Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht "TOP10" Liste der Firmenchefs mit den umweltfreundlic

Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht "TOP10" Liste der Firmenchefs mit den umweltfreundlichsten Dienstwagen

ID: 1239736
(ots) - Deutsche Umwelthilfe befragt 194 börsennotierte und
mittelständische Unternehmen nach dem CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge -
Positive Entwicklung beim Firmenflottenwert - dieser verfehlt mit
133g CO2/km nur knapp den EU-Grenzwert - Die Mehrzahl der befragten
Firmenleitungen ist immer noch in klimaschädlichen Limousinen
unterwegs oder verweigert die Auskunft

Während immer mehr Unternehmen bei der Anschaffung von Fahrzeugen
für ihre Mitarbeiter auf niedrigen Spritverbrauch und
Klimagasemissionen achten, werden nur wenige Firmenchefs ihrer
Vorbildfunktion gerecht und setzen positive Akzente bei der Wahl
ihres Dienstwagens. Das zeigt das Ergebnis der sechsten
Dienstwagenabfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 194
börsennotierten und mittelständischen Unternehmen. Sie wurden nach
dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß des Fahrzeugs des Vorsitzenden,
der Vorstandsflotte und der Unternehmensflotte befragt und sollten
Angaben zu ihrer Mobilitätsstrategie machen. Grundlage für die
Bewertung ist eine Punkteskala in vier Kategorien, an Hand derer
grüne, gelbe oder rote Karten vergeben werden.

Insgesamt erhalten zwölf Unternehmen die "Grüne Karte" für ein
glaubwürdiges Klimabewusstsein. Das sind fünf mehr als im vergangenen
Jahr. Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG lässt die "Gelbe
Karte" aus dem Vorjahr hinter sich und belegt in diesem Jahr den
Spitzenplatz in der Gesamtbewertung. Zu den Besten zählen auch
Unternehmen, die 2014 schon ganz oben standen: FRoSTA AG, Allianz
Deutschland AG, Tchibo GmbH, Kaiser´s Tengelmann GmbH und Pfeiffer
Vacuum GmbH. Erstmals angefragt legt IKEA Deutschland GmbH & Co. KG
ein sehr erfreuliches Ergebnis vor und erhält die "Grüne Karte".
Verbessert von einer "Gelben Karte" auf eine "Grüne Karte" haben sich
die Deutsche Telekom AG, SMA Solar Technology AG, Coca-Cola


Deutschland GmbH und Drägerwerk AG & Co. KGaA. DuPont de Nemours
(Deutschland) GmbH hat 2015 erstmals geantwortet und wurde mit einer
"Grünen Karte" bewertet.

50 weitere Unternehmen zeichnet die DUH mit der "Gelben Karte" für
gute Ansätze auf dem Weg zu mehr Klimaschutz aus. 132 "Rote Karten"
verteilt die DUH für zu hohe CO2-Emissionen oder für Intransparenz
bei den Angaben.

"Klimaschutz spielt bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen
keine Rolle, wenn es um die Wahl der Dienstwagen für ihre Vorstände
und Geschäftsführer geht. Das Schaufahren gegen den Klimaschutz geht
dort ungerührt weiter. Dass nur fünf Prozent der Unternehmenschefs
die EU-Klimaschutzwerte für Pkw einhalten ist verantwortungslos," so
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Eva Lauer, Projektmanagerin im Bereich Verkehr und
Luftreinhaltung, stellt fest: "Die Unternehmensumfrage bleibt unter
unseren vier Dienstwagenumfragen diejenige mit der höchsten
Verweigerungsquote. Während die deutschen Spitzenpolitiker,
Kirchenvertreter und Behörden nur vereinzelt ihre Informationen
zurückhalten, hinken die Unternehmen in Sachen Transparenz mit großem
Abstand hinterher." Die meisten großen Konzerne verpflichten sich in
ihren Nachhaltigkeitsberichten lautstark zu Transparenz gegenüber der
Öffentlichkeit und wollen die Umsetzung ihrer ökologischen Ziele
voranbringen. "Wir erwarten gerade hier Spitzenpositionen bei den
CO2-Werten und ambitionierte Strategien. Stellen wir aber gezielte
Fragen und schauen hinter die Fassade, ernten wir vielsagendes
Schweigen," sagt Lauer.

Erstmalig hat die DUH eine TOP10 Liste der Unternehmenschefs
erstellt. Dieses Ranking führt Dr. Markus Conrad von der Tchibo GmbH
(BMW i3) an, gefolgt von Felix Ahlers von der FRoSTA AG (VW up!). Sie
zeigen, wie auch im Vorjahr, dass ein Konzernlenker in einem
sparsamen Dienstwagen unter 100 g CO2/km unterwegs sein kann.
Insgesamt halten zehn Unternehmenschefs mit ihren Dienstwagen den
seit 2012 geltenden EU-Grenzwert von 130 g CO2/km ein und erhalten
dafür die "Grüne Karte". 2014 lagen nur vier Unternehmenschefs mit
ihrem Dienstwagen unter der 130-Gramm-Marke. Der durchschnittliche
CO2-Ausstoß aller Dienstwagen der Unternehmenschefs hat sich im
Vergleich zum letzten Jahr bloß um 4 Gramm verbessert. Er liegt in
diesem Jahr bei 165 g CO2/km und damit fast 30 Prozent oberhalb des
EU-Grenzwertes von 130 g CO2/km.

Auch der Blick auf die Fahrzeugflotten der Vorstände zeigt
lediglich eine leichte Verbesserung, was den durchschnittlichen
CO2-Ausstoß betrifft: Dieser ist mit 164 g CO2/km niedriger als noch
im Jahr 2014 mit 168 g CO2/km, aber auch nur 1 Gramm besser als der
durchschnittliche CO2-Ausstoß der Unternehmenschefs. Nur neun
Vorstandsflotten halten den Grenzwert von 130 g CO2/km ein.

Positiv bewertet die DUH, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß
der Unternehmensflotten im Jahr 2015 mit durchschnittlich 133 g
CO2/km nur knapp den EU-Zielwert verfehlt. Vor vier Jahren betrug der
Durchschnittswert noch 156 g CO2/km. In diesem Jahr halten insgesamt
37 Unternehmensflotten den geltenden EU-Grenzwert von 130 g CO2/km
ein oder unterschreiten ihn deutlich. Spitzenreiter in dieser
Kategorie ist die freenet AG, die den durchschnittlichen CO2-Wert
ihrer Gesamtflotte auf 105 g CO2/km senken konnte. Schlusslicht ist
die Deutsche EuroShop AG mit durchschnittlich 182 g CO2/km.

Ab 2020 sind in der EU neue Grenzwerte vorgeschrieben, es gilt
dann ein Wert von 95 g CO2/km. Die DUH wird im nächsten Jahr ihre
Bewertungskriterien schrittweise anpassen und verschärfen.

Die Ergebnistabellen der 6. Dienstwagenabfrage unter
börsennotierten und mittelständischen Unternehmen finden Sie unter:
http://l.duh.de/p160715.



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Eva Lauer, Projektmanagerin Verkehr und Luftreinhaltung
Tel.: 030 2400867 -76, E-Mail: lauer@duh.de

Ann-Kathrin Marggraf, Pressereferentin
Tel.: 030 2400867-21, E-Mail: marggraf@duh.de

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe

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Datum: 17.07.2015 - 10:07 Uhr
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