Gratislieferungen, Frische und Rabatte: Was Offline-Käufer dazu bringt, Lebensmittel im Internet zu bestellen
ID: 1244713
stationären Handel. Dem Online-Kauf sind sie nicht grundsätzlich
abgeneigt - er erfüllt allerdings noch nicht ihre Erwartungen, wie
eine Befragung von Yahoo zeigt.
Lange Zeit hieß es, die Deutschen kauften fast alles im Internet -
nur keine Lebensmittel.[1] Das ändert sich derzeit. Mittlerweile
bieten mehrere Einzelhandelsketten in Deutschland Online-Bestell- und
Lieferdienste an. Dem Lebensmittelsegment werden wachsende Anteile am
gesamten Online-Handel prognostiziert.[2] Allerdings: Das
Einkaufserlebnis beim Online-Kauf von Lebensmitteln halten
Verbraucher für verbesserungswürdig.
Das hat die länderübergreifende Umfrage "Der Lebensmittel-Einkauf
über verschiedene Kanäle" von Yahoo ergeben. 3.228 Verbraucher in
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien wurden dafür
online befragt. Die Hälfte von ihnen kauft Lebensmittel übers
Internet ein.
Warum Verbraucher den Kauf von Produkten des täglichen Bedarfs im
Internet schätzen, zeigt die Befragung deutlich: Weit vorne liegt der
Komfort, mit wenigen Klicks den Einkaufswagen zu füllen (76 Prozent).
Fast jeder Zweite kauft wegen der praktischen Lieferung nach Hause
online ein (46 Prozent), jeder Dritte schätzt es, sich das
Tütenschleppen zu sparen (36 Prozent).
Drei Viertel der Offline-Käufer wollen Waren vor dem Kauf berühren
Klar macht die Befragung von Yahoo aber auch, was Kunden des
stationären Handels vom Online-Kauf abhält. Drei Viertel der
Befragten, die bisher nur in Geschäften vor Ort einkaufen, wollen
Waren vor dem Kauf physisch vor Augen haben und berühren (77
Prozent). 44 Prozent der Umfrageteilnehmer aus dieser Gruppe warten
nicht gern auf Lieferungen und 29 Prozent sind die Lieferkosten zu
hoch.
Ein Teil der bisherigen Online-Verweigerer ließe sich allerdings
dazu bewegen, Dinge für den täglichen Bedarf übers Internet
einzukaufen. Dafür müsste die Ware kostenlos geliefert werden (37
Prozent) und pünktlich eintreffen (22 Prozent). Die Produkte müssten
frisch sein (30 Prozent) und von hoher Qualität (24 Prozent). Und
jeder Vierte ließe sich zum Online-Kauf motivieren, wenn der Handel
im Netz Rabatte anbieten würde.
Ob Online- oder Offline-Käufer: Günstige Preise sind für die
Befragten ohnehin eines der wichtigsten Kaufkriterien. 77 Prozent der
Offline- und 63 Prozent der Online-Käufer entscheiden anhand dessen,
ob sie ein Produkt kaufen. Qualität ist Offline-Einkäufern mit 78
Prozent Nennungen noch etwas wichtiger, Online-Shoppern hingegen mit
48 Prozent deutlich weniger.
Online-Einkaufskorb kleiner als der von Spaniern, Briten und
Franzosen
Im Vergleich zu anderen Europäern kaufen deutsche Verbraucher
bisher seltener frische oder gekühlte Produkte im Online-Handel ein.
Das zeigt sich etwa bei Obst und Gemüse: 30 Prozent der Deutschen
beziehen Äpfel oder Kohl übers Internet, im Vergleich zu knapp 40
Prozent der Briten, Franzosen und Spanier. Bei gekühltem Fertigessen
sind es 15 Prozent gegenüber 30 Prozent in den drei anderen Ländern,
bei Softdrinks 20 gegenüber 40 Prozent. An den Ausgaben zeigt sich
die relative Zurückhaltung ebenfalls: In den drei anderen EU-Ländern
ist der Online-Einkaufskorb mit 67,85 Euro im Schnitt größer als ein
durchschnittlicher Offline-Einkauf mit 62,49 Euro. In Deutschland
sind die Verhältnisse mit 36,47 Euro Online-Umsatz und einem
Offline-Einkaufskorb von 42,14 Euro umgekehrt.
Vergleichsweise selten nutzen deutsche Online-Shopper außerdem
Einkaufs-Apps. Nicht einmal jeder Achte, der über ein mobiles Gerät
Lebensmittel bestellt, tut dies per App (12 Prozent). Vor allem
Spanier (34 Prozent) erledigen ihre Einkäufe deutlich häufiger auf
diesem Weg, aber auch Briten (24 Prozent) und Franzosen (23 Prozent)
nutzen öfter als Bundesbürger die mobilen Einkaufshelfer.
Dabei sind die Deutschen keineswegs grundsätzlich unwillig,
Smartphones oder Tablets zum Einkaufen zu nutzen. Ein nennenswerter
Anteil von ihnen hat mobile Geräte beim Einkauf im stationären Handel
dabei: 40 Prozent recherchieren darüber im Laden nach
Produktinformationen, 34 Prozent vergleichen vor Ort Preise und 33
Prozent scannen QR-Codes auf Verpackungen.
[1] http://ots.de/1rcWp
[2] http://ots.de/rwHUi
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Datum: 30.07.2015 - 12:31 Uhr
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