Energieeffizienz und sozial verträgliches Bauen schließen sich nicht aus
ID: 1205187
Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen - Die Untersuchung
"Kostentreiber für den Wohnungsbau" berücksichtigt keine steigenden
Energiekosten und Klimaeffekte - DUH fordert Bundesregierung auf,
umwelt- und sozial verträglichen Wohnungsbau zu unterstützen
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bezeichnet die kürzlich von der
Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) veröffentlichte
Studie "Kostentreiber für den Wohnungsbau" als Panikmache und
kritisiert deren Methodik als einseitig. Die Untersuchung kommt zu
dem Ergebnis, dass der sozial verträgliche Wohnungsbau in Gefahr sei
und benennt weitreichende staatliche Vorgaben im Neubau als Grund.
Nach Auffassung der DUH bezweckt die ARGE vor allem, Umweltstandards
im Neubau weitgehend abzubauen.
In ihrer Studie, die ein Bündnis aus Immobilien- und Bauverbänden
im Wohnungssektor letzte Woche an das Bundesumweltministerium
übergab, kommt die ARGE zu dem Schluss, dass staatliche Auflagen den
Wohnungsbau überproportional verteuert hätten und ein Bauen zu sozial
verträglichen Bedingungen unter diesen Umständen nicht mehr möglich
sei. Vor allem Vorgaben zur Energieeffizienz oder zur
Barrierefreiheit von Gebäuden würden die Kosten beim Neubau unnötig
in die Höhe treiben und stünden in keinem Verhältnis zur
durchschnittlichen Entwicklung der Lebenshaltungskosten, so das Fazit
der Untersuchung.
"Die Studie lässt vollkommen außer Acht, dass Mehrkosten für
energetische Effizienz durch langfristige Einsparungen bei
Energiekosten mehr als kompensiert werden können. Allein seit dem
Jahr 2000 war hier ein Anstieg um 40 Prozent zu beobachten. Die
Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden ist ein wichtiger
Baustein, um zukünftig zu erwartenden Preissteigerungen im
Energiebereich entgegenzutreten", so Sascha Müller-Kraenner,
Bundesgeschäftsführer der DUH. Gleichzeitig sei klar, dass ein
klimaneutraler Gebäudebestand in Deutschland nicht kostenneutral zu
erreichen ist. Nachdem die steuerliche Absetzbarkeit energetischer
Sanierung im Februar aufgrund von Differenzen zwischen Bund und
Ländern gescheitert ist, fordert die DUH die Bundesregierung erneut
auf, Förderprogramme aufzulegen, welche Investoren unterstützen
können sozial und umweltverträglich zu bauen.
Für Barbara Metz, Referentin für Energieeffizienz bei der DUH,
besteht ein weiteres Defizit der ARGE-Studie darin, dass sie die
positive Verknüpfung von Energieeffizienz und sozial verträglicher
Entwicklung im Wohnungsbau vernachlässigt. "Berechnungsansätze wie
eine Analyse der Lebenszykluskosten, bei denen auch die Kosten des
Energieverbrauchs in die Berechnung der Wirtschaftlichkeit mit
einbezogen werden, wurden in die vorliegende Studie leider nicht
aufgenommen, obwohl ein hoher Energiestandard mit klaren
Kostenvorteilen während der Betriebsdauer verbunden ist. Nur so
können verlässliche Aussagen über den Erfolg von energetischen
Auflagen getroffen werden", so Metz.
Aus Sicht der DUH spielt die Energieeffizienz eine zentrale Rolle
für die erfolgreiche Energiewende in Deutschland und die Erreichung
der Klimaschutzziele in 2020. Besonders dem Gebäudesektor kommt
aufgrund der Tatsache, dass er für etwa ein Drittel der
CO2-Emissionen verantwortlich ist, eine besondere Bedeutung zu.
Zusätzlich zu dem Recht auf Wohnraum darf die Bundesregierung deshalb
nicht die Rechte ihrer Bürger auf eine unbelastete Umwelt und
nachhaltige Energieversorgung aufs Spiel setzen.
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0160 90354509, E-Mail: mueller-kraenner@duh.de
Barbara Metz, Referentin Energieeffizienz
Tel.: 030 2400867-74, Mobil: 0170 7686923, E-Mail: metz@duh.de
Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de
DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe
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Datum: 28.04.2015 - 10:19 Uhr
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