ISG – schmerzhafte Schaltzentrale des Beckens: Wenn starke Bänder Schwächen zeigen
Als stärkster Bandapparat des gesamten Körpers gilt das Iliosakralgelenk, kurz ISG, welches die hintere Beckengegen fest im Griff hat. Diese zentrale Übergangsstelle und Pufferzone zwischen Wirbelsäule und Beinen hält täglich hohen Belastungen stand.
Gereizter Brennpunkt
Etwa 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden mindestens einmal im Leben an einer ISG-Blockade. „Normalerweise spielen Alter und Geschlecht keine Rolle“, ergänzt Dr. Sigg und betont: „Außer bei Schwangeren. Hier lockern bestimmte Hormone zur Erleichterung des Geburtsvorganges die Bänder. Dadurch kann sich das Darm-Kreuzbein-Gelenk, wie es auch genannt wird, verrenken und zu Beckenschmerzen führen.“ Daneben gelten permanent schlechte Haltung, Beinlängendifferenzen oder sportliche Überbelastung sowie rheumatische Veränderungen ebenfalls als Auslöser. Auch Operationen an Knie- und Hüftgelenk führen zu Fehlbelastungen und durch ein verändertes Gangbild kommt es zu permanenten Reizungen des Gelenkspalts. Leidtragende berichten klassischerweise von tiefsitzenden Schmerzen kurz über dem Gesäß. Zudem treten in vielen Fällen Bewegungseinschränkungen auf, wenn Betroffene beispielsweise beim Treppensteigen ein Bein anziehen oder sich nach vorne beugen. Oftmals legen sich akute Beschwerden von alleine, da der Körper leichte Dysbalancen kompensiert. Doch im Laufe der Zeit unterliegt das ISG den Folgen des permanenten Ungleichgewichts.
Gezielte Maßnahmen
Zunächst versuchen Chiropraktiker akute Schmerzen in den Griff zu bekommen, um schonungsbedingten Fehlhaltungen und somit Folgeerkrankungen vorzubeugen. Einfache Blockaden wie etwa bei einem Verhebetrauma führen durch gezielte manuelle Eingriffe am Becken in der Regel zur raschen Linderung. Akupunktur und Wärmetherapie entspannen derweil strapazierte Bänder. Krankengymnastik rundet die Therapie ab, indem sie die Muskulatur kräftigt und die Beweglichkeit fördert. Wie in jedem anderen Gelenk können Schmerzen allerdings auch durch Verschleiß oder Arthrose entstehen. Hier erreichen direkte Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamenten unter Röntgenkontrolle gute Erfolge. Doch bei etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen stellen sich chronische Schmerzen ein. „Hauptgrund ist die fehlerhafte Diagnose und jahrelange Falschbehandlung, sodass selbst konservative Maßnahmen meist keine Wirkung zeigen und operative Eingriffe in Betracht kommen.“ Früher gehörte die Versteifung des beanspruchten Segments mit starren Schraubsystemen zum Behandlungskonzept. „Hier hat sich die Medizin enorm weiterentwickelt“, bestätigt Dr. Sigg. Heutzutage profitieren Patienten von neuartigen iFuse-Implantaten. Aufgrund der porösen Oberflächenstruktur, bekannt aus der Hüftprothetik, verwachsen sie schonender mit dem umliegenden Gewebe. Die dreieckige Form mit Titankern sorgt für sichere Stabilität. Nach einer kurzen Einheilphase von drei Wochen können Patienten ihrem gewohnten Alltag ohne Einschränkung nachgehen. Ein weiterer Vorteil: Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Weitere Informationen unter www.si-bone.de oder www.dr-sigg.de
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
SI-BONE wurde im April 2008 in San José, Kalifornien, USA, gegründet. Im November 2010 folgte das Tochterunternehmen in Italien und 2014 das in Deutschland mit Sitz in Mannheim. Seinen Fokus legt das technologiebestimmte Unternehmen auf einen stark unterbehandelten Bereich der Orthopädie, das Iliosakralgelenk (ISG). Laut mehreren orthopädischen Studien und wissenschaftlichen Publikationen gehen zwischen 15 und 25 Prozent aller Beschwerden im unteren Rückenbereich auf Probleme dieses Gelenks zurück. Viele Patienten werden aufgrund nahezu gleicher Symptomatik wie bei Bandscheibenschmerzen falsch behandelt und erhalten eine lumbale Spondylodese statt einer Stabilisierung des Iliosakralgelenks. Hierfür entwickelte SI-BONE ein innovatives, patentiertes Verfahren, das iFuse Implant System®. Dabei stellt das porös titanbeschichtete Implantat eine weniger invasive Alternative zur herkömmlichen Fixierung mittels Schrauben dar. Schonend fusionieren die dreieckigen riegelförmigen Implantate mit dem umliegenden Knochengewebe und sorgen somit für eine stabile Verbindung. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Datum: 29.06.2015 - 11:34 Uhr
Sprache: Deutsch
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Es dient als Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken und übernimmt als eine Art Pufferzone eine wichtige stabilisierende Funktion: Das Iliosakralgelenk (ISG) hält den täglichen Belastungen größtenteils stand. In einigen Fällen gerät es jedoch in schmerzhafte Schieflage. Wie sich das sogen
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