Thüringische Landeszeitung: Katz- und Maus-Spiel - Griechische Sparvorschläge sind nichts wert / Leitartikel von Norbert Block zu Griechenland
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griechische Regierungschef legt in Brüssel Spar- und Reformvorschläge
vor, die er noch am Sonntag von seinem Volk und mit seiner
ausdrücklichen Unterstützung ablehnen ließ. Das 13-seitige Papier,
mit dem Griechenland für ein drittes Hilfspaket wirbt, ist gespickt
mit einer Reihe von Absichtserklärungen. Deren Einhaltung und
Umsetzung ist aber - wie wir in den vergangenen Monaten erleben
mussten - doch eher fraglich. In seiner eigenen Regierungspartei
rumort es. Und es werden eher Stunden als Tage vergehen, bis Tsipras
wieder Nachbesserungen an seinen nunmehr eigenen Spar- und
Reformvorschlägen einfordern wird. Vielleicht wartet er aber auch
solange ab, bis alle Euroländer ihre Zustimmung zu einem Reformpaket
gegeben haben.
Die optimistischen Töne, die in manchen europäischen Hauptstädten
nach der Vorlage der griechischen Vorschläge, angeschlagen wurden,
sind verfrüht. Getreu dem Sprichwort "Wer einmal lügt, dem glaubt man
nicht", müssen die EU-Staaten aufpassen, von Tsipras nicht wieder an
der Nase herumgeführt zu werden. Er selbst hat das Vertrauen
verspielt und die Griechen erst in diese verhängnisvolle Lage
gebracht. Warum sollten ihm die Geldgeber glauben, dass er es diesmal
wirklich ernst mit den Reformen meint? Und reichen seine
Sparvorschläge überhaupt aus?
Angela Merkel weiß um die Stimmung der Bundesbürger, die in großer
Mehrheit weitere finanzielle Hilfen für Griechenland ablehnen. Will
sie selbst am Ende nicht als Verliererin dastehen, muss sie auch die
kritischen Stimmen aus ihrer eigenen Fraktion gegen ein mögliches
neues Rettungspaket ernst nehmen. Beim Sondergipfel sollte Merkel
hart bleiben. Die griechischen Sparvorschläge sind nichts wert,
solange es Tsipras an Taten fehlen lässt...
Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
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Datum: 11.07.2015 - 07:00 Uhr
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