NOZ: Gespräch mit Karl-Peter Naumann, Pro-Bahn-Ehrenvorsitzender
ID: 1262401
Flüchtlingstransport
Fahrgastverband: Bisherige Praxis schadet Akzeptanz von
Flüchtlingen
Osnabrück. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert von der
Bundesregierung die Anschaffung und den Einsatz eigener Züge zum
Transport von Flüchtlingen, um die Deutsche Bahn zu entlasten. Er
warnt vor einem Stimmungswandel gegen Flüchtlinge, sollten die
Behinderungen des Bahnverkehrs anhalten. Im Gespräch mit der Neuen
Osnabrücker Zeitung (Mittwoch) sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende
Karl-Peter Naumann: "Einen ganzen ICE-Zug für Flüchtlinge zu räumen,
ist geeignet, die Akzeptanz von Flüchtlingen herabzusetzen."
Naumann sprach sich für den Einsatz von Sonderzügen für den
Flüchtlingstransport aus. Die jüngsten Erfahrungen zeigten aber, dass
das Bundesunternehmen Bahn keine Reserven für besondere Lagen habe.
"Für solche Fälle sollte die öffentliche Hand selbst eine
Reservegarnitur vorhalten, die sie in normalen Zeiten auch
kommerziell vermieten könnte." Einem privatrechtlich organisierten
Unternehmen wie der Deutschen Bahn AG sei die aktuelle Praxis, ad hoc
auf Anforderungen der Politik reagieren und den Betrieb umstellen zu
müssen, nicht zuzumuten.
Naumann warnte auch vor einer Unterversorgung des Schienenverkehrs
mit Sicherheitspersonal. "Wenn man den Fahrgästen sagt, man könne sie
nicht mehr schützen, weil man die Flüchtlinge schützen müsse, schadet
auch das der Akzeptanz von Flüchtlingen in Deutschland." Es gebe auf
dem Markt schlicht kein zusätzliches Sicherheitspersonal mehr.
Am Wochenende hatte die Bahn erstmals einen regulären ICE von
München nach Berlin für den Transport von Flüchtlingen frei gemacht.
Die Passagiere waren gebeten worden, auf andere Züge auszuweichen.
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Datum: 15.09.2015 - 11:21 Uhr
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