Südwest Presse: KOMMENTAR · DEUTSCHE BAHN
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Warum nicht gleich so? Das fragt sich der staunende Beobachter
nach der harten Tarifauseinandersetzung zwischen der Deutschen Bahn
und der Lokführergewerkschaft GDL. Neun Streiks haben den
Staatskonzern nicht nur fast eine halbe Milliarde Euro gekostet,
sondern auch seinen Ruf als verlässlicher Transport-Anbieter
beschädigt. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Fernbusse ist
beides Gift. Wie so häufig fühlen sich alle als Sieger. GDL-Chef
Claus Weselsky rühmt sich, er habe den eigenständigen Tarifvertrag
und eine geringere Belastung des Zugpersonals durchgesetzt. Das erste
hatte die Bahn schon vor der Schlichtung zugesagt, das zweite kommt
mit einiger zeitlicher Verzögerung. Bahn-Personalvorstand Ulrich
Weber hat unterschiedliche Regeln für gleiche Tarifgruppen
verhindert, und das mit einem einfachen Trick: Er hat der GDL die
Lohnerhöhung aufgedrängt, die er schon mit der konkurrierenden
Eisenbahnergewerkschaft EVG vereinbart hatte. Alle anderen
Vereinbarungen treten später in Kraft. Weber muss die EVG in
künftigen Runden überzeugen, sie zu übernehmen. Kürzere Arbeitszeit
heißt dann geringere Lohnerhöhung. Keine einfache Aufgabe. Billig
wird das alles sicher nicht werden. Kein Wunder, dass Bahn-Chef
Rüdiger Grube schon über eine Schlankheitskur für den Konzern
nachdenkt. Es ist gut, dass bei der Bahn wieder Friede einzieht. Er
könnte aber teuer erkauft sein.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 01.07.2015 - 18:51 Uhr
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