DeAWM-Chefanleger Asoka Wöhrmann warnt vor dominanter Rolle der Notenbanken
ID: 1263137
gefährlich" / Aktuelle Notenbankpolitik setzt Selbstreinigungskräfte
außer Kraft / Kein Verständnis für Aktien-Skepsis deutscher
Privatanleger / "Viele Anleger haben ein verqueres Bild von Risiken"
/ Persönlicher Investment-Tipp: Mix aus globalen Dividendenfonds,
europäischen Aktienfonds, globalen Aktienfonds und soliden
Rentenfonds
Berlin/Frankfurt, 16. September 2015 - Der Chefanlagestratege der
Deutschen Bank-Fondstochter Deutsche Asset & Wealth Management
(DeAWM), Asoka Wöhrmann, fordert eine defensivere Rolle der
Notenbanken im Finanzsystem. "Wir haben uns angewöhnt, sofort nach
der Hilfe der Notenbanken zu schreien, sobald irgendetwas
schiefläuft", kritisierte Wöhrmann im Interview mit dem
Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 10/2015, EVT 17. September).
"Das ist gefährlich, denn es setzt die - manchmal schmerzhaften -
Selbstreinigungskräfte außer Kraft, die ein freier Markt in sich
birgt und nun mal braucht." Nach inzwischen sieben Jahren an den
Sauerstoffgeräten der Notenbank müssten Wirtschaft und Kapitalmärkte
lernen, ohne diese Geräte zu leben. "Die Notenbankpolitik hat
Grenzen. Sie kann Märkte stimulieren, aber langfristig den Zyklus
nicht abschaffen und Bewertungsmaßstäbe außer Kraft setzen."
Trotz der Wirtschaftsflaute in China und Dax-Verlusten von mehr
als 20 Prozent hält Wöhrmann Aktien-Investments nach wie vor für
unverzichtbar. Die weit verbreitete Skepsis der Deutschen kann er
nicht nachvollziehen. "Ich fürchte, dass viele Anleger inzwischen ein
verqueres Bild von Risiken haben - und die Gefahren am Anleihenmarkt
unterschätzen", sagte Wöhrmann gegegnüber 'Capital' So sei es im
April wegen des Zinsschubs für zehnjährige Bundesanleihen acht
Prozent abwärts gegangen. "Am Aktienmarkt schreien dann viele Zeter
und Mordio. Bei Bundesanleihen, die als bombensicher gelten und Dreh-
und Angelpunkt der Altersvorsorge über Rentenversicherungen und
Pensionsfonds sind, interessierte das kaum jemanden", wundert sich
Wöhrmann.
Im 'Capital'-Interview verrät der Anlage-Experte auch seine
persönlichen Investment-Tipps. Er empfiehlt einen Mix aus einem
globalen Dividendenfonds, einem Fonds für europäische Aktien
einschließlich Nebenwerte, einem globalen Aktienfonds und einem
soliden Rentenfonds. "Die vier Positionen reichen vollkommen."
Wöhrmann rät darüber hinaus, einen Sparplan für diese Fonds
einzurichten und eine Cash-Reserve zu halten, um bei einem Einbruch
nachkaufen zu können. "Und dann sprechen wir uns in fünf Jahren
wieder - ich bin mir sehr sicher, dass Sie bis dahin gutes Geld
verdient haben werden."
Pressekontakt:
Christian Kirchner, 'Capital'-Korrespondent Frankfurt,
Telefon 069/793007-514
Mobil 0179/455 4465
E-Mail: kirchner.christian@capital.de
www.capital.de
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Datum: 16.09.2015 - 11:30 Uhr
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