Fernsehen, Smartphone, Internet ? Medienkonvergenz erfordert dringend Änderungen der Rechtsvorschriften
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Das klassische Sender-Empfänger-Modell löst sich auf, es ist nicht mehr transparent, wo die Verantwortung innerhalb der bestehenden Rechtsordnungen liegt. Die Lebenswirklichkeit erfordert Anpassungen.
Noch in diesem Jahr will die Bund-Länder-Kommission Vorschläge erarbeiten, wie der Staat auf die Herausforderungen der Digitalisierung und das veränderte Nutzerverhalten reagieren sollte. Während der Rundfunkstaatsvertrag oder das Telekommunikationsrecht die Angebotsvielfalt und Verteilung knapper Senderessourcen sicherstellen sollen, herrschen im Internet andere Rahmenbedingungen. Auch eco, der Verband der Internetwirtschaft warnt in diesem Zusammenhang daher vor einer Übertragung der herkömmlichen Medienordnung auf ein Umfeld, das auf völlig anderen technischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen basiert. Aus der Rundfunkwelt bekannte Regulierungsmodelle können nicht direkt auf das Internet ausgeweitet werden.
Auch auf die Bedürfnisse der Bürger muss stärker eingegangen werden. Jüngere Leute der "Generation Y" informieren sich seltener über die Tagesschau und andere Nachrichtensendungen des Fernsehens und mancher You-Toube-Künstler hat eine größere Fangemeinde als Fernsehstars. Es wird schwierig, sich eine Regulierung vorzustellen, nach der ARD und ZDF immer am Anfang einer Suchmaschinenabfrage nach Informationen angezeigt werden müssen. Andererseits müssen Wege gefunden werden, unabhängigen Journalismus, Medien- und Meinungsvielfalt sowie eine Grundversorgung dennoch sicher zu stellen.
Nach Auffassung der IfKom sollte das Telemediengesetz als Regulierungssystematik herangezogen und angepasst werden. Das Ziel sollte sein, Rechtsunsicherheit bei der Abgrenzung zwischen Rundfunk und Telemedien abzubauen. Angesichts der verteilten Zuständigkeiten von Bund und Ländern in Deutschland ist eine Regulierungsaufsicht "aus einem Guss" erforderlich. Das Internet ist ein grenzüberschreitendes Medium, dies muss auch im internationalen Kontext berücksichtigt werden.
Die Medienkonvergenz stellt eine Herausforderung für das bestehende Rechtssystem dar. Dabei ist ein funktionierender Rechtsrahmen für das Internet von existenzieller Bedeutung. Das Verantwortlichkeits- und Haftungsgefüge des Telemediengesetzes sollte beibehalten werden. Die medienrechtlichen Regulierungsvorschriften müssen dringend auf die aktuellen Gegebenheiten der Digitalisierung angepasst werden. Die Bund-Länder-Kommission sollte nicht versuchen, vergangene Zustände zu konservieren, sondern mutige Schritte gehen.
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Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder ? Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder ? gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI ? Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.
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Datum: 12.07.2015 - 21:00 Uhr
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