Dewes: "Die Botschaft der Schneider-Studie ist verheerend!"

Dewes: "Die Botschaft der Schneider-Studie ist verheerend!"

ID: 1218426
(ots) - BDZ-Bundesvorsitzender Dieter Dewes hat der These
des Linzer Wirtschaftsprofessors Friedrich Schneider widersprochen,
der gesetzliche Mindestlohn verleite zu mehr Schwarzarbeit. "Dessen
Studie gleicht einer Kaffeesatzleserei, weil sich nicht schlüssig
belegen und exakt voraussagen lässt, dass die Schattenwirtschaft
infolge des Mindestlohns in diesem Jahr - wie behauptet - um 1,5
Milliarden Euro wachsen wird. Der Untersuchung zufolge soll die Zahl
der Schwarzarbeiter 2015 um 30.000 auf rund 7,8 Millionen zunehmen.
Für die gesellschaftliche Akzeptanz des vom Zoll kontrollierten
Mindestlohns sei die Botschaft der Schneider-Studie verheerend, so
Dewes.

Die Zollgewerkschaft unterstrich, die starke Zunahme der
Beschäftigung zu niedrigen Löhnen in Deutschland und die Flucht in
die Schattenwirtschaft in den vergangenen Jahren sei für den
Gesetzgeber gerade der Anlass für das Mindestlohngesetz gewesen. Nach
Angaben des Statistischen Bundesamts hatten 2001 noch 17,4 Prozent
der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten für einen Lohn, der weniger
als zwei Drittel des Medianbruttolohnes betrug. 2010 erhielten
bereits 21,7 Prozent der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten einen
solch niedrigen Lohn.

Nach den bisherigen Erfahrungen bei der Kontrolle des Mindestlohns
durch den Zoll sieht Dewes keine Anzeichen für den nach der Studie
behaupteten Zusammenhang zwischen der Einführung des gesetzlichen
Mindestlohns und dem Wachstum der Schattenwirtschaft. Im Gegenteil,
das Fehlen eines Mindestlohns war in der Vergangenheit ein Anreiz,
einen Lohnunterbietungswettbewerb zwischen den Unternehmen auch zu
Lasten der sozialen Sicherungssysteme zu führen.

Auch vor dem Hintergrund, dass beim Zoll schon mehrjährige
Erfahrungen zu Branchenmindestlöhnen gesammelt werden konnten, seien
die in der Studie behaupteten Effekte nicht nachweisbar. Zwar werde


von Professor Schneider einschränkend festgestellt, dass die wie auch
immer gearteten 'Verwerfungen' durch den Mindestlohn moderat seien
und die Lohnuntergrenze auch positive Effekte auf den Arbeitsmarkt
habe. Es werde aber nicht erklärt, um welche Verwerfungen es sich
handele. Solange müssten die Zahlen in das "Reich der Spekulation"
verwiesen werden, erklärte der Zollgewerkschafter.

Auch kann Dewes die Aussage von Professor Schneider nicht
nachvollziehen, dass ein regional gestaffelter Mindestlohn
"ökonomisch schlauer" gewesen wäre. Nachdem gerade in Ostdeutschland
bei der Entlohnung ein Flickenteppich entstanden sei, sei es dem
Gesetzgeber zu Recht um eine flächendeckende Lösung gegangen, betonte
er. Im Hinblick auf die bis 2017 geltenden Übergangsregelungen
empfahl er, dem Mindestlohngesetz Chancen einzuräumen, positive
Wirkungen zu entfalten.



Pressekontakt:
BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft
Friedrichstraße 169-170
10117 Berlin
Telefon 030 - 40816600
Telefax 030 - 40816633
E-Mail: post@bdz.eu
Internet: www.bdz.eu

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Japan - neues Ziel für Work& Travel (FOTO)
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.05.2015 - 14:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1218426
Anzahl Zeichen: 3308

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Arbeit



Diese Pressemitteilung wurde bisher 198 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Dewes: "Die Botschaft der Schneider-Studie ist verheerend!""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BDZ - Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Weitere Mitteilungen von BDZ - Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft


Japan - neues Ziel für Work& Travel (FOTO) ...
Work & Travel hat sich im vergangenen Jahrzehnt für viele Jugendliche und junge Menschen zu einer echten Alternative für die Zeit zwischen Abitur und Studium entwickelt. Jetzt können Work & Traveller auch in einer neuen Trenddestination arbeiten und leben - in Japan. "Work an

Experiment e.V. vergibt Teilstipendien in Höhe von 2.000 Euro für Freiwilligendienste in 29 Ländern weltweit / Im Fokus: Westafrika ...
Westafrika erleben! In die vielfältige Kultur eintauchen, mit Einheimischen zusammen leben und arbeiten oder an den Wochenenden Ausflüge zu kulturellen Stätten und Nationalparks unternehmen - ein Freiwilligendienst in Ghana oder Benin mit der gemeinnützigen Austauschorganisation Experiment e.

SoVD-Jugend fordert Inklusionsoffensive ...
Am 30. Mai trifft sich die SoVD-Jugend in Berlin zur Konferenz "Chance Ausbildung - Für Alle!". Dazu erklärt der SoVD-Bundesjugendvorsitzende Sönke Franz: "Für benachteiligte junge Menschen stehen die Chancen am Arbeitsmarkt schlecht. Darüber kann die neue OECD-Studie zur

Porsche Consulting stellt 50 Frauen und Männer ein / Managementberatung sucht Experten mit Praxiserfahrung ...
Bis Jahresende will die Managementberatung Porsche Consulting GmbH 50 Frauen und Männer einstellen. Besonders gefragt sind bei der Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Bewerber mit einem sehr guten Studienabschluss in Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften. Darüber hinaus wird auf


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z