Projekt 'Strukturbasierte Umweltbewertung von Chemikalien' erfolgreich abgeschlossen
Neue, kostenfreie Datenbank 'EstiMol' für Lebenszyklus-Hintergrunddaten wird am DBU-Stand auf der Hannover Messe vom 13. bis 17. April 2015 in der Halle 2, Stand B45 von der ifu Hamburg GmbH präsentiert.
Zusammenhang zwischen Molekülstruktur und Umweltauswirkungen
Indikatoren für Chemikalien können ermittelt werden, da es bei ihrer Herstellung einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Molekülstruktur und den verursachten Umweltauswirkungen gibt. An der ETH Zürich wurden neuronale Netze mit einer großen Anzahl hochqualitativer Datensätze trainiert. So können Aussagen über potenzielle Umweltauswirkungen getroffen werden, auch ohne spezifisches Wissen über den Herstellungsprozess.
"Das Tool liefert eine wertvolle komplementäre Sichtweise über die reine Stoff- und Mengensicht hinaus", erläutert Prof. Dr. Konrad Hungerbühler, Professor am Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften der ETH Zürich. "Molekülstrukturen sind die Sprache der Chemiker! Mit EstiMol ergibt sich eine massive Vereinfachung, weil auch die energetische Betrachtung mit eingeschlossen wird, etwas was bei Fokussierung auf stoffliche Umsetzung gerne vernachlässigt wird. EstiMol bietet damit einen ersten Einstieg in eine Lebenszyklus-Perspektive."
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Das Projekt 'Strukturbasierte Umweltbewertung von Chemikalien' baut auf die Vorarbeiten an der ETH auf und hatte u.a. zum Ziel, diese Daten einfacher zugänglich zu machen. Durch die automatisierte Auswertung von Molekülstrukturmerkmalen ließen sich 40 000 Substanzen berechnen.
Projektleiterin Mieke Klein von der ifu Hamburg GmbH erläutert: "Wir erhalten regelmäßig Anfragen nach Hintergrunddatensätzen, die es in den gängigen kommerziellen Datenbanken einfach nicht gibt".
Einschränkungen transparent kommunizieren
Bei allen Vorteilen, die die Methode bietet, gibt es auch Einschränkungen: Die untersuchten Chemikalien müssen petrochemischen Ursprungs sein und eine Reihe von Voraussetzungen der Molekülstruktur erfüllen. Deswegen haben lediglich 14 000 von 40 000 in der Datenbank enthaltenen Substanzen valide Ergebnisse. "Es handelt sich um eine Abschätzung, keinen vollwertigen Ersatz für Sachbilanz-Datenbanken", sagt Klein. "Es ist jedoch ein praktikabler Weg, mit den Datenlücken umzugehen, sei es um einen Wert zu erhalten oder um priorisieren zu können, welche Substanzen detaillierter untersucht werden sollten."
Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie, ergänzt: "Die EstiMol Datenbank bietet gerade für mittelständische Unternehmen eine einfache und praktikable Möglichkeit Umweltwirkungen von Chemikalien abzuschätzen".
Die Datenbank 'EstiMol' ist unter http://www.umberto.de/de/estimol/ kostenlos zugänglich.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 08.04.2015 - 13:57 Uhr
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