Schwäbische Zeitung: "So kann es nicht weitergehen" - Leitartikel zum Unmut über die aktuelle Flüchtlingspolitik
ID: 1241703
Typus Politiker ist am ehesten Staat zu machen, wenn das
Tagesgeschäft außergewöhnlich problematisch wird? Die Antwort fällt
leicht. Es geht nur mit den Pragmatikern. Vernünftige Entscheidungen
setzen kühlen Sachverstand voraus. Den Idealisten steht dabei ihr
großes Herz im Weg, die Ideologen jeglicher Couleur sind in ihrer
verbohrten Gedankenwelt gefangen, also politikunfähig.
Was dies mit der aktuellen Flüchtlingspolitik zu tun hat? Sehr
viel. Am Mittwoch haben die baden-württembergischen Kommunen Alarm
geschlagen. Sie beklagen "massive Defizite und Versäumnisse" des
Landes und werfen der Regierung in Stuttgart eine "Politik des
Überhörens und Aussitzens" vor. Die Kommunalpolitiker vor Ort
vermelden, dass sich landauf, landab Widerstand formiere, wenn neue
Unterkünfte für die Flüchtlinge geplant werden. Angst und Unmut in
der Bevölkerung seien zunehmend zu registrieren. Es sind die
Pragmatiker, die hier - unabhängig vom Parteibuch - beklagen, dass
sie keine vernünftige Politik mehr machen können, weil sie vom Land
im Stich gelassen werden.
Auch in der Regierung sind Pragmatiker am Werk. Ministerpräsident
Winfried Kretschmann zählt zu ihnen. Er hat sich frühzeitig mit
seiner grünen Partei angelegt, als es um die Festlegung sogenannter
sicherer Drittstaaten ging. Von anderen Grünen - Typus Ideologe - ist
dagegen die Mahnung zu hören, es dürfe keine Flüchtlinge erster und
zweiter Klasse geben. Dem ist zu entgegnen: Selbstverständlich gibt
es die. Es sind die Schutzbedürftigen und die weniger
Schutzbedürftigen - beispielsweise aus dem Balkan. Letztere müssen
schnellstmöglich in ihre Heimatländer zurückgebracht werden, damit
das Asylrecht nicht ad absurdum geführt wird. Leidtragende wären
andernfalls die wirklich Schutzbedürftigen.
Es fehlt an Geld, es fehlt an einem Gesamtkonzept. Der
Flüchtlingsgipfel am kommenden Montag muss konkrete Ergebnisse
liefern. Eine große Koalition pragmatischer Politiker wäre wichtig.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.07.2015 - 19:54 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1241703
Anzahl Zeichen: 2406
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 286 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: "So kann es nicht weitergehen" - Leitartikel zum Unmut über die aktuelle Flüchtlingspolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Südwest Presse: KOMMENTAR zu AI WEIWEI Ausgabe vom 22.07.2015 ...
KOMMENTAR zu AI WEIWEI Gegen 10 Uhr hat Ai Weiwei gestern ein Selfie im Internet veröffentlicht, das nicht nur die Kunstwelt aufatmen ließ. Es zeigt ihn, einen Pass der Volksrepublik China in die Kamera haltend. Da war klar: Der in den Sozialen Medien überaus aktive und allen bisherigen Re
Mitteldeutsche Zeitung: zur deutschen Einheit ...
Es gibt in den neuen Ländern zwar hier und da blühende Landschaften und nicht zuletzt blühende Städte. Für den Westen ist das Thema aber seit langem abgehakt. Dort gilt die Einheit als vollendet - weil man es nicht besser weiß oder wissen will. Die Ostdeutschen indes mögen nicht mehr Bi
Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Zu hoch gestecktes Ziel ...
Wir Deutschen rennen und springen - doch ach, wir hüpfen immer unter der Latte hindurch. Die heißt "Deutsche Einheit" und hängt hoch. Sehr hoch. Warum nur haben wir uns nicht mit der Wiedervereinigung beschieden - diesem Wunder, von dem nur noch wenige geglaubt hatten, dass sie
Mitteldeutsche Zeitung: zu EMZ zur CSU ...
Wenn es nun so ist, dass die CSU zum Regieren verdammt ist, sollte sie daraus Schlüsse ziehen. Sie hat Themen der Opposition übernommen, sie sollte sich auch leisere Töne zutrauen und weniger zum rechten Rand schielen. Die CSU könnte ihre Hypernervosität ablegen und sich ins ernste Fach be




