Der Global Peace Index 2015 enthüllt eine zunehmend geteilte Welt

Der Global Peace Index 2015 enthüllt eine zunehmend geteilte Welt

ID: 1225993
(ots) -
Friedfertigkeit in Europa erreicht einen historischen Höhepunkt

Der Nahe Osten befindet sich in einer immer tiefer werdenden
Gewaltspirale


- Die Auswirkung von Gewalt auf die Weltwirtschaft erreichte im letzten Jahr
14,3 Billionen US$ oder 13,4 % des globalen BIP, was der gesamten Wirtschaft von
Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und des Vereinigten Königreichs
entspricht.
- Viele OECD-Länder erreichten historisch hohe Friedensniveaus, vorangetrieben
durch die Senkung von Mordraten, die Höhe der Militärausgaben und von militärischem
Engagement.
- Island steht an der Spitze des Index als das friedlichste Land der Welt,
Syrien ist das am wenigsten friedliche.
- Der Frieden in der MENA-Region (Nahost und Nordafrika) steht nun an
niedrigster Stelle seit 2008, da die Region zum erstem Mal Schlusslicht des Index ist.
- Eine Zunahme terroristischer Aktivitäten weitete sich von der MENA-Region
nach Schwarzafrika aus mit dem stärksten verbuchten Zuwachs in Nigeria, Kamerun und
Niger.
- Die Intensität bewaffneter Konflikte nahm dramatisch zu, mit einer 3,5-fachen
Erhöhung der Anzahl an Todesopfern in weltweit aufkommenden Konflikten, von 49.000 im
Jahr 2010 auf 180.000 im Jahr 2014.
- Die Gesamtzahl an Todesfällen aufgrund von Terrorismus stieg 2014 um 9 % bis
auf geschätzte 20.000 Fälle.
- Fast 1 % der Weltbevölkerung machen nun Flüchtlinge oder Binnenflüchtlinge
(IDPs) aus, das höchste Niveau seit 1945, und ein weiterer Anstieg dieser Zahlen wird
erwartet.


Der eskalierende Bürgerkrieg und die folgende Flüchtlingskrise
waren gemäss dem Global Peace Index 2015, der heute von der globalen
Denkfabrik, dem Institute for Economics and Peace, veröffentlicht
wurde, unter den treibenden Kräften hinsichtlich Zunahme der Kosten
für die globale Eindämmung der Gewalt.



Seit 2008 nahm die gesamte ökonomische Auswirkung der Gewalt um
1,9 Trillionen US$ (+15,3 %) zu. Die gesamte ökonomische Auswirkung
der Gewalt für die Unterstützung von Flüchtlingen und IDPs
(Internally displaced persons, Binnenflüchtlinge) allein hat seit
2008 um 267 % zugenommen und beträgt nun etwa 128 Milliarden US$.
Militärausgaben, Tötungsdelikte und Polizeikräfte bleiben jedoch die
teuersten Kategorien und machen zusammen 68,3 % der Gesamtkosten aus.

Steve Killelea
[http://economicsandpeace.org/about-us/our-leadership/steve-killelea
], Gründer und Executive Chairman des IEP beobachtete: "Eine
Reduktion von Konflikten ist ein wesentliches Wegstück bei der
Sicherung der weiteren Erholung der Weltwirtschaft. Wenn globale
Gewalt gleichmässig um 10 % zurückginge, würden zusätzlich 1,43
Billionen US$ effektiv zur Weltwirtschaft hinzugerechnet. Im
Verhältnis ist diesmehr alsdersechsfache Gesamtwert des Rettungsplans
für Griechenlandund ein Darlehendes IMF, ECB und anderer
Eurozone-Länder insgesamt."

Insgesamt blieben die globalen Friedensniveaus 2014 stabil; aber
sie sind niedriger als 2008. Die Gesamtpunktzahl enthüllt jedoch eine
zunehmende Trennung zwischen den friedlichsten und am wenigsten
friedlichen Nationen. Seit dem letzten Jahr verbesserten 81 Länder
ihre Niveaus an Friedfertigkeit , während 78 sich verschlechterten.

Viele europäische Nationen erfahren nun historische
Friedensniveaus mit fallenden Tötungsraten, abnehmenden
Militärbudgets und dem Rückzug von Militärkräften aus dem Irak und
Afghanistan. Im Gegensatz zu Ländern, die sich traditionell am
unteren Ende des Index befinden, wie der Irak, Syrien, Nigeria, der
Süd-Sudan und die Zentralafrikanische Republik, wurden alle noch
weniger friedlich. Libyen erfuhr in diesem Jahr die schlimmste
Verschlechterung hinsichtlich des Friedens - von 162 Ländern fiel es
auf den 149. Platz ab. Die Ukraine, die über 6.000 Todesfälle aus
Konflikten und mehr als 1 Million Binnenflüchtlinge zu verzeichnen
hatte, erlebte den zweitgrössten Abfall.

Vier Regionen - Europa, Nordafrika, Schwarzafrika und
Mittelamerika sowie die Karibik - erfuhren seit dem letzten Jahr
friedensbezogene Verbesserungen. Konfessionsgebundene Konflikte und
Bürgerkriege reduzierten in der MENA-Region weiter ihre
Friedensniveaus mit dem Ergebnis ihrer schlechtesten Punktzahl
überhaupt, während Südamerika ebenfalls eine Verschlechterung seiner
Punktzahl erfuhr, hauptsächlich aufgrund von Zunahmen bei Protesten
der Bevölkerung und einem Anstieg in der Wahrnehmung von
Kriminalität.

Trotz weiterer Verbesserungen hinsichtlich des Friedens in vielen
Ländern nahm die Zahl und Intensität an bewaffneten Konflikten mit
einem 267 %-igen Anstieg an Tötungen aufgrund von Konflikten seit
2010 dramatisch zu und schuf noch nie dagewesene Flüchtlingszahlen.
Neueste Schätzungen des UNHCR deuten darauf hin, dass Flüchtlinge und
IDPs nahezu 0,75 % der aktuellen Weltbevölkerung ausmachen, und zwar
über 50 Millionen Menschen. Diese Zunahme von 131 % in weniger als
zehn Jahren wurde nicht nur durch den Konflikt in der MENA-Region,
sondern auch durch die andauernden Konflikte in der Demokratischen
Republik Kongo und Kolumbien mit 23 % und 13 % von IDPs pro
Ursprungsland 2013 verursacht.

2014 verzeichneten 69 Länder Tötungen durch Terrorismus im
Vergleich zu 60 im Jahr zuvor, die den wachsenden Gebrauch von
Terrortaktiken unterstreichen. Eine Zunahme terroristischer
Aktivitäten weitete sich von der MENA-Region nach Schwarzafrika aus
mit dem stärksten verbuchten Zuwachs in Nigeria, Kamerun und Niger.
Nigeria ist nun das zweittödlichste Land hinsichtlich des Terrorismus
nach dem Irak mit einer Zunahme an Tötungen von 140 % auf 4.392
Fälle. Sein Nachbarland Kamerun verzeichnete 2014 191 Tötungen
verglichen mit keinem Tötungsfall im vorangehenden Jahr. Weniger als
1 % terroristischer Todesfälle traten 2014 in der OECD auf. Das
Massaker der Boko Haram an über 2.000 Zivilisten in Baga, Nigeria im
Januar 2015 war der tödlichste terroristische Vorfall seit dem 11.
September, ein Ereignis, überschattet von der Ermordung von 11
Journalisten bei der französischen Zeitung Charlie Hebdo im folgenden
Monat.

Steve Killelea
[http://economicsandpeace.org/about-us/our-leadership/steve-killelea
] : "2014 war von zwei gegensätzlichen Trends
gekennzeichnet:aufdereinen Seiteerreichten viele Länder inder
OECDhistorische Friedensniveaus, währendauf deranderenvon Unruhen
zerrissene Nationen, besonders im Nahen Osten,gewalttätiger wurden.
Dies stellteineechte Besorgnis dar;dadiese Konfliktesogar noch
heikler werden, verbreiten siedann den Terrorismusin andere Staaten."

Ein gemeinsames Thema in den Ländern mit den grössten
Verbesserungen dieses Jahr war ein absinkendes Niveau der
organisierten externen Konflikte oder der Kriege mit Nachbarstaaten,
und Afrika profitierte von diesem Trend; Guinea-Bissau, die
Elfenbeinküste, Ägypten und Benin überstiegen die Nationen mit den
meisten Verbesserungen. Auch Europa erlebte eine Abnahme an
Todesfällen aufgrund organisierter externer Konflikte.

REGIONALE HÖHEPUNKTE

Europa blieb die friedlichste geographische Region der Welt und
sicherte die höchsten drei Positionen im GPI. Seine Friedfertigkeit
hat sich seit den letzten vier Jahren jedes Jahr verbessert. Island
steht an erster Stelle. Griechenland verbesserte sich in der Region
am meisten und stieg 22 Plätze auf. Das stieg aufgrund des Abzugs aus
Afghanistan acht Plätze auf.

Nordamerikas Punktzahl verbesserte sich leicht. Dies kam
grösstenteils dadurch, dass die USA wegen einer besseren Punkzahl
hinsichtlich der Anzahl, Dauer und Rolle in externen Konflikten zwei
Plätze aufstiegen, da sie ihre Präsenz in Afghanistan und dem Irak
einschränkten.

Der asiatisch-pazifische Raum steht im GPI hinter Europa und
Nordamerika an dritter Stelle. Er beinhaltet jedoch den grössten
Gegensatz in den Punktzahlen aller Regionen mit drei Ländern unter
den höchsten 10 und einem einzigen Land, Nordkorea, unter den
niedrigsten 10. Das Südchinesische Meer bleibt ein potenzieller
Konfliktbereich, da die in den Streit involvierten Länder alle eine
Abnahme in den Punktzahlen zeigen.

Südamerikas allgemeine regionale Punktzahl nahm ab und ist nun
unter dem globalen Durchschnitt. Einige südamerikanische Länder
verbesserten sich in der Tat: Peru zeigte die grösste Verbesserung
aufgrund der Reduktion in der Zahl von Todesfällen durch organisierte
interne Konflikte; Chile verbesserte sich, gestützt auf eine bessere
Punktzahl für den Waffentransfer, und Ecuadors Skala des politischen
Terrors verbesserte sich einhergehend mit der Anzahl und Dauer von
internen Konflikten. Die Punktzahl nahm für alle anderen Länder in
Südamerika ab mit der beachtlichsten Verschlechterung in Uruguay,
Venezuela und Brasilien.

Zentralamerika und die Karibik verbesserten ihre Punktzahlen
leicht, dennoch bleibt es weniger friedlich als der globale
Durchschnitt. Costa Rica und Jamaika wiesen die stärksten
Verbesserungen auf. Costa Rica erlebte Verbesserungen in seiner
Punktzahl für Tötungen, während Jamaikas Verbesserung hat seine
Ursache in einer Reduktion seiner herausragenden Position aufgrund
von UN-Friedensmissionen. Die Länder, die am meisten Punkte verloren,
waren El Salvador aufgrund von Zunahmen auf der Political Terror
Scale und Nicaragua aufgrund von Zunahmen bei Gewaltverbrechen.

Schwarzafrikas Punktzahl verbesserte sich 2015 und rückte vor
Russland, Eurasien, Südasien und der MENA-Region weiter an die
Spitze. Diese allgemeine Verbesserung maskiert scharfe Unterschiede
in der Leistung des Landes; die schwarzafrikanischen Staaten
registrierten einige der schärfsten Veränderungen in der Punktzahl,
positiv wie negativ. Guinea-Bissau und die Elfenbeinküste
registrierten die grössten Verbesserungen der Punktzahl weltweit,
während Djiboutis Rang um 42 Plätze absank, was ein zunehmendes
Auftreten von sozialen Unruhen, Verbrechen und Ressentiments
gegenüber der autoritären Herrschaft der Regierung widerspiegelt.

Russland und Eurasien verzeichneten eine mässige Verschlechterung
in ihrer allgemeinen Punktzahl in diesem Jahr, während ihre Position
in der Aufstellung nach Regionen unverändert blieb. Es bestanden
signifikante Veränderungen zwischen den Ländern; die Ukraine
verzeichnete einen der grössten Rückgänge in diesem Jahr für ihre
Gesamtpunktzahl für inneren Frieden.

Die Position von Südasien bewegte sich in den regionalen
Aufstellungen eine Stufe nach oben, nachdem es 2014 ganz unten war,
aber nur, weil sich die Situation in der MENA-Region in schnellerem
Tempo verschlechterte. Allgemein verschlechterten sich die
Punktzahlen der meisten Länder in der Region, und nur Bhutan, Nepal
und Bangladesh verzeichneten Gewinne.

Die MENA-Region bleibt von Konflikten überschattet und verzeichnet
die schlechteste regionale GPI-Punktzahl. Die Punktzahl
verschlechterte sich im Vergleich zum Index vom letzten Jahr, da
mässige Verbesserungen besonders in Ägypten und Tunesien durch
sinkende Punktzahlen vor allem in Libyen, dem Yemen, dem Irak und
Syrien aufgehoben wurden.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Website
http://bit.ly/GPIreport.

REDAKTIONELLE HINWEISE

Den GPI-Bericht, Videos sowie interaktive Karten finden Sie auf:
http://www.visionofhumanity.org

Twitter: https://twitter.com/GlobPeaceIndex (#peaceindex)

Facebook: http://www.facebook.com/globalpeaceindex

Über den Global Peace Index (GPI)

Der GPI des "Institute for Economics and Peace"
[http://economicsandpeace.org/about-us ] ist der global führende
Massstab für Weltfrieden. Er misst anhand von 23 Einzelindikatoren
andauernde inländische und internationale Konflikte, die Sicherheit
und den Schutz in der Gesellschaft sowie die Militarisierung in 162
Ländern.

Über das Institute for Economics and Peace

Das IEP ist eine internationale und unabhängige Denkfabrik zur
Verlagerung des Weltblicks auf Frieden als ein positives,
erreichbares und reales Mass für das menschliche Wohlergehen und den
Fortschritt.



Pressekontakt:
Kontakte weltweit: Hill + Knowlton Strategies: Metin Parlak
Metin.Parlak@hkstrategies.com, +44 20 7413 3771 ; Danielle Mathews,
Danielle.Mathews@hkstrategies.com, +44 20 7413 3432

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Datum: 17.06.2015 - 06:01 Uhr
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