Tarifeinheitsgesetz im Bundestag: Verfassungsbruch nicht zulassen!
ID: 1215574
Tarifeinheitsgesetz im Bundestag verabschiedet werden soll, hat der
dbb gemeinsam mit den anderen im Bündnis für Koalitionsfreiheit
zusammengeschlossenen Gewerkschaften die Abgeordneten noch einmal
aufgefordert, dem Gesetz ihre Zustimmung zu verweigern und keinen
Verfassungsbruch zuzulassen.
Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt warnte vor den
negativen Folgen des Gesetzes. "Eine gesetzlich verordnete
Zwangstarifeinheit greift in die grundgesetzlich geschützte
Koalitionsfreiheit ein, beschränkt das Streikrecht und bedroht
kleinere Gewerkschaften in ihrer Existenz. Das ist eindeutig
verfassungswidrig. Sollte das Gesetz also verabschiedet werden,
bleibt dem dbb keine Alternative: Dann legen wir umgehend
Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein", kündigte Dauderstädt an.
Neben dem Bündnis für Koalitionsfreiheit, zu dem dbb, Marburger
Bund, Deutscher Journalisten-Verband und Vereinigung Cockpit gehören,
waren auch andere Gewerkschaften sowie zahlreiche
Wirtschaftsfachleute und renommierte rechtswissenschaftliche Experten
zu der Einschätzung gelangt, der Gesetzentwurf sei grundgesetzwidrig.
Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte in seinem Jahresgutachten
2014/15 davor gewarnt, die Pluralität von Gewerkschaften per Gesetz
zu beschneiden. "Tarifpluralität, das haben die vergangenen Jahre
gezeigt, gefährdet keineswegs die Funktionsfähigkeit von
Tarifautonomie", sagte dbb Chef Dauderstädt. "Wir haben keine
Zersplitterung der Tariflandschaft in Deutschland."
Im Appell an die Bundestagsabgeordneten warnte das Bündnis für
Koalitionsfreiheit: "Durch das Gesetz würden die vorhandenen
geordneten Bahnen des Tarifpluralismus zerstört und die
Gewerkschaften in eine permanente Auseinandersetzung um betriebliche
Mehrheiten getrieben. Das schürt Unfrieden, wo bisher ein
kooperatives Miteinander oder gegenseitige Akzeptanz den
gewerkschaftlichen Wettbewerb bestimmen."
Das Bündnis forderte die Bundestagabgeordneten auf, "nicht
sehenden Auges einen Verfassungskonflikt einzugehen": "Verlagern Sie
nicht Ihre Verantwortung auf die Richter des
Bundesverfassungsgerichts. Verteidigen Sie mit uns gemeinsam unsere
Grundrechte. Lassen Sie keinen Grundrechtsbruch zu!"
Pressekontakt:
dbb - beamtenbund und tarifunion
Dr. Frank Zitka
Telefon: 030.4081-5510
Fax: 030.4081-5599
Email: zitka@dbb.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.05.2015 - 08:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1215574
Anzahl Zeichen: 2766
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gewerkschaften
Diese Pressemitteilung wurde bisher 381 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Tarifeinheitsgesetz im Bundestag: Verfassungsbruch nicht zulassen!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
dbb beamtenbund und tarifunion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der dbb erneuert seine Kritik am geplanten pauschalen Stellenabbau in der Bundesverwaltung. Der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD hat in seinen Beschlüssen vom 2. Juli 2026, wie bereits im Koalitionsvertrag, das Ziel von 8 Prozent pauschalen Personaleinsparungen genannt. Es gelte, die "
dbb: Rente muss auch in Zukunft den Lebensstandard sichern ...
Der Bericht der Rentenkommission enthält interessante Ansätze, teilweise sieht der dbb die Empfehlungen aber sehr kritisch. "Eine pauschale Erhöhung des Renteneintrittsalters lehnen wir ab. In vielen Berufen schaffen es die Kolleginnen und Kollegen gesundheitlich schon heute kaum bis zum re
dbb begrüßt Gesetzentwurf zur Beamtenbesoldung ...
"Damit hält Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sein Versprechen, das Thema zügig voranzubringen", sagte dbb-Chef Volker Geyer. Mehrere Urteile des Bundesverfassungsgerichts, zuletzt eines aus dem November 2025, hatten umfangreiche Reformen der Besoldung in Bund und Ländern nötig g
Weitere Mitteilungen von dbb beamtenbund und tarifunion
Weser-Kurier: Zur Bahn-Schlichtung schreibt Hans-Ulrich Brandt: ...
Den Streik abgebrochen, die Schlichter bestellt - kehrt endlich Sachlichkeit ein im Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL? Wird jetzt ernsthaft verhandelt, statt nur weiter verbal aufeinander einzudreschen? Das zu glauben fällt nach all den Streikwochen und gegenseiti
Allgemeine Zeitung Mainz: Pulverdampf / Kommentar zur Schlichtung bei der Bahn ...
Eine Schlacht ist geschlagen, doch der Krieg ist noch nicht vorbei. Zugegeben, eine martialische, aber nach den zermürbenden Monaten der Auseinandersetzung zwischen Bahn und Lokführer-Gewerkschaft GDL durchaus passende Wortwahl. Nun kommt sie also, die Schlichtung, dennoch kann es jederzeit wi
Mittelbayerische Zeitung: Leitartikel zum Lokführerstreik: Folgenreiche Machtprobe von Reinhard Zweigler ...
GDL-Streik, neunter Aufzug. Es herrscht auf vielen Bahnhöfen wieder aufgeregter Stillstand, vor allem der Frust von Fernreisenden, Pendlern und Menschen, die eigentlich mit der S-Bahn zur Arbeit fahren wollten. Der nunmehr neunte Streikaufguss der Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer zer
BERLINER MORGENPOST: Die nächste rote Kelle / Kommentar von Jochim Stoltenberg ...
Was erlauben Weselsky?! Streikrecht ist in der Demokratie ein hohes Gut. Doch wie der Chef der Lokführergewerkschaft GDL meint, damit umgehen zu dürfen, wird zunehmend zum politischen Skandal. Weil er sich seriösen Verhandlungen, die immer auf Kompromiss ausgerichtet sind, widersetzt und einer




