Börsen-Zeitung: Fauler Kompromiss, Kommentar zur BayernLB von Stefan Kroneck
ID: 1235514
dem Dach. Mit dieser Redensart rechtfertigte Bayerns Finanzminister
Markus Söder das Ergebnis der Verhandlungen mit Österreich im
Rechtsstreit zwischen der BayernLB und der Heta, der Bad Bank der
Hypo Alpe. Herausgekommen in der Auseinandersetzung um die
Rückzahlung eines Milliardenkredits ist für den Freistaat und die
Landesbank ein fauler Kompromiss. Denn das Darlehen von 2,4 Mrd. Euro
wird von der Alpenrepublik nur zur Hälfte beglichen. Somit zahlt die
BayernLB im Desaster um die einstige Kärntner Tochtergesellschaft
nochmals kräftig drauf. Die Kosten für den Fehlkauf inklusive
Kaufpreis und Kapitalhilfen summieren sich damit auf 5 Mrd. Euro.
Bilanziell kann die BayernLB den Zusatzaufwand aber gut verdauen, hat
sie doch dafür bereits eine Risikovorsorge gebildet.
Mit der nun getroffenen politischen Vereinbarung haben die
Mehrheitseigentümerin der BayernLB und das Institut ihre
Rechtsposition über Bord geworfen. Die Meinung der Klägerin, dass der
Kredit zurückzuzahlen sei, bestätigte kürzlich das Landgericht
München per Urteil in erster Instanz. Vor diesem Hintergrund pochten
die BayernLB und die CSU-geführte Landesregierung zu Recht auf die
volle Tilgung. "I want my money back", tönte es in München ganz nach
Art von Maggie Thatcher.
Wer von seiner Rechtsposition überzeugt ist, sollte dies mit aller
Kraft vor Gericht durchfechten. Andernfalls läuft man Gefahr, sich
unglaubwürdig zu machen. Söders Andeutung, dass mit der Abwicklung
der staatlichen Hypo-Rechtsnachfolgerin Heta die BayernLB bei der
Schuldnerin schlimmstenfalls eine viel schlechtere Rückzahlungsquote
erreicht hätte, ist nicht stichhaltig. Eine Insolvenz der Heta will
Österreich wegen weiterhin hoher Risiken unbedingt abwenden.
Gut zweieinhalb Jahre nach dem Beginn des Rechtsstreits ist
München trotz überzeugender Argumente faktisch eingeknickt. Wien
konnte sich mit seiner Forderung nach einem "Generalvergleich", also
einem Schuldenerlass, weitgehend durchsetzen. Der Freistaat beugte
sich den Fakten, die Österreich mit Gesetzen (Schuldenschnitt) in der
Causa setzte, obgleich der Verfassungsgerichtshof des Landes diese
umstrittene Regelung kippen könnte. Positiv ist für die BayernLB nur,
dass sie ihre letzte Altlast losgeworden ist. Der Fall Heta zeigt
aber, dass staatliche Schuldner mit fragwürdigen Methoden das
Bestmögliche für sich herausschlagen können. Hoffentlich macht das in
der EU nicht Schule.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.07.2015 - 20:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1235514
Anzahl Zeichen: 2900
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 184 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Fauler Kompromiss, Kommentar zur BayernLB von Stefan Kroneck"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Timmins Gold beginnt mit unterirdischer Pilotphase bei der unternehmenseigenen Mine San Francisco ...
Timmins Gold beginnt mit unterirdischer Pilotphase bei der unternehmenseigenen Mine San Francisco Vancouver, British Columbia - Timmins Gold Corp. http://bit.ly/1wxDknG (TSX:TMM, NYSE MKT:TGD) (Timmins Gold) freut sich, bekanntzugeben, dass das Unternehmen mit dem Streckvortrieb in die unterirdi
Krankfeiern für die "Böhsen Onkelz" | Angestellter schwänzt für Partywochenende auf dem Hockenheimring | Kurtz Detektei Berlin ...
Anfang der Woche erhielt die Kurtz Detektei Berlin einen Anruf vom Inhaber eines mittelständischen Berliner Unternehmens. Einer seiner Mitarbeiter habe für kommenden Donnerstag, Freitag und Montag um Urlaub gebeten und sich nach dem Ausschlagen der Bitte durch den Arbeitgeber krank gemeldet. Norma
WAZ: Keine Furcht vor Automaten - Kommentar von Frank Meßing zum Backstreit ...
Gebacken oder gebräunt? Der Streit zwischen dem Bäckerhandwerk und Aldi Süd hat schon groteske Züge. Seit vier Jahren müssen sich damit Richter beschäftigen. Am Ende entscheiden ohnehin die Verbraucher, ob sie Brot und Brötchen aus dem Automaten wollen oder nicht. Ein mögliches Urteil wir
WAZ: Neustart der Energiekonzerne - Kommentar von Ulf Meinke zum RWE-Umbau ...
Die deutschen Stromkonzerne befinden sich im Umbruch. Der Atomausstieg und der Aufstieg der erneuerbaren Energien verändern die NRW-Konzerne Eon und RWE in einem atemberaubenden Tempo. Der Betrieb von Großkraftwerken - jahrelang ein Garant für Gewinne - ist ein Auslaufmodell. Die erfolgsv




