Kapitalmarktunion richtig gestalten, um Ziele zu erreichen
ID: 1236534
Wachstums- und Beschäftigungsziele der von der EU-Kommission
geplanten Kapitalmarktunion in Gefahr. Der bayerische
Interessenvertreter von 1.300 genossenschaftlichen Unternehmen,
darunter 279 Volksbanken und Raiffeisenbanken, begrüßt zwar die
Initiative, die darauf abzielt, der Wirtschaft in Europa neue Impulse
zu verleihen. Von Erfolg gekrönt wird das Projekt aber nur sein, wenn
es gleichzeitig gewachsenen Strukturen der kreditfinanzierten
mittelständischen Wirtschaft Rechnung trägt. Das betont der GVB
anlässlich der heutigen Annahme einer Resolution zur
Kapitalmarktunion im Europäischen Parlament. Der Verband unterstützt
die Forderung aus dem Europäischen Parlament nach einem "balancierten
Ansatz", der ein Nebeneinander der etablierten Bankfinanzierung und
alternativer Finanzierungsformen des Kapitalmarkts vorsieht.
Die Kommission will bislang Wirtschaftswachstum und Beschäftigung
allein dadurch stärken, indem sie Unternehmen den Weg an die Aktien-
und Anleihenmärkte erleichtert. Der GVB hält das für deutlich zu kurz
gesprungen. Denn Emissionsfinanzierungen gehen in Deutschland an den
Anforderungen der mittelständisch geprägten Wirtschaft vorbei. Die
nachgefragten Kreditvolumina sind dafür zu gering, die
Abwicklungskosten für Anleihen zu hoch und die Publizitätspflichten
zu umfangreich.
Nach wie vor ist der Bankkredit die wichtigste externe
Finanzierungsquelle für kleine und mittlere Betriebe in Deutschland.
Der GVB setzt sich deshalb dafür ein, die bankenbasierte
Mittelstandsfinanzierung substanziell in das Konzept der
Kapitalmarktunion einzubetten. Aus Sicht der bayerischen Volksbanken
und Raiffeisenbanken ist es widersprüchlich, wenn die EU-Kommission
einerseits Kapitalmarktinstrumente zur Unternehmensfinanzierung
fördern will und andererseits die regulatorischen Anforderungen an
die Vergabe von Mittelstandskrediten durch Banken erschwert. In
diesem Sinne sei bei der Konzeption der Kapitalmarktunion darauf zu
achten, die Rahmenbedingungen der Mittelstandsfinanzierung
grundsätzlich zu verbessern. Wer mehr Wachstum und Beschäftigung
will, muss ausschließen, dass Unternehmenskredite verteuert werden.
Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vereint unter seinem
Dach 1.300 genossenschaftliche Unternehmen. Dazu zählen 279
Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.021 ländliche und
gewerbliche Unternehmen mit insgesamt 53.000 Beschäftigten und 2,9
Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen Genossenschaften
eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im
Freistaat. (Stand 30.06.2015)
Pressekontakt:
Florian Ernst
Pressesprecher
Genossenschaftsverband Bayern e. V.
Türkenstraße 22-24, 80333 München
Tel. 089 / 2868 - 3402
Fax. 089 / 2868 - 3405
Mail: presse@gv-bayern.de
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Datum: 09.07.2015 - 13:35 Uhr
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