Vollversammlung der Handwerkskammer mit Finanzminister Söder
ID: 1228408
Schlagbauer: "Gelingen des Generationenwechsels hängt auch von der Erbschaftsteuerreform ab"
Alleine in Bayern stünden in den nächsten zehn Jahren rund 40.000 Handwerksunternehmen mit etwa 200.000 Mitarbeitern zur Übergabe an, erklärte Präsident Schlagbauer. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts habe dem Gesetzgeber keine unüberwindbaren Fesseln angelegt, sondern Spielräume für eine mittelstandsfreundliche Neuregelung gegeben. Schlagbauer: "Diese gilt es beherzt zu nutzen!" Die Details des Referentenentwurfs aus dem Bundesfinanzministerium könnten nicht restlos überzeugen. So sei die Anzahl der von der Erbschaftsteuer verschonten Betriebe zu klein, erklärte Schlagbauer. Die Absenkung auf eine Grenze von nur noch drei Beschäftigten sei viel zu niedrig. Sie werde den Gegebenheiten im Handwerk in keinster Weise gerecht. Der Handwerkskammerpräsident: "Sie muss aus unserer Sicht von drei auf mindestens sieben Beschäftigte angehoben werden. Für Betriebe von acht bis 20 Beschäftigten sollte die einzuhaltende Lohnsumme abgesenkt werden." Von umso größerer Bedeutung werde die genaue Berechnung der Mitarbeiterzahl sein. Schlagbauer: "Wir fordern, die Beschäftigtenzahl statt nach Köpfen nach sogenannten Vollzeitäquivalenten zu bemessen. Die Auszubildenden sollten aus der Zählung herausgenommen werden, wie dies auch die Regelungen zur Familienpflegezeit und das Teilzeit- und Befristungsgesetz vorsehen."
Diese Forderungen des Handwerks finden die volle Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung, so Finanzminister Söder, der sich outete, "überhaupt kein Fan dieser Steuer" zu sein. Sie sei eine Steuer auf bereits versteuertes Geld. Das Bundesverfassungsgericht habe sich in seinem Urteil grundsätzlich mit einer Verschonungsregelung einverstanden erklärt. Nun müsse diese auch so ausgestaltet werden, dass Betriebe in ihrer Existenz nicht gefährdet würden. Die angedachte Bedürfnisprüfung hält der Finanzminister für unsinnig. Söder: "Das Gesetz ist in dieser Form nicht zustimmungsfähig!"
Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Semper machte deutlich, dass die fortschreitende Digitalisierung eine der größten Herausforderungen des Handwerks in den letzten Jahrzehnten sei. Durch die Digitalisierung verändere sich die Kommunikation der Unternehmen mit ihrem Umfeld fundamental. Kundenkontakt über das Internet, der Onlinehandel, sowie die sozialen Netzwerke seien inzwischen aus dem Bereich des Handwerks nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus verändere sich auch die Wertschöpfungskette. Semper: "Das Stichwort "Industrie 4.0" beschreibt eine Art vierte industrielle Revolution - die allerdings ohne ein "Handwerk 4.0" nichtrealisiert werden kann." Die Digitalisierung habe einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Handwerks. Zunächst biete die Neuordnung der Wertschöpfungsketten durchaus Chancen, da dezentrale Produktionsprozesse eine gesteigerte Perspektive hätten. Auf der anderen Seite böten die neuen Technologien aber auch der Industrie verstärkt die Möglichkeit, kleine Serien und individualisierte Produkte anzubieten. Dadurch könne zusätzliche Konkurrenz für das Handwerk entstehen. Eine besondere Herausforderung für das Handwerk stelle der 3D-Druck dar. Der Freistaat Bayern zeige sich als Vorreiter auf dem Gebiet der Digitalisierung. Es sei sehr erfreulich, dass ein spezieller Schwerpunkt der "Strategie Bayern Digital" "Handwerk digital" sei.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 22.06.2015 - 15:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1228408
Anzahl Zeichen: 3882
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 341 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Vollversammlung der Handwerkskammer mit Finanzminister Söder"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Handwerkskammer für München und Oberbayern (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
?Wenn fast 1.700 Frauen und Männer ihre Meisterbriefe erhalten, ist das ein Festtag für das Handwerk insgesamt. Wir erhalten dadurch Spitzenkräfte, die für die Zukunft unseres Wirtschaftsbereichs dringend nötig sind?, betonte Handwerkskammerpräsident Georg Schlagbauer bei Deutschlands größt
Vollversammlung der Handwerkskammer ...
?Arbeit und die dafür notwendige Qualifizierung sind die Voraussetzungen, damit Flüchtlinge in unserem Land eine Perspektive haben?, betonte Präsident Georg Schlagbauer auf der heutigen Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern, an der auch der Leiter der Bayerischen Staat
Handwerkskammer ist Ausbildungs-Ass 2015 ...
Große Auszeichnung für die Handwerkskammer für München und Oberbayern: für ihre Initiativen zur beruflichen Ausbildung und Integration von jungen Flüchtlingen konnten Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Semper und der Hauptabteilungsleiter Berufliche Bildung Christian Gohlisch jetzt in Be
Weitere Mitteilungen von Handwerkskammer für München und Oberbayern
Boris Gloger hält die Keynote auf der Agile Contracts ...
München, 22. Juni 2015 Hochkarätiges Opening auf der Agile Contracts: Für die Eröffnungskeynote der Münchner Konferenz zum Thema agiles Management konnte der Veranstalter, die IT-Eventagentur HLMC, den Scrum-Experten Boris Gloger (http://borisgloger.com/) gewinnen. Gloger, der hierzulande, als
arko für Personalentwicklung ausgezeichnet ...
„Dieses Unternehmen sichert Qualität durch Weiterbildung und setzt sich aktiv für die Förderung der Beschäftigten ein“, begründete Reeker die Auszeichnung. Damit wolle man die vielfältigen und langjährigen Bildungsaktivitäten der Firma arko ehren und den Vorzeigecharakter dieser Bemühun
E-Learning-Ausgaben steigen ...
57 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden drei Jahren ihr Budget für E-Learning-Maßnahmen erhöhen. Das hat die Benchmarking Studie 2015 des eLearning Journals powered by tts unter 1000 Unternehmen ergeben. Über die Investitionen entscheidet vor allem die Geschäftsführung (41 %), aber
Risiko-Workshop Geldwäsche & Fraud ...
Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung haben erhebliche Auswirkungen. Sie können nicht nur den Ruf und die Solidität von Unternehmen nachhaltig schädigen, die für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden, sondern auch erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Top 1: Risiko-Wor




