Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Eine Frage der Einstellung
ID: 1267576
Angelegenheiten, da muss man die Frage stellen, ob überhaupt ein
Problem vorliegt. Nicht selten gibt es ja in Wahrheit gar kein
Problem, wo die Politik eines sieht.
Der prüfende Blick dazu lohnt sich in Thüringen für ein Vorhaben,
das sich Verwaltungs- und Gebietsreform nennt. Die rot-rot-grüne
Landesregierung sagt, es muss eine solche Reform geben. Das war vor
der Wahl angekündigt, steht im Koalitionsvertrag und nun will die
Regierung auch liefern. Das ist treu und brav.
Die Opposition im Kleid der CDU reagiert ablehnend, war aber
bereits selbst einmal im Freistaat ein übereifriger Reformer. Dass
sich die Landräte nun aufteilen, je nachdem, ob man dem Projekt aus
Linken, SPD und Grünen zugeneigt ist oder nicht, und ob man betroffen
ist oder nicht, ist wenigstens albern. Es sind aber vor allem
sachfremde Erwägungen.
Das trifft allerdings auch auf das Regierungslager selbst zu, dem
aus nicht nachvollziehbar kommunizierten Gründen - nämlich gar keinen
- die Verwaltungsgemeinschaften ein Dorn im Auge sind. Sie sollen
weg.
Aber weshalb? Hat man in Thüringen schon etwas davon gehört, dass
in kleinen und kleinsten Gemeinden, die sich mit den
Verwaltungsgemeinschaften untereinander helfen, ein administratives
Chaos ausgebrochen wäre? Ist es stattdessen nicht eher so, dass man
unschöne Dinge wie exorbitant lange Bearbeitungszeiten,
Unbeweglichkeit, Sturheit und nicht beantwortete Bürgeranfragen aus
Großverwaltungen wie jener der Stadt Gera kennt? Und geht die
Landesregierung davon aus, dass die Stadtverwaltung Gera plötzlich
effizient, transparent und bürgernah ist, weil die Stadt Gera nicht
mehr kreisfrei ist, sondern ein Teil eines Landkreises
Greiz-Altenburg wird, vielleicht mit dem Auto-Kennzeichen GAG?
Zu einer Reform von Verwaltung gehört in erster Linie die
Einstellung der Beschäftigten zu der Dienstleistung, die sie für den
steuerzahlenden Bürger erbringen. Und das hat überhaupt nichts mit
der Größe der Verwaltungseinheit zu tun.
Pressekontakt:
Ostthüringer Zeitung
Redaktion Ostthüringer Zeitung
Telefon: +49 365 77 33 11 13
redaktion@otz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.09.2015 - 20:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1267576
Anzahl Zeichen: 2453
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Gera
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 371 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ostthüringer Zeitung: Jörg Riebartsch kommentiert: Eine Frage der Einstellung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Ostthüringer Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Ostthüringer Zeitung
Schwäbische Zeitung: "Zeigen, dass man regieren kann" - Leitartikel zu den Grünen und den Flüchtlingen ...
Es gibt ganz besondere Tage, auch in der Politik. Die letzten Tage waren solche Tage. Denn wie oft streiten Bund und Länder bis zum letzten Cent, wie oft überschattet Parteipolitik sachliche Verhandlungen, wie häufig werden Gesetze hin- und hergezerrt. Dass dies unterblieb, zeigt: Die Flüchtl
Neue Westfälische (Bielefeld): Deutsche Wirtschaft in den Schlagzeilen Betrug - made in Germany Carsten Heil ...
Was ist los mit der deutschen Wirtschaft? Sie jagt von Rekord zu Rekord, liefert Spitzenwerte bei Exporten, und auch der Binnenmarkt brummt. Deutsche Produkte sind weltweit gefragt. Es scheint so, als ob keine Krise den Deutschen und ihrer Vorzeigewirtschaft etwas anhaben kann. Doch dann kommen M
Südwest Presse: LEITARTIKEL zu FLÜCHTLINGE Ausgabe vom 26.09.2015 ...
LEITARTIKEL zu FLÜCHTLINGE Ausgabe vom 26.09.2015 Ist er das jetzt, der überfällige Schritt zu einer realistischen Sichtweise? Die sehr deutsche Befindlichkeitsdebatte über die Flüchtlingskrise wie die politischen Antworten darauf schwankte in den vergangenen Wochen ja zwischen Extremen
Mittelbayerische Zeitung: Kostenlos, aber wertvoll / Kommentar zum Museum der Bayerischen Geschichte ...
Zu einem Ort der Selbstvergewisserung Bayerns solle das Museum der Bayerischen Geschichte werden, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer im Mai diesen Jahres anlässlich der Grundsteinlegung, er versprach ein Museum, von dem noch unsere Urenkel profitieren werden. Darf ein solcher Ort Eintritt




