Buckelpistenfahrerin Laura Grasemann im Interview: "Ich hatte das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren"
ID: 1245713
"Sport-Stipendiat des Jahres" / Deutsche Bank und Sporthilfe vergeben
Auszeichnung für Spitzenleistungen in Sport und Studium / Top 5 in
öffentlicher Online-Abstimmung unter sportstipendiat.de
Laura Grasemann wurde im Januar 2015 bei der Ski
Freestyle-Weltmeisterschaft auf der Buckelpiste Neunte. Damit
erreichte sie als WM-Neuling nicht nur persönlich ihr erstes
internationales "Top 10"-Ergebnis, sondern auch die beste deutsche
Platzierung bei einer Großveranstaltung seit 16 Jahren. Auch im
Weltcup überraschte die junge Athletin durch vier Finalteilnahmen und
Platz 24 im Gesamtweltcup - trotz großer Widrigkeiten, denn der
Verband hatte im März letzten Jahres die Förderung der Disziplin
Buckelpiste eingestellt. Parallel zum Leistungssport studiert die
23-Jährige Molekulare Biotechnologie an der Technischen Universität
München. In der direkten Vorbereitungsphase zur WM musste sie sowohl
ihr letztes Pflichtpraktikum als auch ein weiteres Seminar mit voller
Anwesenheitspflicht besuchen. Darüber hinaus erzielte sie bei ihren
Prüfungen gute Leistungen, allein sechs Mal stand eine Eins vor dem
Komma.
Im Februar 2014 hast Du in Sotschi Dein bis dahin sportliches
Highlight erlebt, nur einen Monat später dann erfahren, dass der
Verband die Förderung Deiner Disziplin einstellt. Hast Du in diesem
Moment darüber nachgedacht aufzuhören?
Ganz klar ja. Das haben wohl alle gedacht. Ich hatte das Gefühl,
den Boden unter den Füßen zu verlieren. Aber dann stellte sich Trotz
ein, nach dem Motto "jetzt erst recht". Da hatten wir, das ganze
Team, aber noch keine Vorstellung von dem Ausmaß, das mit der
Streichung verbunden war. Die Einstellung der Fördermaßnahmen hatte
zur Folge, dass wir einen Trainer organisieren und selbst
finanzieren, mit Privatfahrzeugen zu Trainingslagern und Wettkämpfen
fahren mussten, im Zeitraum zwischen August und Februar blieb sogar
die Sporthilfe-Förderung aus. Wir mussten die gesamte Saison aus
eigener Tasche finanzieren.
Wie ist Dir das gelungen?
Es wurde an jedem Ende gespart. Wir sind zum Beispiel mit dem Auto
ins Trainingslager nach Norwegen gefahren, zwei Tage hin, zwei Tage
wieder zurück. Bei einem Großteil der Wettkämpfe mussten wir auf
sämtliche Betreuer und Physiotherapeuten verzichten. Um überhaupt die
Saison bestreiten zu können, habe ich Tennis-Trainerstunden gegeben -
neben eigenem Training und Studium.
Wie bekommst Du Arbeit, Sport und Studium unter einen Hut?
In meinem letzten Jahr des Bachelor-Studiums konnte ich
Prüfungstermine nicht mehr ins nächste Semester schieben. So habe ich
zum Beispiel eine Klausur um 6 Uhr morgens von Kanada aus
geschrieben, anschließend ging es zum Frühstück, eine Stunde später
begann das Aufwärmen für den finalen Trainingstag vor dem Weltcup in
Val St Come. Im Mai habe ich mit meiner Bachelorarbeit begonnen, so
dass ich im August hoffentlich mein Bachelorstudium beenden kann und
mich dann dem Masterstudium widmen werde.
Wärst Du gerne Profi-Skifahrerin?
Das Studium ist ein wichtiges zweites Standbein von mir. Nicht nur
aufgrund der Tatsache, dass die sportliche Karriere aufgrund einer
Verletzung ganz schnell vorbei sein kann, sondern das ist mir durch
die Verbandssituation im letzten Jahr ganz klar geworden: Ich brauche
etwas Zweites, worauf ich mich konzentrieren kann. Das Studium ist
für mich ein wichtiger mentaler Ausgleich. Schön wäre natürlich eine
stärkere finanzielle Unterstützung und ich bin froh, dass ich im
Februar nach der WM rückwirkend Sporthilfe-Förderung erhalten habe
und weiter erhalte. Durch das Deutsche Bank Sport-Stipendium muss ich
- bei einem Stundenlohn von 18 Euro - pro Monat rund 23
Tennis-Trainerstunden weniger geben. Allerdings bin ich die einzige
Athletin aus meinem Team, die diese Förderung aktuell erhält.
Wenn Du einen Wunsch frei hättest, damit Du Spitzensport und
Studium auch weiterhin gut vereinbaren kannst, dann...
... würde ich mir wünschen, dass die Förderung gerechter auf alle
Sportarten verteilt wird. Die Koordination zwischen Studium und Sport
ist schon nicht immer ganz einfach, jetzt kamen noch Probleme des
wirtschaftlichen Überlebens dazu. Wir als Team, mittlerweile sind wir
sechs Frauen und sieben Männer, haben inzwischen zwar eindrucksvoll
gezeigt, dass es noch lange zu früh ist aufzugeben. Aber mit mehr
Unterstützung von Verbandsseite könnten wir unser großes Ziel Olympia
2018 etwas beruhigter angehen.
Bewerbungs-Video von Laura Grasemann zur Wahl zum Sport-Stipendiat
des Jahres: https://youtu.be/dYqpA_-kBcs
Steckbrief
Laura Grasemann (*30. April 1992 in Heidelberg)
Sportart: Ski Freestyle / Buckelpiste
Wohnort: Garching bei München
Verein: SC Wiesloch
Größte Erfolge: WM-Neunte 2015, Olympia-Teilnehmerin 2014 in Sotschi
Studium: Molekulare Biotechnologie (Bachelor)
Universität: Technische Universität München
Die Deutsche Bank unterstützt im Rahmen der Sporthilfe-Förderung
studierende Spitzenathleten mit 400 Euro im Monat. Aktuell
profitieren rund 400 Sporthilfe-geförderte Athleten vom Programm, das
mit dem dritten Semester einsetzt und mit einem Zeitbonus über die
Regelstudienzeit hinaus gewährt wird. Die besonderen Leistungen der
studierenden Athleten sollen mit der Wahl zum Sport-Stipendiat des
Jahres zusätzlich herausgestellt und gewürdigt werden. Der
Preisträger erhält für 1 ½ Jahre von der Deutschen Bank den doppelten
Stipendiumsbetrag von 800 Euro pro Monat. Die weiteren vier
Finalisten erhalten für den gleichen Zeitraum eine Zusatzförderung in
Höhe von 200 Euro.
Diese Sporthilfe-Athleten stehen zur Wahl: Aline Focken (Ringen),
Laura Grasemann (Ski Freestyle), Maximilian Hartung (Fechten), Sophia
Saller (Triathlon) und Maike Naomi Schnittger (Schwimmen;
paralympisch). Bis zum 23. August kann jeder unter
www.sportstipendiat.de den Nachfolger von Malaika Mihambo,
Weitspringerin und Sport-Stipendiatin 2014, wählen. Unter allen
Teilnehmern des Online-Votings wird eine Deutsche Bank SparCard mit
einem Guthaben von 500 Euro verlost. Die feierliche Preisverleihung
findet am 22. September 2015 in der Deutschen Bank in Berlin statt.
HINWEIS AN DIE REDAKTIONEN:
Abdruck honorarfrei. Quelle: Deutsche Sporthilfe
Wir bieten sendefertig geschnittene und vertonte Video-Beiträge
an, die die fünf Finalisten sowohl als Sportler als auch als Student
vorstellt. Wir zeigen spektakuläre Einblicke in die Trainingsarbeit
und haben beim Studium über die Schulter geschaut. Die Beiträge sind
kostenlos und rechtefrei.
Zum Download: http://ots.de/yLxtz
Zum Embedden aus dem Sporthilfe youtube-Kanal:
https://youtu.be/kvE-focnWUY
Auf Wunsch stellen wir auch gerne kostenlos Rohmaterial zu den
fünf Athleten zur Verfügung. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an:
redaktion@united-news.de
Selbstgedrehte Bewerber-Videos der fünf Kandidaten:
Aline Focken: https://youtu.be/LuX09ejbi64
Laura Grasemann: https://youtu.be/dYqpA_-kBcs
Max Hartung: https://youtu.be/cZsGYEDO0Yk
Sophia Saller: https://youtu.be/kBqxmMBf3KM
Maike Naomi Schnittger: https://youtu.be/LLt57JueE7o
Rechtefreies Fotomaterial bei der Deutschen Sporthilfe.
"Nationale Förderer" der Deutschen Sporthilfe sind Deutsche
Lufthansa, Mercedes-Benz, Deutsche Bank, Deutsche Telekom und
Deutsche Post. Sie unterstützen die Deutsche Sporthilfe, die von ihr
betreuten Sportlerinnen und Sportler und die gesellschaftspolitischen
Ziele der Stiftung in herausragender Weise.
Kontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Markus Respondek
Otto Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069-67803 - 515
Fax: 069-67803 - 599
E-Mail: markus.respondek@sporthilfe.de
Internet: www.sporthilfe.de
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Datum: 03.08.2015 - 10:00 Uhr
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