NOZ: Interview mit Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
ID: 1247954
Generalsekretär fordert drei Jahre Bleiberecht und zwei Jahre
Beschäftigung für Auszubildende, die nur geduldet sind
Osnabrück.- Das Handwerk hat dazu aufgerufen, sich von
fremdenfeindlichen Protesten nicht beeindrucken zu lassen. "Schon
jetzt treiben die Zuwanderer die Beitragseinnahmen der
Rentenversicherung entscheidend in die Höhe", sagte Holger
Schwannecke, Generalsekretär beim Zentralverband des Deutschen
Handwerks, in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
(Samstag). "Wir brauchen Zuwanderung, um die Fachkräftelücke zu
schließen." Jeder vierte Auszubildende im deutschen Handwerk habe
ausländische Wurzeln. "Die Tendenz ist steigend", sagte Schwannecke.
Die Unternehmen würden gern mehr junge Menschen mit
Migrationshintergrund ausbilden. Dazu sei bei Auszubildenden, die in
Deutschland nur geduldet seien, aber mehr Rechtssicherheit nötig.
"Hier muss die Formel 3+2 gelten, das heißt Bleiberecht für die
dreijährige Ausbildung plus zwei Jahre Beschäftigung", sagte der
Generalsekretär. Erst dann lohne es sich für beide Seiten. Er äußerte
die Hoffnung, dass die Bundesregierung hier nachbessere. Bisher werde
über das Bleiberecht dieser Flüchtlinge in Ausbildung jedes Jahr neu
befunden. "Das ist ein hoher Druck für einen jungen Menschen, der vor
allem Unterstützung braucht", erklärte Schwannecke.
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Handwerk: Der Meister verdient mindestens so viel wie ein
Bachelor-Absolvent
Werbung um Abiturienten - Auch in diesem Jahr fehlen
voraussichtlich 20 000 Auszubildende
Osnabrück.- Angesichts einer Lehrlingslücke mit voraussichtlich 20
000 offenen Ausbildungsstellen auch 2015 wirbt der Zentralverband des
Deutschen Handwerks (ZDH) verstärkt um Abiturienten. " Wer den
Meisterbrief hat, verdient im Schnitt mindestens so viel wie ein
Bachelor-Absolvent", sagte Generalsekretär Holger Schwannecke der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Meister seien auch nur zu zwei
Prozent von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Betriebe machen laut
Schwannecke mehr "maßgeschneiderte Angebote", weil mehr als die
Hälfte eines Jahrgangs zu Abitur und Hochschule strebten. Geplant sei
ferner das Projekt "Ausbildung mit Abitur", das in Österreich und der
Schweiz erfolgreich laufe.
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Handwerk kritisiert "Neiddebatte" über Erbschaftssteuer
"Hürden für Übernahme von Familienbetrieben zu hoch" - Appell an
die Bundesregierung
Osnabrück.- Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat
vor einer "Neiddebatte" über die Erbschaftssteuer gewarnt. Statt
Förderung und Unterstützung gebe es Abschreckung und Drangsalierung
kleiner Unternehmen, sagte Generalsekretär Holger Schwannecke der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Die Hürden bei der Übergabe
von Familienbetrieben seien "noch zu hoch", betonte er mit Blick auf
den Regierungsentwurf zur Erbschaftssteuer. Deutschland brauche
kleine regionale Betriebe. Es gehöre ein hohes Maß an Verantwortung
zur Übernahme und Führung eines solchen Unternehmens. Er sehe aber
mit Bestürzung, dass der Einsatz für den Fortbestand von Ausbildungs-
und Arbeitsplätzen nicht hinreichend gewürdigt werde. Nach dem
Entwurf solle lediglich bei Kleinstunternehmen mit bis zu drei
Mitarbeitern auf die Erbschaftssteuer verzichtet werden. "Hier muss
die Grenze auf bis zu sieben Mitarbeiter erhöht werden", forderte
Schwannecke.
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Datum: 08.08.2015 - 07:00 Uhr
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