"Mehrweg ist Klimaschutz": Breite Allianz für Mehrweg stellt Aktion zum umweltfreundlich

"Mehrweg ist Klimaschutz": Breite Allianz für Mehrweg stellt
Aktion zum umweltfreundlichen Getränkekauf vor

ID: 1205841
(ots) - Umwelt- und Verbraucherverbände sowie über 5.000
Getränkehändler, Brauereien, Mineralbrunnen und Fruchtsaftabfüller
antworten mit Informationskampagne auf Angriff der Einwegindustrie
auf das weltweit größte Mehrwegsystem - Klare Kennzeichnungsregelung
und Lenkungsabgabe sollen Trend zu Einweg stoppen

Mehrwegflaschen schonen natürliche Ressourcen, vermeiden
Verpackungsmüll und tragen zum Klima- und Umweltschutz bei.
Deutschland verfügt über das größte und vielfältigste Mehrwegsystem
der Welt. Das sind die Kernbotschaften der heute in Berlin
vorgestellten Kampagne "Mehrweg ist Klimaschutz". Gemeinsam mit mehr
als 5.000 teilnehmenden Partnern informiert die aus der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) und mehrwegorientierten Verbänden der
Getränkewirtschaft bestehende "Mehrweg-Allianz" im bereits neunten
Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher über die umweltschonenden
Eigenschaften von Mehrwegflaschen. Ziel der Initiative, die auch vom
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unterstützt wird, ist es,
Kundinnen und Kunden zu einem umweltbewussten Kauf von
Mehrwegflaschen und zum Verzicht auf umweltschädliche Getränkedosen
und Einweg-Plastikflaschen zu bewegen.

Das Getränke-Mehrwegsystem gerät durch den Vormarsch
unökologischer Einwegflaschen immer weiter unter Druck - nicht
zuletzt wegen des jüngsten Generalangriffs von Coca-Cola. Die
Mehrweg-Allianz setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt des
umweltfreundlichen Verpackungssystems ein. Das diesjährige
Kampagnenmotiv zeigt ein Kindergesicht mit Weltkarte, um dafür zu
sensibilisieren, dass auch nachfolgende Generationen eine lebenswerte
Umwelt haben sollen.

"Die Umweltminister Gabriel, Röttgen, Altmaier und nun Barbara
Hendricks haben jeweils eine schnelle
Einweg-/Mehrweg-Kennzeichnungsregelung angekündigt, aber nicht


geliefert. Bis heute warten wir auf einen verabschiedungsfähigen
Verordnungsentwurf. Wie soll eine glaubwürdige Klimaschutzpolitik
Fahrt aufnehmen, wenn nicht einmal eine klare Kennzeichnung
durchgesetzt wird? Die aktuelle Kriegserklärung von Coca-Cola an das
Mehrwegsystem macht deutlich, dass die Politik endlich handeln muss.
Wir brauchen zusätzlich eine Lenkungsabgabe in Höhe von 20 Cent auf
alle Einweggetränke so wie sie bereits seit 2004 zusätzlich zum
Einwegpfand auf Alkopops erhoben wird", kritisiert der
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und verweist auf die
jährlichen Einsparmöglichkeiten von über einer Million Tonnen CO2
durch die Nutzung von Mehrweg im Vergleich zur ausschließlichen
Nutzung von Einweg.

Günther Guder, der Geschäftsführende Vorstand des Bundesverbandes
des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. fordert die Politik auf,
Konsumenten durch eine Kennzeichnungsvorschrift auf dem Produkt bei
der klimafreundlichen Kaufentscheidung zu unterstützen, weil immer
noch rund die Hälfte aller Verbraucher Mehrweg- nicht von
Einwegverpackungen unterschieden kann. Er betont: "Regionale
Wirtschaftskreisläufe verursachen weniger Transporte und damit
weniger CO2-Emissionen. Der bewusste Griff zur Mehrwegflasche
unterstützt nachhaltige kleine und mittelständige Betriebe und
sichert bundesweit 170.000 Arbeitsplätze."

Der Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Deutschland
e.V., Roland Demleitner, erklärt: "Durch eine Lenkungsabgabe würden
Getränke in unökologischen Einweg-Getränkeverpackungen teurer, und
die Verbraucher würden auf das Angebot in Mehrweg ausweichen. Dadurch
würden vor allem regionale Produkte und die sie anbietenden kleinen
und mittleren Getränkehersteller gefördert, die Arbeits- und
Ausbildungsplätze in der Region schaffen und erhalten."

Der frühere Umweltstaatssekretär und Geschäftsführer der Stiftung
Initiative Mehrweg, Clemens Stroetmann, ergänzt: "Abfallvermeidung
ist nach der Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes keine
unverbindliche Wunschvorstellung, sondern Gesetzesbefehl. Seine
Befolgung in der Getränkewirtschaft setzt funktionierende
Mehrwegsysteme voraus. Mit bis zu 50 Wiederbefüllungen und einem
anschließenden hochwertigen Recycling sind Glas-Mehrwegflaschen seit
vielen Jahrzehnten ein Synonym für umweltfreundliche
Verpackungslösungen." Stroetmann tritt dem Argument der Einweglobby
entgegen, der Verbraucher selbst habe seine Wahl für Einweg schon
getroffen. "Das ist ein Märchen", sagt Stroetmann. In den meisten
Fällen habe der Verbraucher gar keine Wahl mehr zur Entscheidung,
weil nur Einweg angeboten werde. Er fordert deshalb vor allem den
Handel auf, diese Wahlfreiheit des Verbrauchers wiederherzustellen.

Dass immer noch einzelne Produktsegmente von der
Einwegpfandpflicht ausgenommen sind, kritisiert Sepp Gail,
Vorsitzender des Verbandes des Deutschen Getränke-Einzelhandels. "Für
Verbraucherinnen und Verbraucher ist noch immer nicht
nachvollziehbar, ob sie Mehrweg oder Einweg kaufen. Warum muss für
eine Plastikflasche mit Brause Pfand bezahlt werden und für dieselbe
Flasche mit Saft nicht?" Ausnahmeregelungen wie die für Säfte und
Nektare müssten gestrichen werden, da sie nicht mehr begründbar seien
und Getränke in Einwegverpackungen besser stellen.

Weitere Informationen sowie Informationsflyer und Druckvorlagen
für Poster finden Sie unter http://l.duh.de/mwk15.



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
Tel.: 030 2400867-0, Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Clemens Stroetmann, Staatssekretär a.D., Geschäftsführer Stiftung
Initiative Mehrweg
Tel.: 030 330083850, E-Mail: info@stiftung-mehrweg.de

Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes des
Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V., Mobil: 0172 2424950,
E-Mail: guder@bv-gfgh.de

Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien
Deutschland e.V.
Tel.: 06431 52048, Mobil: 0171 5311444,
E-Mail: info@private-brauereien-deutschland.de

Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen
Getränke-Einzelhandels
Tel.: 089 99884474, E-Mail: getraenkeverband@aol.com

Daniel Hufeisen, Pressesprecher DUH
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe

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Datum: 29.04.2015 - 10:05 Uhr
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