Chefinnen im Mittelstand: Keine Ausnahmenerscheinung mehr, aber weiter unterrepräsentiert

Chefinnen im Mittelstand: Keine Ausnahmenerscheinung mehr, aber weiter unterrepräsentiert

ID: 1243536
(ots) -

- Jeder fünfte Mittelständler frauengeführt: insgesamt 700.000
Unternehmen
- Präsenz vor allem bei Dienstleistungen
- Zuwachs bei Chefinnen absehbar

Die wirtschaftliche Bedeutung frauengeführter mittelständischer
Unternehmen ist beträchtlich - aber nach wie vor sind Chefinnen im
deutschen Mittelstand unterrepräsentiert. Zu diesem zentralen
Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von KfW Research auf Basis
des KfW-Mittelstandspanels. Seit der Jahrtausendwende pendelt der
Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen mit weiblicher Führung
zwischen 15 und knapp 20 Prozent. Im Jahr 2013 - hierfür liegen die
aktuellsten repräsentativen Zahlen vor - erreicht er 19,4 %.

Damit steht zurzeit bei etwa 700.000 Mittelständlern eine Frau an
der Spitze. In diesen Unternehmen arbeiten rund vier Millionen
Erwerbstätige (14 % aller Beschäftigten im Mittelstand), werden
112.000 junge Menschen ausgebildet (9 %) und wurden im vergangenen
Jahr 15 Mrd. EUR in neue und gebrauchte Anlagen und Bauten investiert
(8 %). So beeindruckend diese Zahlen auf den ersten Blick sind - im
Vergleich zu ihrem Anteil an allen mittelständischen Unternehmen ist
das Gewicht der frauengeführten Unternehmen bei diesen
Kernindikatoren unterproportional.

Ursache ist der Unternehmenstyp, den Frauen lenken: Fast 60 % der
Firmen in weiblicher Hand entfallen auf den Dienstleistungssektor.
Dazu gehören etwa Unternehmen aus dem Bereich Pflege oder Aus- und
Weiterbildung ebenso wie Anwaltskanzleien, PR-Büros oder Finanz- und
Personalberatungen. Unternehmen aus diesen Branchen haben in der
Regel weniger Mitarbeiter und erzielen geringere Umsätze als
Unternehmen anderer Sektoren wie Bau, Handel und Verarbeitendes
Gewerbe.

Im Bereich "Erziehung und Unterricht" weist fast jedes zweite


mittelständische Unternehmen eine Frau an der Spitze auf (46 %), im
Gastronomie- und Hotelgewerbe sind es 33 %, im Gesundheits- ,
Veterinär- und Sozialwesen 30 %. Nur sehr selten frauengeführt sind
dahingegen mittelständische EDV-Unternehmen (Chefinnenanteil 0,2 %)
oder der Kraftfahrzeughandel (4 %). Gründerinnen bleiben diesem Trend
übrigens treu: auch sie starten bevorzugt Dienstleistungsunternehmen
(75 % der Neugründungen laut KfW-Gründungsmonitor). Insgesamt steigt
der Frauenanteil bei den Neugründungen seit einigen Jahren. 2014
erreichte er einen Anteil von 43 % an allen Gründungen, bei den
Gründungen im Vollerwerb sogar einen Rekordwert von 41 %.

"Eine Ausnahmeerscheinung sind Frauen in den Führungsetagen des
Mittelstands nicht mehr, aber unsere Analyse zeigt: Es gibt hier noch
einiges aufzuholen", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.
"Die steigenden Zahl von Existenzgründungen durch Frauen wird zu
einem Zuwachs des Chefinnen-Anteils im Mittelstand führen. Das
Gesicht des Mittelstands wird weiblicher. Angesichts des
demografischen Wandels ist diese Entwicklung zu begrüßen:
Schrumpfende Erwerbsbevölkerung, drohende Fachkräfteengpässe und der
bevorstehende Generationswechsel bei den mittelständischen
Unternehmer sind deutliche Anreize, wenn nicht gar Zwänge, das
Potenzial von Frauen in den Chefetagen stärker zu nutzen als bisher."

Die vollständige Studie mit detaillierten Angaben zu den Branchen
ist abrufbar unter: www.kfw.de/fokus.



Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Nathalie Cahn,
Tel. +49 (0)69 7431 2098, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: presse@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Ohne Stress ins Ausbildungsjahr: Kritik nicht direkt persönlich nehmen / TÜV Rheinland: Neuer Lebensabschnitt erfordert Anpassung / Hobbys nicht für den Beruf aufgeben Rente mit 63: Studien belegen Bedeutungszunahmeälterer Mitarbeiter
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.07.2015 - 10:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1243536
Anzahl Zeichen: 3927

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Frankfurt am Main



Kategorie:

Arbeit



Diese Pressemitteilung wurde bisher 262 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Chefinnen im Mittelstand: Keine Ausnahmenerscheinung mehr, aber weiter unterrepräsentiert"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

KfW (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Anpassungen in den KfW-Produkten der Bundesförderung für effiziente Gebäude - Start Umstellungsphase ...
- Bundesregierung hat Eckpunkte für neue Förderbedingungen bei Zuschüssen der Heizungsförderung und Krediten für energieeffiziente Sanierung festgelegt - KfW nimmt Förderung zu neuen Konditionen am 21. Juli 2026 auf - Kundinnen und Kunden mit antragsreifen Investitionsvorhaben können bis zu

KfW Research: Vier von zehn Mittelständlern beklagen schweren Zugang zu Krediten ...
- So viele mittelständische Unternehmen wie nie nehmen ihre Banken als restriktiv bei der Kreditvergabe wahr - Einzelhandel berichtet über besonders drastischen Anstieg der Hemmnisse - Nachfrage nach Finanzierungen sinkt Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich

KfW erhöht Refinanzierungsziel für 2026 auf 80 bis 85 Mrd. EUR ...
- Starkes Fördergeschäft treibt Refinanzierungsbedarf - KfW setzt weitere Impulse für digitale Kapitalmarktinfrastruktur - Hohe internationale Investorennachfrage trotz Krisen Die KfW erhöht ihr Refinanzierungsziel für 2026 von ursprünglich 75 bis 80 Mrd. auf 80 bis 85 Mrd. EUR. Darin spiege


Weitere Mitteilungen von KfW


Ohne Stress ins Ausbildungsjahr: Kritik nicht direkt persönlich nehmen / TÜV Rheinland: Neuer Lebensabschnitt erfordert Anpassung / Hobbys nicht für den Beruf aufgeben ...
Rund eine halbe Million junger Menschen beginnt im Sommer eine Berufsausbildung. Doch jeder Vierte löst nach Angaben des Bundesbildungsministeriums seinen Vertrag vorzeitig auf. "Der Start ins Berufsleben ist für Jugendliche besonders stressig", sagt Julia Milchsack, Psychologin bei T

Sind Arbeitnehmer im Home-Office produktiver? (FOTO) ...
- Monster-Umfrage: Die Mehrheit der Teilnehmer in Deutschland und Österreich meint, zu Hause adäquat arbeiten zu können - Studienreihe zeigt: Nur drei von zehn der deutschen Großunternehmen glauben, Mitarbeiter seien im Home-Office produktiver als im Büro Den Laptop

Hays-Fachkräfte-Index: Nachfrage nach Fachkräften sinkt deutlich (FOTO) ...
Trotz des leichten Wachstums der deutschen Volkswirtschaft im 2. Quartal 2015 sank die Suche nach Fachkräften spürbar. Vor allem IT-Spezialisten (- 7 Punkte), Ingenieure (-11 Punkte) sowie Vertriebs- und Marketingmanager (- 10) wurden weniger häufig gesucht als im Vorquartal. Ein Blick au

DGQ-Studie: Senioren-WG statt Altersheim (FOTO) ...
Deutsche ziehen alternative Betreuungsformen vor und stehen Fachkräften aus dem Ausland offen gegenüber Der Erhalt der Eigenständigkeit im Falle der Pflegebedürftigkeit ist den Deutschen sehr wichtig. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Deutschen Gesellschaft f


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z