
Welt", werden Projekte ausgezeichnet, die Digitalisierung und
Vernetzung in Deutschland vorantreiben und gestalten. Die
Bewerbungsphase des Wettbewerbs endete am 15. März, die Preisträger
werden am 11. Mai bekanntgegeben.
(1) Von 48 "Mobia"-Teilnehmern am Ende des Feldversuchs
(30.11.2014) nutzten 22 die vorgegebene Technik, 26 kontaktierten den
Service über Telefon.
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Datum: 31.03.2015 - 11:05 Uhr
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