TÜV Rheinland: Gesundheitsgefährdende Schadstoffe in Schulen und Kitas
Raumluft in Klassenzimmern macht Lehrer und Schüler krank / Messbare Auswirkungen von Baustoffen, Möbeln und Reinigungsmitteln / Kosten für schadstoffarmes Bauen nur unwesentlich höher
Nur unwesentlich höhere Kosten durch schadstoffarmes Bauen
Im Rahmen eines bislang einzigartigen Projektes wurden von TÜV Rheinland zwei identische Klassenzimmer aufgebaut: das eine mit konventionellen, das andere ausschließlich mit schadstoffgeprüften Produkten. In verschiedenen Messreihen wurde unter realen Bedingungen der Schadstoffgehalt in der Luft gemessen und ausgewertet. Das Resultat: Die Messwerte für die ausgasenden flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), die Bestandteil von Farben, Lacken und Klebern sind, überschreiten beim Einsatz ungeprüfter Produkte zum Teil um ein Vielfaches die Empfehlungen des Umweltbundesamtes.
Es geht aber auch gesund: Wird ein Klassenzimmer sorgfältig nach den Grundsätzen des schadstoffarmen Bauens mit geprüften Bauprodukten und Möbeln ausgestattet, sind schon kurz nach den Arbeiten alle Werte im grünen Bereich. ?Dabei ist das schadstoffarme Bauen im Vergleich nur unwesentlich teurer?, sagt der Schadstoffexperte Dr. Dormagen. ?Es ist leider so, dass die entsprechenden Empfehlungen des Umweltbundesamts selten berücksichtigt werden.? Hinzu kommt, dass das fachliche Know-how bei den ausführenden Baufirmen und Handwerkern selten vorhanden ist, so Dormagen.
Freisetzung von Schadstoffen auch bei Renovierungsarbeiten
Problematisch sind nicht nur Schadstoffemissionen aus ungeprüften Baustoffen, sondern auch Altlasten in den Schulgebäuden. Werden diese im Zuge von Sanierungsarbeiten freigesetzt und aktiviert oder sinkt der Luftaustausch durch Wärmedämmung und neue Fenster, kann es in Klassenzimmern zu hohen Belastungen durch Schadstoffe kommen. Kritisch ist auch die Reaktion alter Kleber oder Farben mit einigen neuen bauchemischen Produkten, wodurch unter Umständen die Raumluft unkontrolliert mit Schadstoffen geschwängert wird. Die Folge sind Kopfschmerzen, Unwohlsein und schwerwiegende Krankheiten wie Allergien. ?Das Fatale ist, dass mitunter Lehrer und Schüler dauerhaft leiden, weil die entsprechenden Krankheitssymptome gar nicht mit den dafür ursächlichen Reparatur- oder Reinigungsarbeiten in Verbindung gebracht werden?, erklärt TÜV Rheinland-Experte Dr. Dormagen.
Gesundheit nicht dem Zufall überlassen
Es gibt zwar Empfehlungen des Umweltbundesamtes für die Innenraumhygiene von Schulgebäuden, aber diese sind nicht verbindlich. TÜV-Experte Dr. Walter Dormagen betont: ?Im Zusammenspiel neuer Baustoffe untereinander und den in Altbauten vorhandenen Substanzen gibt es unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Wer in sanierten Klassenräumen vor der Freigabe für den Unterricht nicht die Raumluft prüft und auf Schadstoffe testet, spielt mit dem Zufall, und damit mit der Gesundheit von Kindern und Lehrern.?
Weitere Informationen unter www.tuv.com/gesundes-bauen-projekt im Internet.
TÜV Rheinland ist ein weltweit führender unabhängiger Prüfdienstleister mit über 140 Jahren Tradition. Im Konzern arbeiten 19.300 Menschen in 69 Ländern weltweit. Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz von über 1,7 Milliarden Euro. Die unabhängigen Fachleute stehen für Qualität und Sicherheit von Mensch, Technik und Umwelt in fast allen Lebensbereichen. TÜV Rheinland prüft technische Anlagen, Produkte und Dienstleistungen, begleitet Projekte und Prozesse für Unternehmen. Die Experten trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und Branchen. Dazu verfügt TÜV Rheinland über ein globales Netz anerkannter Labore, Prüf- und Ausbildungszentren. Seit 2006 ist TÜV Rheinland Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen für mehr Nachhaltigkeit und gegen Korruption. www.tuv.com im Internet.
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Datum: 11.09.2015 - 10:30 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:
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