Thüringische Landeszeitung: Guten Ruf sichern - Winterkorn bei Rücktritt wenig souverän / Leitartikel von Florian Girwert zum Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn
ID: 1266515
Winterkorn selbst leiten wollte. Saß der Volkswagen-Chef noch vor
einer Woche fester als zuvor im Sattel, ist er heute bereits
Geschichte. Und das offenbar ganz ohne Einsicht. Immerhin ist sich
der Ex-Konzernchef "keines Fehlverhaltens bewusst". Mit Verlaub: Das
ist wenig souverän. Er hätte einsehen müssen, dass Fehlverhalten auch
durch Unterlassung möglich ist. Es dürfte ihn dabei nur wenig
trösten, dass ihm im Verlauf der kommenden Wochen weiteres
Führungspersonal - wenn auch vielleicht nicht von ganz oben - in die
Reihe der ehemaligen Volkswagen-Mitarbeiter folgen wird.
Bei einem derartig gigantischen finanziellen Schaden muss das
Unternehmen nach dem ersten Sturm nun zügig in ruhige Bahnen gelenkt
werden - unter welchem neuen Vorstandschef auch immer. Die
Mitarbeiter brauchen in unsicheren Zeiten Führung, damit aus dem
Abgas-Skandal keine Dauerkrise wird. Dass Volkswagen und seine
Tochterunternehmen hochwertige Autos bauen können, zeigt das hohe
Verbrauchervertrauen, das sich auch durch die Probleme mit dem Abgas
nicht in Luft auflösen wird - wer am eigenen Auto keine
Qualitätsmängel feststellt, dürfte wenig Neigung verspüren, auf ein
anderes Modell umzusteigen. Trotzdem muss Volkswagen vermeiden,
seinen guten Ruf vollends zu verlieren. Sonst springen irgendwann
Firmenkunden ab - und die kaufen zum Beispiel in Deutschland viel
mehr Neuwagen als Privathaushalte.
Martin Winterkorn sollte sich derweil keine Sorgen um seine
Zukunft machen. Er hat an der Spitze des Volkswagen-Konzerns mit
dafür Sorge getragen, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2015
weltweit die meisten Autos verkauft hat. Sein Wissen und seine
Dienste dürften gefragt bleiben - wenn auch vielleicht nicht bei VW.
Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.09.2015 - 07:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1266515
Anzahl Zeichen: 2170
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Weimar
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 297 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Thüringische Landeszeitung: Guten Ruf sichern - Winterkorn bei Rücktritt wenig souverän / Leitartikel von Florian Girwert zum Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Thüringische Landeszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Thüringische Landeszeitung
Rheinische Post: Scheuer fordert Bekenntnis zur "deutschen Leitkultur" von Flüchtlingen ...
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat von Flüchtlingen, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, ein Bekenntnis zur deutschen Leitkultur gefordert. "Die Bereitschaft zur Integration nach den Regeln der deutschen Leitkultur ist die Grundvoraussetzung fürs Hierbleiben", sagte Sche
Thüringische Landeszeitung: Thüringer Linke-Chefin stellt Schuldenbremse infrage ...
Linke-Landes- und Landtagsfraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow stellt die in der Thüringer Landeshaushaltsordnung verankerte Schuldenbremse infrage. "Die Schuldenbremse halte ich für falsch", sagte sie der "Thüringischen Landeszeitung" (Donnerstag). In der finanziellen Si
Rheinische Post: Hofreiter bezeichnet Rücktritt Winterkorns als "absolut richtig" ...
Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat den Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn als "absolut richtigen Schritt" bezeichnet. Der Rücktritt dürfe jetzt aber nicht bedeuten, dass VW bei der Aufklärung der Vorfälle nachlasse, sagte Hofreiter der in Düsseldorf erscheinenden &quo
Saarbrücker Zeitung: Höhn fordert von Dobrindt Überprüfung weiterer Autohersteller ...
Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgefordert, im Skandal um manipulierte Abgaswerte auch andere Autohersteller einer genauen Prüfung zu unterziehen. Höhn sagte der "Saarbrücker Zeitung" (D




