Reallohnindex im 1. Quartal 2015 um 2,5 % höher als im Vorjahresquartal

Reallohnindex im 1. Quartal 2015 um 2,5 % höher als im Vorjahresquartal

ID: 1233181
(ots) - Der Reallohnindex in Deutschland ist nach den
Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung vom ersten
Quartal 2014 bis zum ersten Quartal 2015 um 2,5 % gestiegen. Wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der
höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe des Reallohnindex im Jahr
2008. Eine Ursache für diesen hohen Zuwachs lag in der Entwicklung
der Verbraucherpreise. Diese blieben im ersten Quartal 2015 zum
ersten Quartal 2014 nahezu unverändert (+ 0,0 %), so dass die
Entwicklung von Reallohn- und Nominallohnindex identisch waren.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche
Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. In welchem Maße die Einführung des
Mindestlohns die Veränderungsraten des Nominal- beziehungsweise
Reallohnindex beeinflusst haben, lässt sich nicht quantifizieren. Die
Gliederung des Nominallohnindex nach den sogenannten Leistungsgruppen
zeigt allerdings, dass Verdienststeigerungen der ungelernten (+ 4,0
%) und angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (+ 2,8 %)
überdurchschnittlich hoch waren. Ferner hatten innerhalb der
betrachteten Beschäftigungsarten die geringfügig Beschäftigten mit +
5,0 % deutlich stärkere Verdienstzuwächse als Teilzeit- (+ 2,8 %) und
Vollzeitbeschäftigte (+ 2,4 %).

Die Gliederung des Nominallohnindex nach Wirtschaftszweigen ist zu
grob, als dass die Verdienstentwicklung in den Branchen mit den
höchsten Anteilen an Niedriglohnbeziehern exakt wiedergegeben werden
könnte. Allerdings wiesen übergeordnete Branchen, von denen zumindest
ein Teil zu diesen Niedriglohnbranchen zählt, teils deutlich
überdurchschnittliche Veränderungsraten bei den Verdiensten auf.
Hierzu zählen unter anderem:

- private Wach- und Sicherheitsdienste, die zusammen mit den
Detekteien eine Verdienststeigerung von 4,4 % aufwiesen,



- Caterer und die Erbringer sonstiger
Verpflegungsdienstleistungen, die zum Wirtschaftszweig
Gastronomie zählen, wo der Verdienstanstieg im Durchschnitt 4,1
% betrug, sowie

- Taxifahrer als Teil des Wirtschaftszweigs Landverkehr und
Transport in Rohrfernleitungen. Im Vergleich zum ersten Quartal
2014 waren die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste in
dieser übergeordneten Branche im ersten Quartal 2015 um 3,0 %
höher.

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung wird seit dem Berichtsjahr
2007 durchgeführt und umfasst 40 500 Betriebe im Produzierenden
Gewerbe und Dienstleistungsbereich. Die Merkmale der
Vierteljährlichen Verdiensterhebung sind in Anlehnung an die Vorgaben
des betrieblichen Rechnungswesens definiert.

Die Zeitreihen des Nominal- und Reallohnindex stehen auf den
Internetseiten des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de
--> Zahlen & Fakten --> Gesamtwirtschaft & Umwelt --> Verdienste &
Arbeitskosten --> Reallöhne, Nettoverdienste --> Publikationen zur
Verfügung.

Detaillierte Informationen über die Höhe der Bruttostunden- und
Bruttomonatsverdienste nach Wirtschaftszweigen, Beschäftigungsumfang,
Leistungsgruppen sowie Geschlecht bietet die Fachserie 16, Reihe 2.1
(Quartalsergebnisse), die unter www.destatis.de --> Zahlen & Fakten
--> Gesamtwirtschaft & Umwelt --> Verdienste und Arbeitskosten -->
Verdienste nach Branchen heruntergeladen werden kann.

Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu den Bruttoverdiensten
können über die Tabelle Bruttoverdienste, Wochenarbeitszeit
(62321-0001) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) mit
Tabellen sowie weitere Informationen und Funktionen sind im
Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/presseaktuell zu finden.

Weitere Auskünfte gibt:

Ralf Droßard, Telefon: (0611) 75-4236, www.destatis.de/kontakt



Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
E-Mail: presse@destatis.de

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Datum: 02.07.2015 - 08:00 Uhr
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