Ölpreis: Gewinner und Verlierer / Coface aktualisiert Branchenbewertungen: Chemie rauf, Energie runter
ID: 1201932
die Kreditrisiken der Unternehmen. Unter den 14 Branchen, die Coface
regelmäßig bewertet, gibt es aktuell einen Gewinner: Chemie in
Europa. Und einen Verlierer: Energie in Nordamerika. Entsprechend hat
Coface die Bewertungen herauf- bzw. herabgesetzt.
Nach der deutlichen Verbesserung der Branchenrisiken in
Nordamerika Ende 2014, als drei Branchen (Textil und Bekleidung,
Transport, Chemie) wieder in die Kategorie "niedriges Risiko" kamen,
hat Coface nun in Folge des Preisverfalls für Rohöl den Energiesektor
in "mittleres Risiko" herabgestuft. Die Branche arbeitet in
Nordamerika im Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage.
Die Förderung von Schieferöl und Erdöl steigt weiter, während sich
die Preise seit Sommer 2014 halbiert haben. Da die Förderkosten für
nicht-konventionelles Öl mit im Schnitt 50 bis 70 US-Dollar je Barrel
hoch bleiben, gehen die Investitionen zurück. Betroffen sind auch die
Auftragnehmer der Ölindustrie. "Obwohl die Auswirkungen auf die
Risikosituation der Unternehmen nicht ganz einheitlich sind, sind
doch alle Branchenbeteiligte betroffen. Denn der Rohölpreis bestimmt
letztlich die Margen sowohl für Produzenten wie für Verarbeiter",
erklärt Coface-Volkswirt Guillaume Baqué.
"Wenn es eine Branche gibt, die ganz klar von den niedrigen
Ölpreisen profitiert, dann ist das der Chemiesektor in Europa", heißt
es in einem neuen Panorama von Coface. Die Kostenersparnis hilft, den
Vorsprung der US-Wettbewerber, die mit "niedrigem Risiko" bewertet
werden, zu verringern und die Gewinne zu verbessern. Die Abwertung
des Euro im Verhältnis zum US-Dollar begünstigt Exporte der
europäischen Chemiefirmen und trägt so ebenfalls zur Verbesserung der
Situation bei. Aufgrund dieser positiven Faktoren hat Coface die
Chemiebranche in Europa in "mittleres Risiko" heraufgestuft.
Pressekontakt:
Coface, Niederlassung in Deutschland
Pressesprecher Erich Hieronimus
Tel. 06131/323-541
erich.hieronimus@coface.com
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Datum: 21.04.2015 - 12:41 Uhr
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