Deutsche Hilfe für drogenabhängige Schwangere in Georgien
ID: 1253836
und Kindern schützen / Georgische Ärzte und Selbsthilfevertreter zu
Gast in Berlin / Internationale Tagung zu "Schwangerschaft und Sucht"
Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und die Deutsche
AIDS-Hilfe engagieren sich künftig für die Versorgung
drogenabhängiger schwangerer Frauen in Georgien. Gemeinsam mit der
georgischen Frauenselbsthilfeorganisation Aceso International for
Women bauen sie in Tiflis eine Anlaufstelle auf und schulen
medizinisches Personal sowie sozialpädagogische Fachkräfte. Ziel ist
ein Experten-Netzwerk, das den Frauen und ihren Kindern in ihrer
verzweifelten Lage die bestmögliche Behandlung und Unterstützung
ermöglicht.
Ärzte vor Ort raten zur Abtreibung
Intravenöser Drogenkonsum hat in Georgien wie in den meisten
ehemaligen Sowjetrepubliken in den letzten Jahren massiv zugenommen.
Für abhängige Schwangere gibt es bislang keine Hilfsangebote, sie
sind stattdessen stets von Strafverfolgung bedroht. Georgische Ärzte
raten fast immer zur Abtreibung.
Aceso-Gründerin Ekaterine Gardapkadze sagt dazu: "Die Frauen sind
bei Kinderwunsch gezwungen, ihren Drogenkonsum zu verheimlichen - mit
schwerwiegenden Folgen für sie selbst und ihre Kinder. Wir brauchen
dringend Unterstützung von außen, um den Betroffenen Lösungen in
ihrer Krise anbieten zu können."
Behandlungsmöglichkeiten verfügbar machen
Diese Lösungen gibt es: Substitution, die Behandlung mit einem
Ersatzstoff wie Methadon, bewahrt Mütter und Kinder vor gravierenden
Gesundheitsschäden. Die Übertragung von HIV und HCV auf das Kind
lässt sich durch Medikamente verhindern. Für Neugeborene abhängiger
Mütter stehen vielfältige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Erfolgt keine Therapie, drohen hingegen drastische Folgen bis hin zum
Tod.
Dr. Jan-Peter Siedentopf von der Klinik für Geburtsmedizin am
Campus Virchow-Klinikum, Oberarzt der Suchtsprechstunde, erklärt:
"Für die Gesundheit suchtmittelabhängiger Mütter und ihrer Kinder
können wir heute viel tun. Durch unsere über 30-jährige Erfahrung in
diesem Bereich sehen wir gute Möglichkeiten, auch in Georgien die
Entwicklung eines Versorgungssystems anzustoßen."
Versorgung ohne Ausgrenzung
Die Hürden sind dabei nicht nur medizinischer Natur. Drogen
konsumierende Menschen sind in Georgien von drastischen Strafen
bedroht und werden massiv ausgegrenzt - auch im Medizinsystem. Die
Drogenhilfe erreicht zudem fast ausschließlich Männer.
Ludger Schmidt, Referent für Internationales der Deutschen
AIDS-Hilfe, erläutert: "Aufgrund von Kriminalisierung und
Stigmatisierung erhalten gerade viele Frauen keine angemessene
Behandlung. Dringend benötigt werden Angebote, in denen sie sich
offenbaren können - ohne Angst vor Diskriminierung und Strafe."
Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Projektpartner in Tiflis
ein Team aufgestellt, dem Fachkräfte aus Gynäkologie und
Geburtshilfe, Pädiatrie, Suchtmedizin, Infektiologie und
Sozialpädagogik angehören. Einem ersten Training werden weitere
folgen, die deutschen Fachleute werden ihre Kollegen außerdem bei
ihrer täglichen Arbeit weiter unterstützen, zum Beispiel durch
Fallbesprechungen und Supervision.
Fachtagung in Berlin
Vom 1. bis 5. September kommt nun eine georgische Delegation nach
Berlin. Bei einem Arbeitstreffen und einer Internationalen Fachtagung
zum Thema "Schwangerschaft und Sucht" am 2. September loten die
Expertinnen und Experten aus, wie deutsche Erfahrungen bei der
Versorgung von abhängigen Schwangeren in Georgien am besten genutzt
werden können.
Die Initiative wird von der Aktion Mensch gefördert.
Informationen zur Fachtagung "Schwangerschaft und Sucht" (PDF):
http://ots.de/1iKap
www.aidshilfe.de
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Ludger Schmidt
Referent für Internationales
030 690087- 47
ludger.schmidt@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Manuela Zingl
Stellvertretende Pressesprecherin
GB Unternehmenskommunikation
t: +49 30 450 570 400
presse@charite.de
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Datum: 25.08.2015 - 14:16 Uhr
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