Südwest Presse: KOMMENTAR · SWP zur BAHN
Es geht nur um die Macht
ID: 1207152
ist nicht mehr nachzuvollziehen. Zwei Gewerkschaften ringen mit einem
Arbeitgeber - um was eigentlich? Ach ja, vordergründig um
Arbeitszeiten und Entlohnung. Aber hintergründig doch nur um die
Macht. Weshalb sonst weist die Lokführer-Gewerkschaft Tariferhöhungen
von 4,7 Prozent zurück und kündigt ab heute wieder Streiks an und
zwar "richtig lange", wie GDL-Chef Claus Weselsky angedroht hat? Es
geht ihm offenbar nicht um die Interessen der Lokführer, sondern
darum, den starken Max zu markieren. Ab 1. Juli gilt das Gesetz zur
Tarifeinheit, dann wird es für den ehrgeizigen GDL-Chef schwierig,
auch andere Berufsgruppen zu vertreten. Die Eisenbahnergewerkschaft
EVG macht auch keine bessere Figur. Sie kämpft für bessere
Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung der Zugbegleiter, auch ihr
reichte bisher kein Angebot aus. Fürchtet sie einen Machtverlust,
falls die GDL mehr herausholt? Nun hat die Bahn erneut eine
Schlichtung vorgeschlagen. Sie ist ein guter Weg, weil sie
Tarifkonflikte auf neutralen Boden holt. Immerhin will die GDL den
Vorschlag prüfen. Am besten prüft die EVG gleich mit - und zwar, ob
der Bieterwettbewerb mit der GDL gerechtfertig ist. Der Tarifstreit
trifft den Alltag vieler Menschen, schränkt deren Mobilität gewaltig
ein. Höchste Zeit also für eine Einigung oder, um im Bild zu bleiben,
allerhöchste Eisenbahn.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 03.05.2015 - 18:43 Uhr
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