Gendermedizin: Frauen sind anders krank - Männer auch! (AUDIO)
ID: 1209199
Anmoderationsvorschlag: Immer intensiver beschäftigt sich die
Forschung mit der Gendermedizin, ein Fachbegriff für die Erforschung
und Behandlung von Krankheiten unter geschlechtsspezifischen
Aspekten. Marco Chwalek ist der Frage nachgegangen, warum man Frauen
und Männer unterschiedlich behandeln sollte, wenn sie krank sind:
Sprecher: Jahrhundertelang gab es fast ausschließlich einen
männlichen Blick auf die Medizin, schreibt das Apothekenmagazin
Diabetes Ratgeber. Dabei sind die Erkenntnisse über
Geschlechterunterschiede in manchen Krankheitsfällen so wichtig,
erklärt Chefredakteur und Internist Dr. Andreas Baum:
O-Ton Andreas Baum: 22 Sekunden
Bei Frauen und bei Männer, da können Krankheiten oft ganz
unterschiedlich verlaufen. Die Symptome können sich
geschlechtsspezifisch unterscheiden, und manchmal muss auch die
Behandlung eine andere sein. Nur ein Beispiel ist der Herzinfarkt.
Der sich bei Frauen häufig nicht mit den typischen Brustschmerzen
äußern kann, sondern mit Übelkeit, mit Kurzatmigkeit und vegetativen
Symptomen, und dass solche Zusammenhänge bekannt werden, das ist
natürlich sehr wichtig.
Sprecher: Brauchen Frauen denn andere Medikamente als Männer?
O-Ton Andreas Baum: 23 Sekunden
Nicht unbedingt andere Medikamente, aber auch hier gibt es
geschlechtsspezifische Besonderheiten, die berücksichtigt werden
müssen. Frauen verstoffwechseln Medikamente zum Beispiel anders als
Männer. Betablocker gegen Bluthochdruck zum Beispiel werden von
Frauen langsamer abgebaut. Und dazu kommt auch, dass Frauen öfter
Medikamente einnehmen, die die Gefahr von Wechselwirkungen bergen. So
kann zum Beispiel Johanniskraut gegen Depressionen die Wirksamkeit
der "Pille" abschwächen.
Sprecher: Reagieren Frauen auch anders auf Genussmittel als
Männer?
O-Ton Andreas Baum: 22 Sekunden
Im Schnitt rauchen Frauen ja weniger als Männer und trinken auch
weniger Alkohol. Andererseits sie vertragen Alkohol schlechter und
bekommen auch schneller Gesundheitsprobleme, zum Beispiel einen
Leberschaden. Und ähnlich ist es beim Rauchen. Frauen reagieren
womöglich empfindlicher auf die krebserzeugenden Stoffe im Tabak als
Männer. Das zeigt sich übrigens auch daran, dass Frauen in
Industrienationen inzwischen häufiger an Lungenkrebs als an
Brustkrebs sterben.
Abmoderationsvorschlag: Seien Sie mutig und hinterfragen Sie
eingefahrene Rollenvorstellungen, rät der Diabetes Ratgeber, denn nur
so kann jeder von uns die richtige Behandlung bekommen.
ACHTUNG REDAKTIONEN:
Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de.
Pressekontakt:
Ruth Pirhalla
Tel. 089 / 744 33 123
Fax 089 / 744 33 459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de
www.wortundbildverlag.de
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Datum: 07.05.2015 - 04:15 Uhr
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