Bürger sind mit ihrer öffentlichen Verwaltung überwiegend zufrieden
ID: 1251633
zufrieden mit der öffentlichen Verwaltung in Deutschland", dies
erklärte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamts,
heute auf einer Pressekonferenz, bei der er die Ergebnisse einer
Zufriedenheitsbefragung zu behördlichen Dienstleistungen in
verschiedenen Lebenssituationen vorstellte. Die Befragung führte das
Statistische Bundesamt im Rahmen der Regierungsinitiative "amtlich
einfach - Staat der kurzen Wege" durch. Auf einer Skala von - 2 (sehr
unzufrieden) bis + 2 (sehr zufrieden) liegt der Gesamtindikator bei
1,06.
In den 22 untersuchten Lebenslagen fällt die Bewertung der
jeweiligen öffentlichen Dienstleistungen unterschiedlich aus. Die
notwendigen Behördengänge werden in der Situation einer Eheschließung
mit 1,46 besonders gut bewertet. Auch im Rahmen eines Umzugs und der
Fahrzeuganmeldung ist die Wahrnehmung bei den Betroffenen überwiegend
gut. Die Kontakte mit Behörden bei Arbeitslosigkeit und bei
finanziellen Problemen schneiden nicht so gut ab, erreichen aber mit
0,37 immer noch einen positiven Wert.
Die Befragung ermittelte außerdem die Bedeutung verschiedener
Faktoren, die die individuelle Zufriedenheit beeinflussen. So ist den
Bürgerinnen und Bürgern das Vertrauen in die Verwaltung am
wichtigsten, wie auch die Diskriminierungsfreiheit und
Unbestechlichkeit besonders bedeutend eingeschätzt werden. Sehr
wichtig ist auch die Fachkompetenz der Sachbearbeiterinnen und
Sachbearbeiter in den Behörden. Mit diesen Faktoren waren die
Befragten auch überdurchschnittlich zufrieden. Weniger zufrieden
zeigten sich die Bürgerinnen und Bürger mit der Verständlichkeit des
Rechts im Allgemeinen und der Formulare und Anträge im Besonderen.
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Wahrnehmung der
Verwaltung in der Öffentlichkeit spürbar zu verbessern und die
Bürokratie zu vereinfachen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen
Handlungsfelder auf. Die Verständlichkeit der Formulare und Anträge
hat sich dabei neben der Verständlichkeit des Rechts und den
Informationen zu notwendigen Verfahrensschritten als besonders
dringlich herausgestellt. Die Bewertung des Einflussfaktors
Verständlichkeit der Formulare und Anträge schwankt allerdings sehr
stark, beim Erwerb des Führerscheins erreicht der Wert noch gute 1,22
auf der Skala von - 2 (sehr unzufrieden) bis + 2 (sehr zufrieden),
während in der Situation finanzieller Probleme eine Unzufriedenheit
von - 0,08 vorliegt.
Der Bericht zur Zufriedenheitsbefragung wurde heute dem
Koordinator der Bundesregierung für Bürokratieabbau und bessere
Rechtsetzung Staatsminister Dr. Helge Braun, MdB übergeben. Er steht
im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (Pressebereich) zum
Download zur Verfügung. Ergänzende Informationen zur
Regierungsinitiative "amtlich einfach - Staat der kurzen Wege" und zu
den untersuchten Lebenslagen finden Sie auf der Seite
www.amtlich-einfach.de.
Staatsminister Dr. Helge Braun sagte in einer ersten Einschätzung
der Zahlen: "Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind mit der
Verwaltung und ihren behördlichen Dienstleistungen insgesamt sehr
zufrieden. Das ist ein gutes Signal! Besonders freut mich, dass die
Zufriedenheit bei der Unbestechlichkeit und der Neutralität der
Behörden am höchsten ist. Deutschland hat ein ausgesprochen gut
funktionierendes Rechtssystem mit hohen Standards und transparenten
Entscheidungswegen.
In einigen Bereichen können wir uns aber noch verbessern: Die
Bürger wünschen sich, dass die Verständlichkeit der Informationen und
des zugrundeliegenden Rechts erhöht wird. Wir müssen uns fragen, was
wir tun können, um Informationsangebote bürgernäher zu formulieren
und insgesamt verständlicher zu gestalten. Die führt zu einer höheren
Akzeptanz von Entscheidungen.
Auch in vielen anderen Bereichen geben uns die Ergebnisse der
Befragung Anlass zur genauen Analyse. Man erkennt eine Tendenz, dass
die Befragten in existenziellen Notlagen, wie zum Beispiel im Falle
von Arbeitslosigkeit oder bei finanziellen Problemen, weniger
zufrieden mit den Dienstleistungen und Informationsangeboten von
Behörden sind. Hier müssen wir uns fragen, was die Ursache dafür ist.
Alle Betroffenen sind gefordert, eine genaue Analyse vorzunehmen und
alle Möglichkeiten zur Verbesserung zu nutzen."
Weitere Auskünfte gibt:
Infoteam Bürokratiekostenmessung
Telefon: (0611) 75-2255,
www.destatis.de/kontakt
Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
E-Mail: presse@destatis.de
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Datum: 19.08.2015 - 10:00 Uhr
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