Von Molekülen zu OLEDs
ID: 1198165
Mainzer Forscher sagen Eigenschaften von OLEDs in Simulationen voraus
(Bildquelle:©AFM)(firmenpresse) - Mainz. Eine von Projektleiter Dr. Denis Andrienko geführte Forschungsgruppe am MPI-P (Theorie Gruppe unter Leitung von Prof. Kurt Kremer) hat Multiskalen-Techniken entwickelt, die es ermöglichen die makroskopischen Eigenschaften organischer Leuchtdioden (OLEDs) ausgehend von der chemischen Zusammensetzung vorherzusagen. Die Verbindung zwischen molekularer und makroskopischer Größenordnung wird durch eine Kombination von "Coarse-Graining" mit einem effizienten Simulationsalgorithmus möglich (siehe Abbildung). Doktorand Pascal Kordt und Postdoktorand Dr. Jeroen van der Holst haben, zusammen mit anderen Entwicklern, die Implementierung dieser Ideen ausgeführt. Es können nun Elektronen- und Exzitonenbewegung in makroskopisch großen, OLED-Schichten simuliert werden, d.h. Schichten von ca. 100 Nanometern. Die Methoden sind in der wissenschaftlichen Zeitschrift Advanced Functional Materials veröffentlicht, wo man den Artikel auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe findet.
Denis Andrienko erklärt den industriellen Nutzen der Software: "Moderne Handys nutzen bereits OLED (AMOLED)-Displays, OLED-Fernseher kommen auch bereits auf den Markt. Dennoch werden in der Forschung nach neuen Materialen diese oft einfach 'ausprobiert'. In unserem Ansatz können die Struktur der Materialien (Morphologie) sowie die Ladungsträgerbewegung darin systematisch vorhergesagt werden, ausgehend nur von der chemischen Strukturformel. Verglichen zu Experimenten ist so eine direkte Verbindung zwischen Chemie und Morphologie möglich." Seine Erwartung ist, dass diese computerbasierte Forschung in den kommenden Jahren stark wachsen wird, da sie Firmen viel Geld für die Synthese und Charakterisierung neuer Materialien sparen kann. Diese Erwartung wird vom Europäischen Forschungsrat und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geteilt, die das Projekt finanziell unterstützen (MESOMERIE, FKZ 13N10723).
Der Nobelpreis in Physik 2014 wurde für die Erfindung effizienter, blauer lichtemittierender Dioden (LEDs) an Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura verliehen. LEDs findet man als Anzeige in Weckern oder Unterhaltungselektronik, sie finden Verwendung in Taschenlampen oder in großen Displays, wo winzige rote, grüne und blaue LEDs einen Pixel formen und Millionen von Pixeln ein Bild. In jedem Pixel findet konstant die Rekombination von Elektronen mit ihren Gegenstücken (Löchern) statt. Dabei werden Photonen, die Elementarteilchen des Lichts erzeugt. In Abhängigkeit des verwendeten Materials haben diese Photonen verschiedene Energien, oder Wellenlängen, was die Farbe des Lichts bestimmt. Herkömmliche LEDs werden aus anorganischen Materialien hergestellt und zeichnen sich durch lange Haltbarkeit aus. Die ist bei organischen Halbleitern teilweise noch ein Problem, die jüngste Entwicklung zeigt jedoch, dass diese andere, vorteilhafte Eigenschaften mitbringen: extrem hohe Kontrastraten und die Möglichkeit gekurvte oder flexible Displays herzustellen.
Die Aufgabe von Computersimulationen ist es, die Suche nach passenden Materialien zu unterstützen. Selbst mit modernen Supercomputern ist es jedoch nicht möglich eine komplette OLED mit den Details aller Atome zu simulieren. Daher werden Multiskalensimulationen genutzt: zuerst werden die Eigenschaften eines einzelnen Moleküls auf quantenmechanischer Ebene berechnet. Anschließend wird ein klassisches Modell des Moleküls parametrisiert, dass dazu dient Systeme mehrerer Tausend Moleküle zu untersuchen. OLEDs sind jedoch aus Schichten in der Größenordnung von 100 Nanometern aufgebaut (Millionen von Molekülen). Im Softwarepaket VOTCA wird ein stochastisches Modell genutzt, dass die Verteilung relevanter mikroskopischer Eigenschaften (z.B. den Abstand zwischen Molekülen) nachbildet, und dann genutzt werden kann um eine komplette OLED zu simulieren.
Trotz eines klaren Plans für die Erforschung neuer OLED Materialien bleibt die Forschung immer spannend, da die Methoden und die Software ständig weiterentwickelt werden.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
organische-leuchtdioden
simulation
organische-halbleiter
pascal-kordt
jeroen-van-der-holst
denis-andrienko
kurt-kremer
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Ackermannweg 10
55118 Mainz
kordt(at)mpip-mainz.mpg.de
06131 379 0
http://www.mpip-mainz.mpg.de/Molekuelen_zu_OLEDs
Datum: 13.04.2015 - 16:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1198165
Anzahl Zeichen: 4131
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Stadt:
Mainz
Telefon: 06131 397 0
Kategorie:
Sonstiges
Diese Pressemitteilung wurde bisher 433 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Von Molekülen zu OLEDs"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Max-Planck-Institut für Polymerforschung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
ne synthesis out of single molecules Researchers from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) working with Xinliang Feng and Klaus Müllen succeeded in producing remarkably long, structurally well-defined and liquid-phase-processable graphene nanoribbons (GNRs). This newly developed
Graphensynthese aus einzelnen Molekülen geglückt ...
us einzelnen Molekülen geglückt Forschern des Max-Planck-Institutes für Polymerforschung (MPI-P) um Xinliang Feng und Klaus Müllen ist es gelungen, Graphenstreifen in bisher unerreichter Größe und mit definierter Struktur in Lösung herzustellen. Das neuartige Syntheseverfahren wurde im Fac
Weitere Mitteilungen von Max-Planck-Institut für Polymerforschung
LINDA AG startet Vorzugsaktienprogramm ...
Köln, 13.04.2015 - Die LINDA AG startet unter dem Motto "mitWIRken. mitWIRKUNG." ihr neues Vorzugsaktienprogramm. Ziel dieses Programms ist es, die MVDA/LINDA Gemeinschaft in einem noch größeren Maße am wirtschaftlichen Erfolg sowie an der Stabilität und Entwicklung der LINDA AG parti
Kulturdenkmal.de GmbH - Leipzig, Wirtschaftsmotor der Region ...
Die Stadt bietet Kapitalanlegern, Investoren und Eigennutzern ein geradezu ideales Terrain für ihre geschäftlichen Aktivitäten. Leipzig hält für Unternehmen zukunftsträchtige Standorte bereit, die mit einer idealen Infrastruktur verbunden sind. In den letzten Jahren fanden immer mehr große Un
JRC Capital Management Consultancy & Research GmbH KW 16 ...
Fundamentaler Ausblick Mit Beginn der Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank geriet der Euro unter Druck. So auch gegenüber dem Kanadischen Dollar. Im Fokus der anstehenden Woche liegt klar der Mittwoch, an welchem die Notenbanken beider Länder Zinsentscheidungen treffen werden. Z
Honig vom Imker aus der Region immer beliebter ...
Quelle: Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. "Fast zwei Drittel aller Verbraucher essen regelmäßig Honig Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums - Erhalt der Artenvielfalt ist für die meisten Deutschen ein wichtiges Ziel Fast zwei Dri




