Mobbing im Netz ernst nehmen
Berlin, 22. September 2009. Cybermobbing ist ein ernst zu nehmendes Thema. In England hat sich vergangene Woche eine 15 jährige Schülerin das Leben genommen, weil sie im Internet auf „Facebook“ und anderen sozialen Netzwerken mehrfach gemobbt worden sein soll. Das berichtete die britische Zeitung „The Times“ Auch in Deutschland werden laut einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau knapp fünf Millionen Schülerinnen und Schüler regelmäßig gemobbt. Die Initiative SCHAU HIN! rät Eltern, mit ihren Kindern über das Thema zu sprechen und gibt Tipps, wie man sich als Cybermobbingopfer wehren kann.
Am häufigsten werden die Kinder in den großen Pausen auf dem Schulhof Opfer von Gewalt oder Beleidigungen. Doch mit der immer größeren Verbreitung von neuen Technologien nimmt auch das Mobbing per E-Mail, Handy, Instant Messenger oder in virtuellen Internet-Chaträumen zu. 16,5 Prozent der Befragten wurden schon einmal Opfer von Cybermobbing Angriffen. Die Beleidigungen passieren in Chaträumen oder über Instant Messenger. Absen-der dieser Attacken sind meist die eigenen Klassenkameraden. Rechnet man die Zahlen hoch, so ist davon auszugehen, dass deutschlandweit rund 1,9 Millionen Schülerinnen und Schüler Opfer von Cybermobbing sind. Häufig werden Beleidigungen ausgesprochen oder Gerüchte über die Betroffenen verbreitet. Die Opfer leiden besonders, weil das Publikum unüberschaubar groß ist, sich die Inhalte rasend schnell verbreiten und der Terror nach der Schule über Computer und Handy im Kinderzimmer weitergeht.
Gerade beim Cybermobbing fühlen sich viele Betroffene hilflos. Die Opfer erfahren häufig nur über Umwege davon oder finden zufällig bloßstellende Fotos von sich im Netz. Das Löschen dieser Inhalte ist aufwendig und in vielen Fällen gar nicht mehr möglich.
Für Eltern ist es schwierig zu erkennen, ob ihr Kind gemobbt wird. Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf die Schikane aus dem Netz. Einige sind eingeschüchtert, beteiligen sich nicht mehr am Schulunterricht und ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere Kinder werden aggressiv oder krank. Häufig betrachten sich die Opfer als Versager. Sie halten sich für dumm und unattraktiv.
Die Initiative SCHAU HIN! rät Eltern, das Thema Cybermobbing aktiv bei den Kindern anzu-sprechen. Um Beleidigungen und Angriffe über moderne Medien zu vermeiden, sollten Kinder nicht zu viele Informationen über sich preisgeben. So sollte z.B. die Handynummer nur an Freunde oder Familienmitglieder weitergegeben werden.
Tipps für Eltern von Cybermobbing Opfern
Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind Opfer von Cybermobbing wurde, ist es vor allem wich-tig, schnell zu handeln.
1. Sprechen Sie mit Ihrem Kind
Kinder sollten wissen, dass sie sich bei Problemen an die Eltern wenden können. Gemeinsam können Sie dann den Ursachen auf den Grund gehen und Lösungen finden. Wichtig ist es auch, die Lehrer zu kontaktieren und die Eltern der Täter anzusprechen, um weiterem Mobbing zuvorzukommen.
2. Belege für Cybermobbing sichern
Eltern sollten einen Screenshot (Bildschirmaufnahme) der unerwünschten Fotos und Informa-tionen im Netz machen und sich Namen oder Nicknames (Spitznamen) der verantwortlichen Nutzer notieren. Wenn die Täter bekannt sind, sollten die Eltern der Täter mit den Belegen konfrontiert und aufgefordert werden, beleidigende oder verletzende Inhalte zu entfernen. Sinnvoll ist es auch, die Schule des Kindes anzusprechen, damit Cybermobbing im Unterricht zum Thema gemacht wird.
3. Inhalte löschen lassen
Wenn die Täter die Bilder oder Inhalte nicht freiwillig löschen, können Sie die Betreiber der entsprechenden Internetseiten auffordern, die beleidigenden und verletzenden Inhalte umgehend zu löschen. Bei Problemen hierbei können sich Eltern auch an Beschwerdestellen wie www.jugendschutz.net wenden.
4. Wenn nichts anderes hilft: Rechtliche Schritte einleiten
Sollten weder die Hinweise an die Eltern der Täter und die Schule noch der Hinweis an den Betreiber der Seite Erfolg haben, so können Sie bei massiven Eingriffen in die Persönlichkeit die verantwortlichen Nutzer bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im aktuellen SCHAU HIN! Medienratgber und im Themenflyer „Schutz der persönlichen Daten Ihrer Kinder im Netz“. Alle Materialien stehen unter www.schau-hin.info zum Download bereit oder können kostenlos unter der Telefonnummer 030-4000 599 59 oder der E-Mailadresse service@schau-hin.info bestellt werden.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
„SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. „SCHAU HIN!“ informiert Eltern über die Angebote moderner Medien, wie Fernsehen, Internet, Mobilfunk und Computerspiele, und gibt Hilfestellung für den kindgerechten Umgang mit Medien.
Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau hat 2009 unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold S. Jäger zum zweiten Mal nach 2007 eine Online-Befragung unter Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse in Deutschland durchgeführt. Mehr Informationen gibt es unter http://www.zepf.uni-landau.de/.
SCHAU HIN!
c/o komm.passion
Linienstraße 42
10119 Berlin
Wiebke Guelcibuk
Tel.: 030 4000 599 14
Fax: 030 4000 599 99
E-Mail: presse(at)schau-hin.info
Online: www.schau-hin.info
Datum: 22.09.2009 - 14:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 120731
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Kategorie:
Familie & Kinder
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 22.109.2009
Diese Pressemitteilung wurde bisher 331 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mobbing im Netz ernst nehmen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Initiative SCHAU HIN! (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Anmeldung in einem sozialen Netzwerk ist schnell gemacht. Doch den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken müssen Kinder erst erlernen. Für Kinder geeignet? Risiken sozialer Netzwerke Soziale Netzwerke basieren auf der Preisgabe und dem Austausch von persönlichen Informationen. Die Betr
Die Fußball WM der Frauen als Familienereignis ...
Der SCHAU HIN! WM Planer Der klassische Spielplan mit Raum für die Ergebnistipps der ganzen Familie ist nur der Anfang. Der SCHAU HIN! WM Planer bietet darüber hinaus noch jeder Menge Informationen, Empfehlungen und Tipps - von der Vorbereitung, über die einzelnen Spieltage bis zur Gestaltung vo
TV-Empfehlungen zu Ostern: So vermeiden Eltern den Streit ums Fernsehen ...
Das Fernsehen bietet in der Osterzeit viele spannende Filme, die mit der ganzen Familie angeschaut werden können. SCHAU HIN! stellt einige davon vor. In Zusammenarbeit mit der TV SPIELFILM gibt es täglich TV-Tipps für Kinder auf www.schau-hin.info. SCHAU HIN! TV-Tipps zur Osterzeit • Am K
Weitere Mitteilungen von Initiative SCHAU HIN!
Erstmals in Deutschland gibt es spezielle Produkte für die zweisprachige Kindererziehung ...
Die von mehrsprachigAufwachsen.de herausgegebenen Produktpaktete zur zweisprachigen Erziehung von Vorschulkindern gibt es nun auch in einer Preisfuchs-Version für Familien mit schmalem Geldbeutel. Es umfasst neben einem ausführlichen Begleitbuch für die Eltern und einem dreisprachigen Kinderbu
Bethanien Havelgarten übernimmt Patenschaft für Kinderspielplatz ...
Das Projekt "Raum für Kinderträume", initiiert durch das Bezirksamt Spandau in Berlin veranlasste den Bethanien Havelgarten dazu, eine Patenschaft für einen Kinderspielplatz am Spandauer Burgwall zu übernehmen. Ziel des Projekt ist es, die Spielplätze in Spandau sicher, sauber und at
Süße Düfte aus dem BonBonladen an der Ostsee ...
Süße Düfte aus dem BonBonladen an der Ostsee Ab sofort gibt´s die neuen Sorten Wer Zuckerl mag oder Drops, gerne in eine Tüte mit Böngern greift, zu Kamellen oder Leckerlis, der ist auf dem Gutshof Bastorf an der Ostsee in allerbesten Händen. Denn seit Ende Mai gibt es dort den „BonB
Neue Schaukeln am Schaukelweg in Breitenberg ...
Eingebettet in eine Natur, die ursprünglicher, aber auch charmanter kaum sein könnte, öffnet der Ferienort Breitenberg seine Pforten. Die wunderschöne Lage, nicht zuletzt aber auch die Fülle an Angeboten machen aus Breitenberg ein Reiseziel, das sich längst als lohnenswert herausgestellt hat.




