'Chance verpasst, die tödlichen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren'
ID: 1203871
"Chance verpasst, die tödlichen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren"
Zum Ergebnis des EU-Gipfels erklärt Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland:
"Auf dem EU-Gipfel wurde viel von der Rettung von Menschenleben gesprochen, aber wenig dafür getan. Der Beschluss ist ein weiteres Aussitzen der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und wird in den nächsten Monaten viele weitere Menschenleben kosten.
Der Beschluss der EU-Regierungschefs ist nicht das erhoffte und dringend nötige Rettungsprogramm für schiffbrüchige Flüchtlinge und Migranten. Er ist eine weitere Auflage eines Grenzschutzprogramms und dient vor allem der Abschottung.
Noch kurz vor dem Gipfel sagte Angela Merkel, es gehe an allererster Stelle "darum, Menschenleben zu retten und dazu auch die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen". Und auch im Beschluss heißt es: "Unsere unmittelbare Priorität ist es zu verhindern, dass mehr Menschen auf See sterben." (Our immediate priority is to prevent more people from dying at sea.) Gemessen an dieser Zielvorgabe ist der Beschluss des Gipfels eine glatte Themaverfehlung.
Die beschlossene Verdreifachung des Etats für die Frontex-Operationen 'Triton' und 'Poseidon' ist keine Antwort auf die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer. Darauf, das Einsatzgebiet von 'Triton' zu erweitern, konnte sich der Gipfel nicht einigen. Die wäre aber dringend notwendig, wenn wirklich die Rettung von Menschenleben an erster Stelle stehen soll. Das zeigt, dass die Frontex-Operationen weiterhin vor allem den Auftrag der Grenzsicherung haben, nicht der Seenotrettung.
Was wir brauchen, ist eine europäische Operation, die ganz auf Seenotrettung eingestellt ist. Sie muss ein viel größeres Einsatzgebiet haben als Triton und mit mehr und den richtigen Schiffen, Hubschraubern, Flugzeugen und Personal ausgestattet sein.
Die italienische Marine steht bereit, eine Operation wie ?Mare Nostrum? innerhalb von 72 Stunden zu starten. ?Mare Nostrum? wieder aufzunehmen, das wäre die richtige Sofortmaßnahme gewesen, bis eine gemeinsame europäische Seenotrettung aufgebaut ist.
Der Gipfel hat die Chance verpasst, die tödlichen Fehler der Vergangenheit grundlegend zu korrigieren. Die Regierungschefs haben die Chance verpasst, eine gemeinsame Seenotrettungsoperation einzurichten, die den Namen verdient und die der humanitären Katastrophe im Mittelmeer angemessen ist.
Wir brauchen mehr Seenotrettung, nicht mehr Grenzschutzmaßnahmen. Es ist peinlich und beschämend, dass sich die reichen EU-Staaten weder auf eine gemeinsame Seenotrettung noch auf eine koordinierte Aufnahme der geretteten Flüchtlingen einigen konnten."
Für weitere Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.
Kontakt:
AMNESTY INTERNATIONAL
Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Pressestelle
Zinnowitzer Straße 8
10115 Berlin
T: +49 30 420248-306
F: +49 30 420248-330
mailto:presse@amnesty.de
PresseKontakt / Agentur:
AMNESTY INTERNATIONAL
Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Pressestelle
Zinnowitzer Straße 8
10115 Berlin
T: +49 30 420248-306
F: +49 30 420248-330
mailto:presse(at)amnesty.de
Datum: 24.04.2015 - 13:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1203871
Anzahl Zeichen: 3343
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 441 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"'Chance verpasst, die tödlichen Fehler der Vergangenheit zu korrigieren'"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Amnesty International (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Der Amnesty-Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart verschärfte Menschenrechtskrise - Politik der US-Regierung ist systematischer Angriff auf die Menschenrechte - Zivilbevölkerung in Iran ist doppelt bedroht - Forderung an deutsche Bundesregierung: Nicht zur Komplizin autor
Amnesty Report 2024/25: Staatengemeinschaft versagt in der globalen Menschenrechtskrise ...
- Der Amnesty-Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte weltweit offenbart verbreitete Missachtung von Rechtsstaatlichkeit und zunehmend brutales Vorgehen gegen Kritiker*innen und unliebsame Personen - US-Präsident Trumps erste 100 Tage im Amt haben negative Entwicklungen der vergangenen Jahre wei
Amnesty-Jahresbericht 2023/24: Gewalt, Hass und Doppelstandards bedrohen in weiten Teilen der Welt die Menschenrechte ...
Ob in bewaffneten Konflikten oder bei der Unterdrückung unliebsamer Stimmen - eine weit verbreitete Missachtung der universellen Menschenrechte setzt die Zivilgesellschaft und die internationale Rechtsordnung unter Druck. Zu diesem Schluss kommt Amnesty International im neuen Jahresbericht zur Lage
Weitere Mitteilungen von Amnesty International
Superfan Jürgen blickt für Austria Trend Hotels „ganz persönlich“ hinter die Song Contest-Kulissen - null - BILD ...
Der 60. Eurovision Song Contest (ESC, 19.-23. Mai) in Wien kommt mit großen Schritten näher - und die Austria Trend Hotels, offizieller Partner der Events, geben ab sofort auf www.austria-trend.at/blog einen Blick hinter die Kulissen des Musikereignisses des Jahres. Für einzigartige Ein- und Quer
Wiedereröffnung des ersten Teilabschnitts der Besucherterrasse am Terminal 2 am 25. April 2015 ...
Erster Teilabschnitt von 700 Quadratmetern im neuen Look/Moderner und heller Empfangsbereich Am Samstag, dem 25. April wird ein erster Abschnitt der Besucherterrasse am Terminal 2 für Besucher wieder eröffnet. Der Aussichtsbereich selbst wurde saniert und auf etwa 700 Quadratmetern mit einem
Am 5. Mai ist der Tag der Begegnung! / Tolle Aktionen und Veranstaltungen in vielen deutschen Städten (FOTO) ...
"Mach mit beim Tag der Begegnung" lautet der Aufruf der Aktion Mensch für den 5. Mai, den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Bundesweit finden zahlreiche Veranstaltungen statt, organisiert von Vereinen und Verbänden - unterstützt von der Akt
Ein Sommer in Brandenburg Film von Johannes Unger, Meike Materne und Heike Hartung ...
Einen Sommer lang war ein Team des rbb mit einem alten Robur-Bus aus DDR-Produktion im Land Brandenburg unterwegs - auf der Suche nach außergewöhnlichen Orten, Menschen und ihren Geschichten. Das Tempo war gemächlich. Entstanden ist ein Roadmovie der besonderen Art, eine Erkundungsfahrt durch




