Ein Rehkitz als letzte Liebe
Ausstellung mit Werken von Lambert Maria Wintersberger zum Thema
„Kraft - Form - Figur“ in Kirchheim eröffnet.
Mit dem 72-Jährigen war einer der ganz großen Maler des 20. Jahrhunderts verstorben, einer der Malergenerationen beeinflusst hat. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen widmete Lambert Maria Wintersberger bereits 2006 eine große Retrospektive. Durch die erste Schau nach seinem Tod erweist nun das Haus in Kirchheim dem Maler posthum die Ehre mit teils großformatigen Bildern aus dem Nachlass Wintersberger und mit Werken verschiedener Leihgeber. Zu sehen sind einige der „Verletzungsbilder“ aus den 60-er Jahren. Diese überlebensgroßen Arbeiten, in denen weiche, geschmeidige Formen und augenschmeichelnde Farbtöne den brutalen, Gewalt thematisierenden Inhalt konterkarieren, machten den Künstler, der einige Jahre in Stuttgart lebte, berühmt. Monströs überdimensionierte Körperteile wie Finger und Daumen werden mit Nagelzangen, Schraubzwingen und Klammern malträtiert.
Aber auch zwei der geheimnisvollen Pilzbilder sind da, ebenso wie Porträtbilder, die selten oder nie in der Öffentlichkeit gezeigt werden sowie Bronzeskulpturen und ganz späte, fast sentimentale Zeichnungen, in denen er seine letzte Liebe festhielt, ein Rehkitz, das ihm zugelaufen war.
„Er war ungeheuer wichtig. Ach was, er war der Beste“, soll der legendäre Stuttgarter Galerist Hans-Jürgen Müller über Wintersberger gesagt haben, verriet Dietmar Ederle, Regionaldirektor der Kreissparkasse Kirchheim, in seiner Begrüßungsrede. Doch man muss den Sog dieser wilden und rauschhaften Bildwelten aushalten können. Sie sind laut Kunstexperte Wall voller Rätsel und Symbole, die für Tod und Leben, für Lust und Verführung stehen: entblößte Frauenkörper, Salamander, Fruchtbarkeitsgötter.
Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist das Ölbild „Paradies“, zweieinhalb auf drei Meter groß. Wer Urlaubsromantik auf diesem prachtvollen Karibikbild erwartet, sieht sich laut Tobias Wall mit ganz unterschiedlichen Motiven konfrontiert: „kraftvoll aber auch verstörend, das Abendlicht, eine sonderbare Farbstimmung, mildes Ocker mit grellem Rot, eine Palmallee in dreckigem Grün, dazwischen posieren Gestalten, eine aufreizende Blondine, eine Schwarze, die auf einem großen Fisch balanciert mit einem Männerkopf unter dem Arm …“. Man erkennt die Motive. Doch die Zusammenhänge bleiben rätselhaft: Paradies oder Inferno? Auf jeden Fall sehenswert.
Die Ausstellung ist bis 30. Oktober in der Galerie der Kreissparkasse Kirchheim, Alleenstraße 160, zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.
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Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen: Finanzdienstleistungen und mehr ...
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Angebotsspektrum für Privat- und Unternehmenskunden
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Als Regionalbank mit weit überregionaler Bedeutung betreut die Kreissparkasse 291.965 Privat- und Geschäftsgirokonten sowie 267.263 Spar- und Termingeldkonten. Die Kreissparkasse hat das dichteste Filialnetz im Kreis. Darüber hinaus gibt es Kompetenzcenter für Unternehmenskunden, Vermögensmanagement sowie Immobilien- und Baufinanzierung. Mit 1.555 Mitarbeitern ist die Kreissparkasse einer der größten Arbeitgeber im Landkreis, zudem mit derzeit 106 Auszubildenden einer der großen kaufmännischen Ausbildungsbetriebe.
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In der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens spiegelt sich ein gutes Stück gewachsenen gesellschaftlichen Wohlstands wider. Deshalb fühlt sich die Kreissparkasse über ihre rein unternehmerische Leistung hinaus auch zu ideellem Engagement verpflichtet. Aus Mitteln der "Stiftung Kreissparkasse" werden soziale, kulturelle, sportliche und wissenschaftliche Vorhaben unterstützt; das hilft, die Lebensqualität der Menschen im Kreis Esslingen zu verbessern. Die "Bildungsstiftung der Kreissparkasse für den Landkreis Esslingen" fördert innovative, zukunftsorientierte Projekte aus Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Forschung. Doch das Engagement geht noch weiter: Mit Ausstellungen und Konzerten, Vortragsveranstaltungen und Diskussionen wird der Dialog mit den Menschen in der Region gepflegt. Das breit gefächerte Angebot findet viel Interesse beim Publikum und ist unverzichtbar geworden als Bereicherung des kulturellen Lebens im Landkreis.
Christa Müller
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Datum: 21.04.2015 - 15:41 Uhr
Sprache: Deutsch
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